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Moto GP: Trotz entfesseltem Márquez: Spielberg bleibt Ducati-Land

Auch der dritte Große Preis von Österreich in der MotoGP auf dem Red Bull Ring entwickelte sich zum Nervenkitzel und mit Jorge Lorenzo setzte sich zum dritten Mal ein Ducati-Fahrer durch.

Die beiden Spanier Jorge Lorenzo (l.) und Marc Márquez schenkten einander nichts, blieben aber immer fair. Am Ende lachte Lorenzo. SN/gepa pictures
Die beiden Spanier Jorge Lorenzo (l.) und Marc Márquez schenkten einander nichts, blieben aber immer fair. Am Ende lachte Lorenzo.

Vorschusslorbeeren hatte das Gastspiel der MotoGP in Österreich genügend eingeheimst und nichts davon war übertrieben. Nach einem Duell der Extraklasse mit Weltmeister Marc Márquez siegte am Sonntag im dritten Großen Preis in der Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Red Bull Ring mit Jorge Lorenzo zum dritten Mal ein Fahrer des italienischen Ducati-Teams.

Vor randvollen farbenprächtigen Tribünen war es zu Beginn des Rennens, als Vorjahressieger Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow bei der Musik dabei waren, ein Vierkampf, dann ein Dreikampf, in dem Dovizioso bis zum einen Fehler mit den späteren Duellanten auf Augenhöhe fuhr. Im Finale brannte ein Duo ein Feuerwerk an Können und Leidenschaft ab - kann Motorsport mitreißender sein?

Lorenzo und Márquez, die beiden Spanier, die im kommenden Jahr Teamkollegen bei Honda sind, klopften sich nach allen Regeln der Kunst ab. Der hohen Kunst nämlich, denn jeder Angriff, jeder Positionswechsel rollte fair ab. Im Vorjahr hatte Márquez in der letzten Kurve eine Brutal-Attacke gegen Dovizioso geritten. Heuer verzichtete er auf so eine Einlage.

Ob Márquez im Hinblick auf die Weltmeisterschaft das große Risiko einer Schlussoffensive ausließ oder ob er einfach keine Chance mehr sah, wird nur er wissen. Was die WM betrifft, verließ der Honda-Star jedenfalls als großer Sieger Spielberg. Da Italiens Idol Valentino Rossi im Qualifying Pech hatte und sich nach dem enttäuschenden 14. Startplatz nur bis zu Rang sechs nach vor kämpfen konnte, vergrößerte sich der Abstand der beiden Dauerrivalen um weitere zehn Punkte auf 59 Zähler.

"Das war einer meiner besten Siege in der MotoGP", sagte der dreifache MotoGP-Weltmeister Lorenzo, der nach seinem Wechsel von Yamaha zu Ducati über ein Jahr gebraucht hat, um zur alten Form zu finden. "Marc wollte immer von vorn wegfahren, also musste ich attackieren, aber gleichzeitig meine Reifen schonen. In der letzten Runde habe ich alles riskiert und ihn auf der Außenbahn überholt."

Euphorischer als beim Sieger fiel die Reaktion von Márquez aus: "Ich habe alles gegeben, ich bin glücklich und in der Weltmeisterschaft kamen zehn Punkte plus dazu. Ich habe alles unternommen, um meine Position zu verteidigen. Aber er ist an mir vorbeigekommen. Ich habe alles versucht und wir haben eine gute Show geliefert." Damit hat der akrobatischste Fahrer im Feld seinen ersehnten Spielberg-Sieg. Beim Ducati-Doppelsieg von Andrea Iannone vor Dovizioso vor zwei Jahren war er wegen einer Handverletzung nicht fit.

Bei KTM lieferte sich Bradley Smith, der einzige KTM-Starter, zu Beginn einen Zweikampf mit Rossi und kam auf Platz 14.

Aufgerufen am 20.10.2018 um 04:51 auf https://www.sn.at/sport/mixed/moto-gp-trotz-entfesseltem-marquez-spielberg-bleibt-ducati-land-38705941

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