Sport

Matthias Schwab und die ungewohnte Ruhe

Der heimische Golfprofi bereitet sich in seiner Schladminger Heimat auf den Neustart der Saison vor.

Matthias Schwab hat derzeit viel Zeit für seine Familie.  SN/gepa
Matthias Schwab hat derzeit viel Zeit für seine Familie.

Die Situation ist reichlich ungewohnt - aber nicht einmal so unangenehm. "Seit sieben Jahren habe ich nicht mehr so viel Zeit mit meiner Familie verbracht wie derzeit", sagt Golfprofi Matthias Schwab. "Die Situation rund um das Coronavirus ist nicht toll, auch die sechs Wochen ohne Turnier bisher fühlen sich wie eine Ewigkeit an - aber die Zeit mit der Familie ist dagegen super." Er ist derzeit daheim in Schladming, wo er sich mit Golftraining und Bergtouren fit hält - wobei selbst auf dem Berg der Schläger und der Ball immer dabei sind. Denn auch beim Wandern jongliert Schwab den kleinen Golfball auf dem Schläger.

In diesen letzten sieben Jahren ist aus dem Talent ein Spieler aus den Top 80 der Weltrangliste geworden. An der Position wird er noch einige Zeit verharren, denn derzeit sind nicht nur alle Turniere in Europa bis Ende Juli abgesagt, sondern auch die Ranglisten eingefroren.

Anders sieht es in den USA aus, dort nimmt die Profitour bereits ab Mitte Juni wieder den Spielbetrieb auf. Die ersten vier Wochen ohne Zuschauer, dann sogar wieder mit Fans. Und so plant Schwab sein Comeback auch in Übersee: Ab 5. August will er beim vorerst letzten verbliebenen Major-Turnier, den PGA Championships in San Francisco, abschlagen. Die anderen drei Majors wurden bereits abgesagt oder verschoben. Schwab hat keine Zweifel, dass es mit Mindestabstand und Zuschauerbeschränkungen im Profigolfsport gehen könnte. Er sieht im SN-Gespräch andere Hürden. "Es wird eine Frage der Reisefreiheit werden, also konkret: Kommen etwa Bernd (Wiesberger, Anm.) und ich überhaupt im August nach San Francisco, müssen wir in Quarantäne und so weiter. Da muss die PGA irgendwelche Vorkehrungen treffen." Aus Gesprächen mit US-Profis weiß er, dass in den USA mit den Maßnahmen anders umgegangen wird als in Europa. "Dort ist alles viel lockerer, die meisten staunen, dass wir in Europa Ausgangsbeschränkungen haben."

An eine andere Herausforderung ist Schwab jedoch schon längst gewohnt: an das Training via Videokonferenz oder Skype. "Ich schicke auch in normalen Zeiten Videos von meinem Schwung an die Coaches und wir besprechen das dann telefonisch. Von dem her hat sich nichts geändert." Ab Freitag wird er nun Begleitung auf den Golfplätzen haben, denn da dürfen die heimischen Anlagen wieder öffnen - zuletzt spielte er ja ganz allein in Schladming. "Das war ein bisschen seltsam, aber ich habe gar nicht so viel gespielt."

Dennoch wird das Coronavirus auch die neue Golfwelt tief greifend verändern. Die teils astronomischen Preisgelder dürften der Vergangenheit angehören. "Die letzten Jahre waren für uns Spieler natürlich wirtschaftlich gute Jahre. Ich kann aktuell auch nur sagen, was uns die Tourvereinigung mitteilt, aber da hört man schon heraus, dass es einige Sponsoren gibt, die hart getroffen worden sind."

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 28.11.2020 um 03:51 auf https://www.sn.at/sport/mixed/matthias-schwab-und-die-ungewohnte-ruhe-86856415

Kommentare

Schlagzeilen