Mixed

Koepka brach Bann für US-Open-Titelverteidiger

Mit einer enormen Steigerung hat der amerikanische Golfprofi Brooks Koepka wie vergangenes Jahr die US Open gewonnen. Koepka siegte am Sonntag (Ortszeit) im Shinnecock Hills GC bei New York einen Schlag vor dem Engländer Tommy Fleetwood und kassierte für seinen zweiten Major-Titel 1,86 Mio. Euro Preisgeld. Der 28-Jährige ist der erste erfolgreiche US-Open-Titelverteidiger seit 29 Jahren.

Brooks Koepka kassiert 1,86 Mio. Euro Preisgeld SN/APA (AFP)/ROSS KINNAIRD
Brooks Koepka kassiert 1,86 Mio. Euro Preisgeld

Sein Landsmann Curtis Strange hatte das zweite Major-Turnier des Jahres 1988 und 1989 gewonnen. Koepka triumphierte auf Long Island nach einer 68er-Finalrunde mit einem Gesamtergebnis von 281 Schlägen vor Fleetwood (282) und dem Weltranglistenersten Dustin Johnson (283). Mit der großen silbernen Trophäe in den Händen geriet der neue und alte US-Open-Champion ins Schwärmen. "Mann, es fühlt sich gut an, dieses Ding noch einmal zu halten. Das ist unglaublich", sagte er bei der Siegerehrung.

Vor drei Monaten hatte Koepka von diesem Moment noch zu träumen gewagt. Da saß er zu Hause in Florida mit einer angerissenen Sehne im Handgelenk - einer ähnlichen Verletzung wie sie derzeit Bernd Wiesberger plagt - frustriert auf der Couch und schaute vor dem Fernseher seinen Kollegen beim Masters in Augusta zu. Eine so schnelle Rückkehr in die Weltspitze hätten ihm damals die wenigsten Experten zugetraut.

Koepka ist Nachfahre einer europäischen Auswandererfamilie. Seine Golf-Karriere verlief untypisch für einen US-Profi. 2012 verließ der junge Professional die Florida State University und kämpfte sich auf der zweitklassigen Challenge Tour in Europa durch. Ähnlich agiert derzeit sein jüngerer Bruder Chase, der vor kurzem auch beim Shot Clock Masters in Österreich gespielt hat.

Mit schnellen Erfolgen stieg Brooks Koepka damals in die European Tour auf. Auch in Japan sammelte er die nötige Erfahrung für die lukrative PGA-Tour in der US-Heimat. Den Durchbruch auf der US-Tour schaffte Koepka 2015, als er bei der Phoenix Open seinen ersten PGA-Titel gewann.

Jetzt ist der Profi, der sich oft "übersehen" gefühlt hat, endgültig in der Weltspitze angelangt. Durch den zweiten Triumph bei der US Open ist der Ryder-Cup-Spieler bereits zur Nummer vier der Golfwelt aufgestiegen. Nur Dustin Johnson (USA), dessen Landsmann Justin Thomas und Olympiasieger Justin Rose aus England liegen noch vor ihm.

Die überragende Runde auf dem superschweren Par-70-Kurs auf Long Island spielte aber Fleetwood. Mit 63 Schlägen stellte der 27-Jährige am Finaltag den Rekord für die niedrigste Runde bei einer US Open ein. Das ist vor ihm nur fünf anderen Profis gelungen. Fleetwood spielte acht Birdies - ein Schlagverlust auf der neunten Spielbahn verhinderte den alleinigen Rekord und ein Montags-Stechen mit Koepka.

Viele Top-Spieler waren bei dem mit zwölf Millionen Dollar dotierten Turnier bereits nach zwei Runden ausgeschieden. Tiger Woods gehörte ebenso zu den großen Verlierern der offenen amerikanischen Meisterschaft wie Rory McIlroy, Sergio Garcia, Jason Day, Jordan Spieth oder Martin Kaymer.

Mit ihrem Wahn, den US-Open-Platz möglichst schwer zu gestalten und kein niedriges Siegesresultat zuzulassen, hatten die Verantwortlichen des amerikanischen Golfverbands USGA bei der 118. Auflage den Bogen offenbar überspannt. Koepkas Gesamtergebnis lag bei einem Schlag über Par. Ein normales Turnier auf dem amerikanischen Circuit wird mit Scores zwischen 15 und 25 unter Par gewonnen. Noch während des Turniers entschuldigten sich die Verantwortlichen bei den Spielern für die unfairen Bedingungen.

Für die eigenwilligste Aktion sorgte Phil Mickelson. Der fünffache Major-Champion aus den USA spielte auf der dritten Runde an seinen 48. Geburtstag mit 81 Schlägen die schlechteste Runde in seiner 27 Jahre langen US-Open-Karriere. Unter anderem deshalb, weil er auf dem 13. Loch sichtlich genervt absichtlich einen noch rollenden Ball puttete, dafür zwei Strafschläge erhielt und eine "10" notieren musste. Eigentlich hätte Mickelson dafür disqualifiziert gehört, meinten einige Spieler.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 15.12.2018 um 11:09 auf https://www.sn.at/sport/mixed/koepka-brach-bann-fuer-us-open-titelverteidiger-29337310

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