Sport

Michaela Egger und Peter Herzog jubelten über Gold

Jubel über ihr erstes bzw. letztes Staatsmeisterschafts-Gold gab es für zwei Salzburger Leichtathleten am Samstag in der Südstadt (NÖ). Dreisprungkönigin Michaela Egger krönte sich beim Abschied zum 15. Mal, Peter Herzog war bei seiner 5000-Meter-Premiere einsame Klasse.

Gleich im ersten Versuch legte die 36-jährige Michaela Egger mit 12,46 Metern die Siegerweite vor, die nicht mehr übertroffen wurde. Ihre junge Konkurrentin Jana Schnabel (ULC Linz) kämpfte aber bis zum Schluss, näherte sich mit 12,38 m im vorletzten Sprung an Egger heran. "In meinem Alter noch einmal so viel Spannung, das hat Nerven gekostet", sagte die gebürtige Steirerin. "Nach dem gelungenen ersten Sprung habe ich riskiert."

12,17 Meter waren die Weite bei ihrem vielumjubelten letzten Sprung. Familie, Freunde, Weggefährten und viele Fans waren in die Südstadt gekommen. Mit Sekt wurde auf das Karriereende von Michaela angestoßen. Fast noch schwerer als der Wettkampf war danach der Foto- und Feiermarathon. Egger hatte eigens alle 30 Meister-Goldmedaillen in ihrer Sporttasche mitgebracht. "Sind die schwer!", stöhnte sie beim Foto. "Heute wird ordentlich gefeiert, mal schauen, ob es morgen noch für den Weitsprung reicht..."

Noch gilt es die Landesmeisterschaften kommendes Wochenende zu absolvieren, doch die erfolgreiche Bankmanagerin beim Raiffeisenverband Salzburg hat sich festgelegt: "Auch wenn der Abschied nach 20 Jahren Wettkampfsport schwer fällt: Es ist Zeit aufzuhören. Aber das war heute ein wunderschöner Abschluss."

Gala von Christian Taylor

Das "Aufwärmprogramm" für Egger zuvor: Anfeuern für Christian Taylor. Der außerhalb der Wertung teilnehmende Doppel-Olympiasieger aus den USA legte locker-lässig 17,13 Meter im Dreisprung hin, ließ sämtliche Österreicher inklusive Staatsmeister Philipp Kronsteiner 16,37 m klar hinter sich und eilte zur anderen Seite des Stadion, um seine Verlobte Beate Schrott zum Meistertitel über die Hürden zu klatschen. Die St. Pöltenerin behielt nach einer Aufholjagd in 13,27 Sek. nur knapp vor Karin Strametz (St/13,34 und Siebenkämpferin Verena Preiner (OÖ/13,67) die Oberhand.

Peter Herzog souverän zu Gold

Sensationeller Abschluss des Abends war die Bahnpremiere für Marathonspezialisit Peter Herzog. Der Union-Salzburg-Athlet legte bei einem Testlauf für den London-Marathon eine Zeit von 13:54,25 Minuten auf die für ihn völlig ungewohnte Bahn. Schon nach wenigen Runden lief er ein einsames Rennen. "Ich hatte gehofft, dass wir uns ein bisschen länger matchen, Christian Steinhammer und Timon Theuer haben vor kurzem mit mir in St. Moritz super trainiert", sagte Herzog. Der 33-jährige Saalfeldner holte damit souverän Staatsmeisterschafts-Gold.

Herzog hatte bislang nur eine 5-Kilometer-Straßenzeit zu Buche stehen, in Berlin war er vor kurzem ebenfalls 13:54 Minuten gelaufen.

Das "Regenerationsprogramm" Peter Herzogs für Sonntag: 20 Kilometer auf der Prater-Hauptallee...

Asare mit starker 100-Meter-Zeit

Eine persönliche Bestzeit von 10,69 reichte für Isaac Asare nicht für eine Medaille über 100 Meter. Der Union-Athlet wurde Sechster, es siegte Markus Fuchs (NÖ/10,45). Asare startet in der Südstadt außerdem noch über 200 Meter und im Weitsprung. Amira Simon vom LT Salzburg kam im Hochsprung auf Platz sechs (1,52 m).

Im Diskus hielt Lukas Stiper als Sechster gut mit. Eine Klasse für sich war in seinem "Wohnzimmer" Südstadt aber Lukas Weißhaidinger. Der Innviertler krönte eine starke Serie mit 64,81 m. "Das hat mich selbst überrascht, es war einer der besten Wettkämpfe heuer, auch von der Herangehensweise. Da bin ich sehr stolz drauf", sagte der WM-Dritte.

Siebenkampf-Bronzemedaillengewinnerin Verena Preiner holte sich den Kugeltitel mit persönlicher Bestleistung von 15,07 m vor Mehrkampfkollegin Ivona Dadic (14,28 m). Die 25-jährige Preiner wurde zudem über 100 m Hürden Dritte.

Favoritensiege gab es über 100 m durch Alexandra Toth in 11,53 Sekunden und Markus Fuchs in 10,45, sowie über 800 m durch Andreas Vojta in 1:52,43 Minuten, es war sein 35. Titel. Bei den Männern gingen weitere Meistertitel u.a. an Philipp Kronsteiner im Dreisprung (16,37 m), Andreas Steinmetz im Hochsprung (2,17) und Markus Kornfeld über 400 m (48,73 Sek.) sowie bei den Frauen an Susanne Walli über 400 m (54,37 Sek.).


Ergebnisse

Frauen: Diskus: Djeneba Touré (St) 52,70 m; 6. Johanna Höcketstaller (LT Salzburg) 39,95 m
Stabhoch: Agnes Hodi (NÖ) 3,80 m; 7. Shanna Tureczek (USLA) 3,00.
100 m Hürden: Beate Schrott (NÖ) 13,27 Sek.
100 m: Alexandra Toth (St) 11,53 Sek.

Dreisprung: Michaela Egger (USLA) 12,46 m

Kugel: Verena Preiner (OÖ) 15,07 m

Hoch: Ekaterina Krasovkskiy (W) 1,77 m; 6. Amira Simon (LT Salzburg) 1,58 m
800 m: Carina Schrempf (NÖ) 2:13,43 Min.

400 m: Susanne Walli (OÖ) 54,37 m.

5000 m: Julia Hauser (NÖ) 16:16,67 Min.

Männer:

Dreisprung: 1. Philipp Kronsteiner (OÖ) 16,37 m, außer Wertung: Christian Taylor (USA) 17,13 m.
110 m Hürden: Lorenz Ursprunger (NÖ) 14,38 Sek.

100 m: Markus Fuchs (NÖ) 10,45 Sek.; 6. Isaac Asare (USLA) 10,69; out im Vorlauf: 10. Paul Klampfer 10,84; 14. Jakob Hinterholzer (LT Salzburg) 10,96.
800 m: Andreas Vojta (W) 1:52,43 Min.

Diskus: Lukas Weißhaidinger (OÖ) 64,81 m; 6. Lukas Stiper 46,28 m, 10. Ahamad Khatab (beide USLA) 42,77 m

400 m: Markus Kornfeld (W) 48,73 Sek.

5000 m: Peter Herzog (USLA) 13:54,25 Min.


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