Mixed

ÖLV mit größtem Team seit 32 Jahren zu einer EM

Mit einem 16 Athleten starken Aufgebot wird der Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) die Europameisterschaften ab Montag in Berlin in Angriff nehmen. Nach dem Bronzemedaillengewinn von Siebenkämpferin Ivona Dadic vor zwei Jahren hofft man erneut auf Edelmetall. Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger am 7./8. August und abermals Dadic am 9./10. sind die aussichtsreichsten Anwärter.

Ivona Dadic peilt eine Medaille an SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Ivona Dadic peilt eine Medaille an

Verbände von 51 Nationen meldeten 1.573 Athleten, davon 829 Männer und 744 Frauen, der ÖLV stellt sein größtes Aufgebot seit Stuttgart 1986 (17) und damit 32 Jahren. Die Berlin-EM ist Teil der Multisport-Europameisterschaften, die während der kommenden eineinhalb Wochen in Glasgow Medaillenentscheidungen in sechs weiteren olympischen Sommersportarten bringen.

Montag finden in Berlin nur Vorkämpfe statt - über die 100 m sind die Österreicher Alexandra Toth und Markus Fuchs mit dabei - inklusive der Marathon-Staffeln fallen an den weiteren sechs Tagen 50 Entscheidungen. Mehr als 250.000 Tickets wurden für die Bewerbe im Olympiastadion bereits verkauft, das Ziel sind jeweils 50.000 bei den Abendveranstaltungen.

"Wir sind sehr stolz und haben eine große Freude, dass wir so ein großes Team sind und es auch ein qualitativ gutes Team ist. Wir hatten heuer auch im Nachwuchsbereich Rekordentsendungen. Unser gesamter A-Kader hat sich für Berlin qualifiziert, das zeigt, dass alle fit sind", sagte ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien, auf der zehn Athleten anwesend waren. Fünf konnten aus Trainingsgründen nicht teilnehmen. So ist ein Teil des Marathonteams noch auf der Höhe in St. Moritz, beruflich unabkömmlich war Disziplinkollege Peter Herzog, der als Trainer mit der Biathlon-Mannschaft in Ruhpolding ist.

Er wolle keinen Druck auf die Athleten legen, meinte Högler, aber es stimme, dass man zwei realistische Medaillenchancen habe. "Lukas ist Nummer drei der europäischen Saisonbestenliste, Ivona vier und Verena fünf", sprach Högler die Topathleten laut Papierform an. Siebenkämpferin Verena Preiner hatte auch bereits vor zwei Jahren als Siebente in Amsterdam aufgezeigt. "Hinzu kommt Sarah Lagger als Elfte der Siebenkampf-Liste, wir haben im Mehrkampf also eine ganz starke Truppe, ich glaube, dass sie gemeinsam schön angreifen können." Von den anderen Athleten wünscht er sich, dass sie alle ihr Bestleistungsniveau abliefern können.

Dadic hat nach der Amsterdam-Medaille vor zwei Jahren noch zweimal in der Halle im Fünfkampf zugeschlagen, sie gewann im März 2017 Hallen-EM-Silber in Belgrad und heuer Hallen-WM-Silber in Birmingham. "In der Halle habe ich zweimal gut meine Leistungen abrufen können und Silber gewonnen, draußen ist der optimale Wettkampf noch nicht passiert. Sie waren gut, aber nicht sehr gut. Ich hoffe, dass das bald einmal passieren wird." Sie glaubt, dass man in Berlin für eine Medaille 6.500 bis 6.600 Punkte benötigen wird. "Ich traue mich auch zu sagen, dass ich das kann", sagte die ÖLV-Rekordlerin (6.417 Punkte).

Auch bei Weißhaidinger warnt Högler davor, dass man glauben sollte, es handle sich um "eine g'mahte Wiese", muss sich der Diskuswerfer doch in einem Feld mit Olympiasiegern und Weltmeistern messen. Der Oberösterreicher gibt übrigens sein EM-Debüt, vor zwei Jahren fehlte er wegen einer Fußverletzung. "Das war das Schlimmste, auf der Couch mit gebrochenem Fuß zuschauen zu müssen. Ich bin froh, dass ich verletzungsfrei bin und EM-Luft schnappen kann." Er wolle einen guten Wettkampf abliefern und es spreche nichts dagegen.

Bereits eine Runde weiter ist Stephanie Bendrat. Die Hürdensprinterin ist mit ihren 12,94 Sekunden Elfte der Saisonbestenliste und als eine der Top 12 fix für das Semifinale qualifiziert. Routinier Beate Schrott ist im Vorlauf mit dabei. Bei Europameisterschaften auf neuem Terrain unterwegs sind über 5.000 m Andreas Vojta (vormals 1.500) und im Marathon Christian Steinhammer (vormals 3.000 m Hindernis).

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