Mixed

Matthias Walkner: "Die letzten Kilometer waren die längsten"

Der Salzburger Matthias Walkner schrieb sich mit Platz zwei und dem ersten Podestplatz eines Österreichers in die Historie der Dakar ein.

Sie feierten ihre größten Dakar-Triumphe: Walkner (l.) als Zweiter, Sunderland als Sieger. SN/red bull content/maragni
Sie feierten ihre größten Dakar-Triumphe: Walkner (l.) als Zweiter, Sunderland als Sieger.

Unter die Top 5 wollte er kommen. Rang drei "wäre schon geil gewesen". Mit dem zweiten Platz schaffte der Salzburger Matthias Walkner bei der Rallye Dakar am Samstag mehr, als er ein Jahr nach seinem schweren Sturz mit langer Reha-Phase zu hoffen gewagt hatte: "Das ist extrem perfekt. Ich bin überglücklich."

Auf den 786 Kilometern des Schlusstags auf argentinischem Boden von Río Cuarto nach Buenos Aires ging es nur 64 Kilometer über Sonderprüfungen. "Aber das waren die längsten Kilometer der ganzen zwei Wochen", schilderte Walkner den SN. "Ich bin gar nicht dazu gekommen, an die Gesamtwertung zu denken. Das Gelände war sehr hügelig, da hüpfst gleich dreißig, vierzig Meter raus. Ich wollte auch nicht taktisch fahren, sondern es voll tuschen lassen. So geht es mir am besten. Es ist alles super gelaufen."

Walkner erreichte als Tagesvierter das Ziel und hatte in der Motorrad-Gesamtwertung auf seinen britischen KTM-Teamkollegen Sam Sunderland einen Rückstand von 32 Minuten. Für beide war es die erste Zielankunft bei der Dakar. Das oberösterreichische KTM-Team feierte zum 16. Mal ohne Unterbrechung den Dakar-Gesamtsieg bei den Zweirädern. Heuer ist Titelverteidiger Toby Price als Favorit ins Rennen gegangen. Der Australier erlitt auf der vierten Etappe einen Unterschenkelbruch.

Vor zwei Jahren musste Walkner wegen Erkrankung vorzeitig aufgeben. Mit einem Etappensieg hatte der Rookie aufhorchen lassen. Im Vorjahr hatte ihn ein folgenschwerer Sturz gestoppt. Der auf Etappe sieben erlittene Oberschenkelbruch hatte alle Ambitionen zunichte gemacht.

Walkners Mentor bei KTM, der mehrfache Dakar-Etappensieger Heinz Kinigadner, sagte: "Ich freue mich riesig für Mat thias. Er hat ja erst vor nicht einmal drei Jahren mit Rallyes begonnen. Das ganze KTM-Team hat einen guten Job gemacht." Wie hoch sein Preisgeld ist, wusste Walkner nicht: "Bei einer Dakar denkst du nicht an Geld."

Bei den Automobilen entschied Stéphane Peterhansel (Peugeot) zum siebten Mal die Prüfung für sich. Zuvor hatte der Franzose sechs Mal bei den Motorrädern gewonnen. Zweiter wurde sein Landsmann und Markenkollege Sébastien Loeb.

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