Sport

Leonidas Sportlerwahl: Gemeinsam in die Zukunft blicken

Wie hat sich die Welt in der Pandemie verändert? Besteht noch Hoffnung? Das Leonidas-Moderatorenduo hat Antworten.

Ex-Skiweltmeisterin Alexandra Meissnitzer und Schauspieler Fritz Egger. SN/sn
Ex-Skiweltmeisterin Alexandra Meissnitzer und Schauspieler Fritz Egger.

Zurück auf großer Bühne. Der Sport und die Kultur haben fast im Gleichschritt erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Die SN baten deshalb Ex-Skiweltmeisterin Alexandra Meissnitzer und Schauspieler Fritz Egger im Hotel Sacher zum Gespräch.

SN: Zwei Jahre Stillstand in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, ohne Kunst, ohne Feste, ohne die Leonidas-Gala - wie geht es den Moderatoren der SN-Sportgala?
Alexandra Meissnitzer: Ich glaube, dass die Gala jetzt wieder mehr geschätzt wird. Alles, was vorher selbstverständlich war, ist jetzt anders. Ich bin seit Anfang September sehr viel mit verschiedenen Veranstaltungen unterwegs - ein paar Mal habe ich den Eindruck gehabt, dass es zu viel ist mit den ganzen Events. Jetzt ist für mich wieder ein ganz anderer Zug, eine andere Freude und Begeisterung drinnen. Das finde ich sehr positiv. Mir persönlich hat in dieser Zeit der Austausch gefehlt.
Fritz Egger: Nach der Pause wieder auf der Bühne zu stehen als Schauspieler war unglaublich schön. Es war ein Gefühl wie in den Anfängen. Ich bin ein Mensch, der viel Lampenfieber hat, aber da hat die Freude am Spielen so überwogen, dass plötzlich das Lampenfieber weg war. Sogar die Dreharbeiten konnten fortgesetzt werden - allerdings unter strengen Auflagen. Jeder hat diese Maßnahmen bei uns gerne mitgetragen. Dass sich jetzt manche weigern, das verstehe ich nicht, weil dadurch hat man arbeiten können. Und es hat funktioniert.

SN: Vor allem ist das schön: Jetzt gibt es wieder ein offizielles Zusammentreffen unter Menschen. Man kann das Gemeinsame zusammen genießen. Sport und Kultur sind da ja ein wesentlicher Bestandteil.
Egger: Corona hat nicht nur Sport und Kultur, sondern alle betroffen. Es war furchtbar, dass es die Kommunikation und die Interaktion nicht gegeben hat. Ich erinnere mich noch, wie wir am Anfang von Corona gesagt haben: Okay, dann bleiben wir einfach zu Hause, verbringen mehr Zeit mit der Familie. Das war einige Wochen in Ordnung. Aber nach Monaten wurde es so wie mit einem Urlaub: Den genießt man ein bis zwei Wochen lang und wenn es zu lange wird, dann freut man sich auf zu Hause.

SN: Alexandra, mit welchen Gefühlen denkst du jetzt an die Leonidas-Gala?
Meissnitzer: Zurzeit herrscht Vorfreude. Es sind ja noch einige Wochen hin. Ungewissheit bestimmt aber noch immer unsere Zukunft. Das Schöne bei der Leonidas-Gala ist: Egal aus welcher Sportart du kommst, die Sportlerinnen und Sportler haben dort eine Bühne, es ist ein Auftritt, den sie sich verdienen. Das ist aus meiner Sicht die schönste Veranstaltung im Jahr. Was mich betrifft: Ich bin bei dieser Veranstaltung immer so nervös. Wenige Tage vorher hoffe ich immer, dass mir alles auf der Bühne einfällt. Das wäre doppelt peinlich, wenn ich etwas vergesse, weil ich so viele im Saal persönlich kenne. Deshalb ist es für mich eine Herzensangelegenheit. Aber es ist so wie beim Skifahren: Vorher war ich unglaublich nervös und sobald das Rennen begonnen hat, war ich entschlossen und konzentriert. Der Unterschied ist im Vergleich zum Skisport: Wenn du auf der Bühne stehst und merkst, dass die Leute gut drauf sind, dann spürst du direkt die Energie.
Egger: Das ist ja die interessante Parallele zwischen Kultur und Sport: Genauso geht es uns Schauspielern auch, wie es die Alexandra beschreibt. Du bist vor dem Rennen unglaublich nervös und kaum bist du aus dem Starthaus draußen, ist das weg. So ist es auf der Bühne auch.

SN: Wie vergleicht der Schauspieler die Bühne im Theater mit der Bühne bei einer Sportlergala?
Egger: Bei der Gala ist es so schön, wenn man sich mitfreuen kann, vor allem mit den jungen Sportlerinnen und Sportlern. Die Abgebrühten haben eh schon viele Auszeichnungen hinter sich. Der Applaus der Sportler ist ja, dass du bei diesen Ehrungen wahrgenommen und honoriert wirst und damit eine Extra-Siegerehrung hast.

SN: Sind Ehrungen insgesamt noch zeitgemäß? Ist die Zahl an Preisen nicht zu groß geworden?
Meissnitzer: Das denke ich nicht. Mir fällt kein Grund ein, wieso es nicht zeitgemäß sein sollte. Die Zeit ist so schnelllebig geworden. Ich finde es wichtig, bei den Ehrungen den Menschen dahinter etwas kennenzulernen. Das ist besonders im Frauensport so wichtig. Das ist eine Form von Wertschätzung, die einem entgegengebracht wird. Im Moment der Ehrung kann man das Geleistete auch noch einmal Revue passieren lassen. Bei mir war es so: Ich habe einige WM-Medaillen gewonnen, aber an die Siegerehrungen kann ich mich kaum mehr erinnern. Der Tag des Erfolgs war zu intensiv, um sich richtig freuen zu können, um alles zu verinnerlichen. Das ist es übrigens auch, was ich im Sport bereue: dass ich die Erfolge nicht viel mehr genossen habe. Darum sind Ehrungen wie die Leonidas-Gala so wichtig. Vor allem: Dort musst du erst einmal gewinnen. Eine Goldmedaille kann sogar schon zu wenig sein für einen Leonidas.
Egger: Es geht ja auch um Sympathiewerte. Das ist der große Unterschied zur Schauspielerei. Im Skisport ist alles messbar und bei so einer Ehrung hast du die Möglichkeit, einen Sportler von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Mir ist einer, der Vierter wird, aber sympathisch ist, viel lieber als einer, der ganz oben steht und dann die Nase weit oben hat. In der Kunst haben wir keine Messung, wir haben eine Kritik und das Publikum, das uns bewertet. Gerade in schnelllebigen Zeiten, wie wir vorher besprochen haben, ist es wichtig, Sympathien aufzubauen. Und ein Sportler kann sich bei einer Ehrung ganz anders präsentieren als auf der Piste. Das kann auch den weiteren Lebensweg ebnen. Wie bei der Alex, die sich dadurch in der Karriere danach ein zweites Standbein gesichert hat.

SN: Bei Ehrungen hat man es immer mit vielen Stars zu tun. Entspricht es eurer Erfahrung, dass die ganz Guten eigentlich immer die Nettesten sind?
Egger: Das stimmt. Das sagt man auch in der Schauspielerei: Die wirklich Guten haben es nicht nötig, sich zu produzieren. Das dürfte im Sport wohl auch so sein. Wobei es sicher Ausnahmen gibt. Vor 25 Jahren durfte ich mit dem Iffland-Ring-Preisträger Bruno Ganz zusammen auf der Bühne stehen - der Marcel Hirscher des Schauspiels also -, der war so natürlich und nett und kannte jeden Techniker mit Namen. Und dann gibt es welche, die glauben, sie benehmen sich wie Bruno Ganz, und sind in Wahrheit aber der dritte Zwerg von rechts.

SN: Alexandra, ist das auch deine Erfahrung? Obwohl: Du warst ja selbst ein Star.
Meissnitzer: Ich habe beides kennengelernt. Es gibt Stars, die viel gewinnen und die einen ihre Überlegenheit spüren lassen. Ich sage mir dann immer: Man darf sich selbst nicht so wichtig nehmen. Das sage ich auch gerne zu Beratern und Managern. Was den Skisport betrifft: Das interessiert in Österreich, in Bayern - wir sind kein internationaler Sport. Und dennoch vermitteln viele den Eindruck, dass sie unter dem Druck ihrer Berühmtheit nicht mehr vernünftig leben können. Das verstehe ich dann nicht mehr. Das hat aber mit dem Charakter insgesamt zu tun. Wenn man das Privileg hat, dass man Talent mitbekommt - das ist ein Gottesgeschenk -, dann soll man einfach nur dankbar sein. Denn eines ist klar: Sobald man zurücktritt, dreht sich das Rad weiter und ein anderer kommt.
Egger: Vieles gilt es auch zu hinterfragen. Wenn zum Beispiel jemand arrogant wird. Das Problem sehe ich eher so: Schaffe es einmal, dich nicht wichtig zu nehmen, wenn dich alle anderen so wichtig nehmen. Ich kann mir vorstellen, dass es in diesem Fall sehr schwierig ist, geduldig und nett zu bleiben.
Meissnitzer: Aber das betrifft eigentlich nur Weltstars. Ein Skistar oder ein Sportstar in Österreich ist nicht Brad Pitt. Und in dieser Kategorie musst du natürlich einen hohen Preis zahlen. Aber ein Erfolgreicher im Sport oder in der Kultur kann in Österreich wohl ein gutes Leben führen. Und nützt hoffentlich die Bekanntheit nicht nur für die Werbung, sondern hat Botschaften für die Gesellschaft, für die Jugend.

SN: Sport und Kultur haben wegen Corona auf Zuschauer verzichten müssen. Schätzt man die Rückkehr nun mehr? Die wiedergewonnene Interaktion?
Meissnitzer: So wie der Mensch tickt, ist es gleich wieder normal. Geschätzt wird die Rückkehr der Fans auf alle Fälle. Natürlich ist es ganz etwas anderes, wenn du abschwingst und ein Publikum da ist. Sport ist mittlerweile ganz stark mit Show verbunden - und das braucht es, denn auch die Veranstalter müssen etwas von den Rennen haben. Einerseits das ganze Wirtschaftliche, um das Ganze am Leben zu erhalten, andererseits für den Sportler selbst. Um nur ihren Job zu machen, war es für die Sportler gar nicht schlimm. Sie hatten einen einfacheren Tag. Aber ohne die Fans fehlte die Belohnung. Vielleicht findet ohne Corona dann in Zukunft ein Umdenken statt, dass nicht alles so selbstverständlich ist.
Egger: Für mich bedeutet die Rückkehr des Publikums ein Aufatmen. Ein einziges Mal habe ich eine kabarettistische Streaming-Lesung zu Weihnachten gemacht. Ich habe sofort gewusst: Das mache ich nie wieder. Ich bin vor dem Computer gesessen und habe hineingelesen - von den Zuschauern gab es keine Rückmeldung, weil sie den Ton abgedreht hatten. Ich hatte also überhaupt keine Reaktion von den Zusehern. Der Einzige, den ich im Bild hatte, war der Letzte, der sich zugeschaltet hatte: Ein 95-jähriger Herr, der nicht gut hören konnte. Das kann nicht funktionieren. In den Fußballstadien haben sie sogar Pappkameraden in das Stadion gesetzt, um irgendwie ein Live-Erlebnis nachzuempfinden. Das wird sich alles niemals durchsetzen. Wir sind Menschen, keine Einsiedler, wir brauchen den Kontakt.


SN: Und Kultur und Sport bringen den Menschen Ablenkung vom Alltag. In angespannten Zeiten besonders wichtig.
Meissnitzer: Besonders wichtig dabei ist, dass es Helden und Vorbilder braucht. Für mich ist es immer so, wenn ich zu den Festspielen gehe: Eine Zeit lang klinke ich mich da mental aus. Das ist wunderbar. Die Digitalisierung hat uns in der Coronazeit geholfen, über die angespannte Situation zu kommen. Vor Leuten zu reden ist aber weiter viel schöner, als in eine kalte Kamera hineinzusprechen.
Egger: Helden zum Angreifen. Wie eben bei der Leonidas-
Gala. Genauso, wie wenn du nach einer Theatervorstellung zum Bühneneingang gehst und wartest, bis der Herr Schenk noch herauskommt.
Meissnitzer: Und wenn du bei der Gala nebeneinandersitzt, dann kommt der Klassiker: "Du schaust gut aus. Hast du abgenommen?" (lacht)

SN: Wir müssen wieder die Pandemie ansprechen: Was habt ihr in der Coronazeit über die Menschen und über euch gelernt?
Meissnitzer: Ich bin 48 Jahre alt und habe bisher ein unbeschwertes Leben führen dürfen. Ich habe keinen Krieg und abseits von kleinen Wirtschaftskrisen nichts Dramatisches erleben müssen. Ich war immer von schweren Schicksalsschlägen verschont. Corona war im Grunde zum ersten Mal eine große Krise. Zuerst die Angst, dass der Familie etwas passieren könnte, dann die Bilder aus den italienischen Spitälern. Das hat mich schon geprägt. Was habe ich daraus gelernt? Ich glaube, dass ich achtsamer geworden bin. Ich bin viel dankbarer für alles geworden - vielleicht sogar demütiger, dass von einem Tag auf den anderen alles ganz anders sein kann. Insgesamt bin ich durch Corona in meiner Lebensweise noch positiver geworden. Bei den Menschen ist mir ein unglaublicher Sinneswandel aufgefallen: Anfangs standen noch das Miteinander und die Hilfsbereitschaft im Mittelpunkt - sogar in der Politik. Da hat man gesehen, was möglich ist. Das hat aber nicht allzu lang angehalten. Jetzt geht es wieder darum, sich selbst gut aufzustellen. Ich habe gehofft, dass wir aus der Situation lernen und gemeinsam etwas weiterbringen - aber dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil: Die Spaltung des Landes ist enorm.
Egger: Mich hat in der Coronazeit fasziniert, was sich in den Köpfen der Menschen abspielt. Die Zweifler oder die Negierer gab es von Beginn an. Aber bei den Verschwörungstheoretikern frage ich mich immer: Es gibt Wissenschafter und Mediziner, die das alles für uns machen, also vertraue ich denen, weil ich ja nicht alles wissen kann. Bei denjenigen, die da nicht mitmachen wollen, denke ich: Es ist für sie eine Art Selbstschutz. Es gibt nämlich Menschen, die sagen: Was nicht sein darf, das kann nicht sein. Dann laufe ich abstrusen Theorien nach. Nein, das Virus gibt es nicht, und so weiter. Die Verweigerer machen es einem wirklich schwer. Dass man hier nichts tun kann, das lässt mich verzweifeln. Wenn es immer noch Menschen gibt, die sagen, dass die Erde eine Scheibe ist, und du kannst dagegen nicht ankommen, dann ist mir auch klar, dass man gegen diese Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, nicht ankommt. Das macht mich traurig. Für mich persönlich heißt es jetzt, das zu tun, was man beruflich tun will, und sich nicht dauernd bei irgendwelchen anderen entschuldigen zu müssen. Ich habe zum Beispiel im Lockdown angefangen, ein Drehbuch zu schreiben, und in unserem Beruf ist es so, dass du Kollegen triffst und die fragen: Was machst du? Und du sagst: Ja, ich schreibe gerade etwas. Das heißt dann übersetzt: Der hat zurzeit nichts zu tun. Im Lockdown habe ich mit dem Drehbuch begonnen - ein Projekt, das ich immer machen wollte. Warum soll ich überlegen, wenn ich etwas gerne machen will? Das hat mir der Lockdown gezeigt, dass es geht. Mein Motto heißt jetzt: Lasst uns leben, aber miteinander, und nicht immer daran denken: Was sagen die anderen dazu.

SN: Der Sport scheint in der Coronazeit an Wertigkeit dazugewonnen zu haben. Noch nie hat man so viele Menschen beim Sporteln gesehen. Bewegung war Ablenkung und gesund. Ist das auch euer Eindruck?
Egger: Der Wert der Gesundheit ist in den Mittelpunkt gerückt worden. Gleich hieß es, was kann man tun, um gesund zu sein - da spielen Breitensport mit Bewegung und auch die Ernährung mit. Das Schauen auf das große Ganze mit den anderen ist das Ziel, nicht mehr die Individualität.
Meissnitzer: Das Bewusstsein für den Sport hat sich verändert. Auch in Richtung Qualität. Was mich am meisten in dieser Zeit bedrückt hat, war, dass viele Kinder und Jugendliche so eingeschränkt waren. Keine Schule, kein Sport, da wurde viel zu wenig entgegengewirkt. Wichtig ist vor allem, dass sie sich bewegen können. Kinder zur Bewegung bringen und sie ihren Sport ausüben lassen, das wäre enorm wichtig.
Egger: Natürlich hat es viele Kinder gegeben, die schon vor Corona vor dem Handy oder Laptop gesessen sind. Aber durch die Krise wurden sie eindeutig noch mehr vor den Bildschirm getrieben. Vielleicht ist damit auch die Vorfreude auf eine neue Bewegung größer geworden. Wer weiß? Vielleicht ist das sogar ein Umkehreffekt.

SN: In Österreich gingen den Sportvereinen in der Coronazeit rund 500.000 Mitglieder verloren, darunter viele Kinder und Jugendliche. Längerfristig ist das eine Katastrophe.
Egger: Wir sprechen hier von verheerender Volksgesundheit.
Meissnitzer: Das ist ja die alte Leier. Die tägliche Turnstunde und so weiter. Jeder von uns weiß, wie schon kleine Einheiten von Bewegung wichtig sind. Wenn man die Kinder schon zu diesen Bewegungseinheiten erziehen kann, ist schon viel gewonnen. Dann sitzt es in den Kindern drinnen, dass sie sich bewegen. Viele haben nur diesen Drang verloren. Speziell in den Städten ist es nun wichtig, Akzente zu setzen. Aber die fehlen. Du brauchst dazu einfach jemanden, der die Bewegung organisiert.

SN: Macht die Politik zu wenig? Der Sport ist gerne ein Anhängsel ohne aktuell eigenes Ministerium und Sportstaatssekretariat. Ist das genug?
Meissnitzer: Du brauchst halt jemanden, den das interessiert. So wie das im Land Salzburg passiert. Es geht nicht darum, dass im Sport jemand vorbeikommt und gratuliert, wenn Olympische Spiele sind, sondern es geht darum, Konzepte für die Zukunft für Kinder und Jugendliche darzulegen.
Egger: Eigentlich müsste der Sport bei der Gesundheit angesiedelt sein. Insgesamt ist die Politik in diesen Zeiten ja arm dran: Ich möchte diese weitreichenden Entscheidungen in einer Pandemie nicht treffen müssen. Klar ist aber: Dafür wurden die Politiker ja von uns gewählt.

SN: Was dieses Jahr bei den Nominierten zum Leonidas auffällt: Der Wintersport hat diese SN-Wahl immer geprägt. Jetzt hat der Sommersport aufgeholt. Könnt ihr das bestätigen?
Meissnitzer: Ich sehe das extrem positiv. Und darum haben wir in Salzburg ja den Sommer-Olympiakader ins Leben gerufen, wo es um die Spiele 2024 in Paris geht. Beim Sommersport ist es allerdings zumeist so, dass sie nur alle vier Jahre bei den Spielen eine Plattform haben, um im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Die Skifahrer haben jedes Jahr im Winter ihre fixe Präsenz. Wie soll sich ein Sommersportler finanziell gut aufstellen, wenn er nur alle vier Jahre den großen Auftritt hat? Dann wirst du vielleicht Sportler des Jahres, aber was passiert danach? Umso wichtiger sind eben solche Ehrungen wie die Leonidas-Gala, wo sich der Sommersport auch etablieren kann. Wir freuen uns über jede Medaille, aber vergessen, dass es eine unglaublich gute Struktur im Hintergrund braucht, um in einer Sommersportart erfolgreich zu sein. Und der Wintersport ist eben so erfolgreich geworden, weil wir einen unglaublich starken Verband dahinter haben. Das brauchen wir in anderen Sportarten auch. Ich freue mich natürlich über jeden Erfolg in einer Sommersportart, aber mein Herz schlägt natürlich für die Skifahrer.
Egger: Für mich ist ganz klar: Im Winter soll der Sport dominieren und im Sommer die Kultur (lacht).

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