Mixed

Mit einer Gala ins Viertelfinale

Dominic Thiem setzt seinen Erfolgslauf bei den French Open mit einem beeindruckenden Viersatzsieg über Kei Nishikori fort. Am Dienstag steigt der Schlager gegen Alexander Zverev.

Dominic Thiem durfte über seinen Achtelfinalsieg gegen Kei Nishikori jubeln. SN/afp
Dominic Thiem durfte über seinen Achtelfinalsieg gegen Kei Nishikori jubeln.

Österreichs Tennisstar Dominic Thiem ist noch zwei Siege von seinem anvisierten Ziel, dem Endspiel in Roland Garros, entfernt. Mit einer über weite Strecken sensationellen Leistung besiegte der 24-Jährige im Achtelfinale den Japaner Kei Nishikori 6:2, 6:0, 5:7, 6:4. Nun steigt am Dienstag das allseits erwartete Duell mit dem Deutschen Alexander Zverev um den Einzug ins Halbfinale, in dem er sogar als leichter Favorit gilt.

Es war am Sonntag Thiems erster Auftritt in der größten Sandplatzarena der Welt, wenn sein Gegner nicht Rafael Nadal geheißen hat. Und was der Niederösterreicher zwei Sätze lang bot, das war man bisher nur vom spanischen Superstar gewohnt. Vier Punkte gab er in den ersten 56 Minuten bei eigenem Aufschlag ab, 19 Winner standen sechs Eigenfehler gegenüber. Der zweifache Paris-Halbfinalist schoss Nishikori förmlich vom Platz. "Ich habe ihm keine Luft zum Atmen gelassen, die perfekte Mischung aus solidem und aggressivem Spiel gefunden. Das war ein schöner Zehner", beurteilte Thiem seine Leistung auf einer Skala bis zehn. Besser ging es tatsächlich kaum.

Bis zum 5:6 im dritten Satz hatte der Weltranglistenachte weiter keinen Breakball abzuwehren. Dann stand es nach einem Game mit drei Vorhandschüssen, die nicht ihr Ziel fanden, plötzlich 5:7. Die erste Schwächephase brachte Nishikori zurück ins Spiel. "Vielleicht ist es vorher auch zu einfach gelaufen. Aber ein schlechtes Game und plötzlich war es eine 50:50-Partie. Wobei ich den Vorteil von zwei schnell gewonnenen Sätzen hatte", sagte Thiem. Es blieb umkämpft, Thiem nützte die veränderten Bedingungen. "Es war heißer und schneller, der Ball ist höher gesprungen. Das waren meine Bedingungen", resümierte er im Vergleich zu den ersten drei Runden.

Die Atmosphäre wurde aufgeheizter. Nishikori steigerte sich, wehrte sich nach Kräften und hatte die Zuschauer, die einen fünften Satz sehen wollten, auf seiner Seite. Als der Österreicher seinem Gegner den Aufschlag zum 4:3 abnahm, hielt es selbst den sonst stets stoischen Trainer Günter Bresnik nicht mehr auf seinem Sessel. Die Vorentscheidung war gefallen. "Aber als ich bei 5:4 auf das Match serviert habe, war ich nervös. Bis dahin habe ich es genossen, in diesem großartigen Stadion einmal nicht gegen Nadal zu spielen. Dann war ich aber nicht mehr ganz locker", gestand Thiem.

Beim ersten Matchball drosch er eine Vorhand-Auflage noch ins Out, beim zweiten half Nishikori bei einer Rallye mit einem Eigenfehler mit. Nach 2:28 streckte Thiem die Hände gen den Pariser Himmel. Zu bekritteln hatte er dementsprechend wenig: "Ich bin mit allen Aspekten meines Spiels zufrieden. Ich fühle mich körperlich sehr gut, habe Selbstvertrauen, habe diesmal sehr gut serviert (neun Asse) und war mit der Vorhand und Rückhand solide." Angesprochen, welchen Schlag er als seine größte Stärke sieht, sagte Thiem etwas ironisch: "Die Vorhand gewinnt mir Matches, die Rückhand schaut nur gut aus."

Nun soll am Dienstag das dritte paris-Halbfinale en suite folgen. Gegner dort ist Alexander Zverev, die Nummer drei der Welt. Der 21-Jährige wurde seinem Ruf als Marathonmann von Paris einmal mehr gerecht. Wie in den zwei Runden zuvor, als er sogar einen Matchball abwehren musste, ging der Deutsche auch gegen den Russen Karen Chatschanow wieder über die volle Distanz und holte wieder einen 1:2-Satzrückstand auf.

Freilich war das Fußball-Länderspiel Österreich - Deutschland (2:1) ein Thema. "Ein Sieg gegen Deutschland tut der Fan-Seele gut, besonders im Fußball. Ich hoffe, dass es am Dienstag in Paris eine Fortsetzung gibt", sagte Thiem lachend. "Das hoffe und erwarte ich nicht", sagte Zverev.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.10.2018 um 10:52 auf https://www.sn.at/sport/mixed/mit-einer-gala-ins-viertelfinale-28749505

Schlagzeilen