Leonidas 2021

Drei, die die Richtung vorgeben

Die Leonidas-Trophäen für die besten Trainer und Trainerinnen des Landes. Drei außergewöhnliche Persönlichkeiten für die besonderen Ereignisse.

Red-Bull-Salzburg-Trainer Jesse Marsch darf sich in der Kategorie „bester Trainer“ schon über den zweiten Goldenen Löwen freuen. SN/APA/KRUGFOTO
Red-Bull-Salzburg-Trainer Jesse Marsch darf sich in der Kategorie „bester Trainer“ schon über den zweiten Goldenen Löwen freuen.

s waren sichtbar Momente der Rührung, die Jesse Marsch ergriffen. Das war vor einem Jahr, als der Cheftrainer von Fußballmeister Red Bull Salzburg den Goldenen Leonidas als bester Trainer des Jahres überreicht bekam. Ein Jahr später mag sich der US-Amerikaner zwar an diese erste Leonidas-Ehrung erinnern - ein positives Déjà-vu ist ihm sicher: Der 47-Jährige aus Wisconsin hat sich durch seine nationalen und internationalen Erfolge im Leonidas-Zeitraum seit März 2020 erneut den Goldenen Leonidas verdient. Gleich geblieben sind die Rahmenbedingungen: Es wird keine Auszeichnung im großen Rahmen bei einer Gala geben und Marsch, der in Salzburg in der vergangenen Saison Meisterteller und Cup-Trophäe holte, darf sich wieder so seine Gedanken machen, wo denn der begehrte Goldene Löwe stehen wird. "Er bekommt natürlich einen Ehrenplatz. Dieser Preis macht mich stolz und ich nehme ihn stellvertretend für meine Jungs entgegen", meinte Marsch vor einem Jahr bei der Entgegennahme des Preises der "Salzburger Nachrichten". Interessante Randbemerkung: Der sympathische Erfolgstrainer war übrigens auch in diesem Jahr der König der Stimmabgaben - auch das ist gleich geblieben.

Einen bitteren Beigeschmack gibt es dann doch rund um einen Leonidas: Nicht zum ersten Mal würde ein hoch dekorierter Coach nach dem Titel als "bester Trainer" Salzburg verlassen. Das war bei Marco Rose (2018 und 2019) so nach seinem zweiten Löwen, das war bei Adi Hütter so nach seinem ersten Löwen (2015). Alle diese genannten Trainer vereint aber eines: Sie haben mit Red Bull Salzburg ein Sprungbrett für eine große internationale Karriere gelegt. Und so ist es kein Wunder, wenn der in Salzburg hoch dekorierte Jesse Marsch schon als Kandidat für weitere Trainerstationen genannt wird. Die Leonidas-Gemeinde würde seinen Weggang bedauern. Aber wenn die Fußballwelt ruft - was soll man machen?

Bei der alpinen WM in Cortina schüttelten dieses Jahr viele fast ungläubig den Kopf: Die Athleten des Deutschen Skiverbands zeigten auf, neun Athleten und drei Athletinnen von unserem Lieblingsnachbarn waren angetreten. Am Ende gab es vier Medaillen - drei Mal Silber, ein Mal Bronze. Und ein Salzburger Trainer steckt als Mastermind bei den Herren hinter diesen Erfolgen: Christian Schwaiger aus Saalfelden hat aus dem im Vergleich zum ÖSV kleinen Team eine Erfolgstruppe geformt und bekommt dafür den Silbernen Leonidas als Zweiter in der Wertung "Trainer des Jahres". Im April 2019 hatte der heute 53-jährige Pinzgauer die DSV-Herren übernommen. Unter seinen Fittichen wurden viele Athleten Weltklasse - darunter Kitz-Sieger Thomas Dreßen, der bei der WM in Cortina verletzungsbedingt gar nicht an den Start gehen konnte. Zuvor schon hatte Schwaiger die DSV-Technikmannschaft der Damen mit Viktoria Rebensburg oder Maria Höfl-Riesch von Erfolg zu Erfolg geführt. Viele Leonidas-Fans haben zudem für den erfolgreichen Skitrainer abgestimmt. Ein Silberner Leonidas ist ihm daher sicher.

Leonidas-Ehrungen ist die Biathlon-Trainerin Sandra Flunger schon gewohnt. Wie Schwaiger aus Saalfelden kommend, hat sie mehrmals bewiesen, dass sie eine der Besten der Branche ist. Vor vier Jahren bekam die als Tüftlerin bekannte Flunger schon einmal den Bronzenen Löwen - der nächste wird demnächst persönlich übergeben. Flunger hat auch in diesem Jahr die Schweizer Nationalmannschaft der Biathletinnen an die Weltspitze geführt - nicht nur die Schweizer Medien feiern die Pinzgauerin, auch die SN lassen Sandra Flunger hochleben. Was die Insider nicht vergessen haben: Flunger war es, die den Grundstein für viele heimische Erfolgsmeldungen im Biathlonsport gelegt hat. Ihren Saalfeldner Landsmann Simon Eder begleitete sie, aber auch für Massenstart-Weltmeisterin Lisa Hauser aus Tirol legte sie über viele Jahre den Grundstein ihres Erfolgs. Deshalb gab es 2021 auf mehreren Ebenen so viel zu bejubeln - unterstützt von vielen Stimmen der Leonidas-Familie.

DSV-Herrencheftrainer Christian Schwaiger sorgte für viele Überraschungen.   SN/gepa pictures/ patrick steiner
DSV-Herrencheftrainer Christian Schwaiger sorgte für viele Überraschungen.
 Sandra Flunger brachte viele Schweizer Biathlon-Athletinnen in die Weltklasse.  SN/gö
Sandra Flunger brachte viele Schweizer Biathlon-Athletinnen in die Weltklasse.

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