Mixed

Motorsport: Langstrecken-WM lockt nun auch BMW

Nach Porsche und Audi könnten die Münchner der dritte deutsche Premiumhersteller im World Endurance Championship sein und nach Le Mans zurückkehren, wo sie 1999 den einzigen Sieg feierten

"Ich hab nur meine alten Freunde besucht, die mit mir bei BMW und früher Toyota zusammenarbeiteten", versuchte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt zu erklären, als er Samstag durch das Fahrerlager auf dem Nürburgring spazierte - und sich lange bei seinen Ex-Kollegen, den jetzigen Porsche-Teamführern Fritz Enzinger und Andreas Seidl, sowie bei Toyota aufhielt.

Doch seit Kurzem, als sich BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich bezüglich eines Einstiegs in die Langstrecken-WM (WEC) positiv äußerte, ist diese ein Thema - und der Besuch Marquardts in der Eifel nicht nur Freunden geschuldet.

Den SN erklärte Marquardt: "Wir haben im Moment kein Auto, das ins WEC-Reglement passt." Und in Zukunft? "Da ist das nicht mehr ausgeschlossen."

"Beim Word Endurance Championship handelt es sich um ein interessantes Format", hatte Fröhlich der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt, "In der nächsten Schleife des Bewertungsprozesses der Motorsport-Strategie wird das sicher eine Rolle spielen."

Demnach könnte der Einstieg und damit das Le-Mans-Comeback der Bayern 2018 stattfinden. Die Frage ist dabei, ob BMW mit einem GT-Wagen oder mit einem Hybrid-Prototypen antreten wird.

Bei den technisch höchst aufwendigen Prototypen hieße die Konkurrenz wohl auch 2018 noch Audi, Porsche und Toyota; in der GT-Klasse sind derzeit Aston Martin, Ferrari, Chevrolet, Porsche und Ford engagiert. Ford kehrte erst heuer werkseitig auf die Langstrecke (WM und US-IMSA-Serie) zurück, gewann kürzlich die GTE-Klasse in Le Mans und bestätigte die Teilnahme darauf bis 2019.

Die österreichischen Chefs der deutschen WEC-Protagonisten würden eine Rückkehr von BMW - der einzige Le-Mans-Gesamtsieg datiert aus 1999 und wurde mit dem Freilassinger Schnitzer-Team erzielt - begrüßen.

Dadurch würde die WM mehr "Aufmerksamkeit" und "Attraktivität" erhalten, sagte der Steirer Fritz Enzinger, Porsches Projektleiter, der lange für BMW Motorsport in Formel 1 und DTM arbeitete. Er hält die Entwicklung für einen "logischen Schritt", denn für Hersteller werde es immer wichtiger, Technik im Motorsport zu erproben. Ähnlich äußerte sich der Wiener Wolfgang Ullrich, Motorsport-Chef von Audi: "Für das WEC wäre das eine sehr gute Entwicklung. BMW müsste aber nachdenken, wofür man sich entscheidet." Nachsatz von Ullrich: "Bei uns war es immer so, dass wir den Gesamt- und nicht einen Klassensieg vor Augen hatten."

Audi auf dem Nürburgring aus der "Pole"

Auf auftrocknender Piste brachte die Qualifikation für das Sechsstundenrennen auf dem Nürburgring (Start Sonntag 13 MESZ/live ORF Sport+) einen Doppelerfolg für Audi vor den beiden Porsche und den beiden Toyota. Vom siebenten Startplatz beginnt der Salzburger Dominik Kraihamer (Rebellion) als Schnellster der privaten LMP1-Fahrer. In den GT-Klassen kamen Richard Lietz (Porsche) und Mathias Lauda (Aston Martin) mit ihren Teamkollegen auf die Plätze sechs bzw. neun.

Aufgerufen am 19.09.2018 um 03:57 auf https://www.sn.at/sport/mixed/motorsport-langstrecken-wm-lockt-nun-auch-bmw-1230028

Schlagzeilen