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ÖPC-Sportler sollen Einsparungen von Rio nicht spüren

Die Sportler der 15. Paralympischen Sommerspiele ab 7. September in Rio sollen nicht die Leidtragenden der Finanzprobleme Brasiliens sein. Die Organisatoren sind zu Einsparungen gezwungen, die 165 Teilnehmer-Länder müssen höhere Kosten und Einschränkungen hinnehmen. Die österreichischen Aktiven in Rio würden dadurch aber nicht beeinträchtigt sein, versicherte Maria Rauch-Kallat.

ÖPC-Sportler sollen Einsparungen von Rio nicht spüren SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Kleine Auswahl der ÖPC-Teilnehmer.

Die Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Komitees (ÖPC), äußerte sich am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Wien auch zum Ausschluss Russlands aus dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC), wodurch russischen Athleten ein Antreten in Rio verwehrt wird. Diese Entscheidung sei eine logische Konsequenz des "offensichtlich gelenkten Staatsdopings", sagte die frühere Ministerin.

"Wir hoffen sehr, dass das zu einem Umdenken in Russland führen wird und die Sportler vor Staatsdoping geschützt werden", betonte Rauch-Kallat. Der Beschluss betreffend Russland war vom zwölfköpfigen Exekutivkomitee des IPC, dem auch sechs Athletenvertreten angehören, einstimmig gefasst und zu Wochenbeginn vom Obersten Sportgericht bestätigt worden.

ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber erklärte auf APA-Anfrage, dass österreichische Aktive auf frei gewordene Quotenplätze nachrücken könnten. Eine Entscheidung sollte noch am Mittwoch fallen. Am Abend war in Wien die Verabschiedung des Teams angesetzt, das derzeit 26 Athletinnen und Athleten umfasst. Diese treten in neun der 22 Sportarten an.

In London 2012 hatte das ÖPC-Aufgebot 13 Medaillen (4-3-6) geholt. Walter Pfaller, der Chef de Mission des ÖPC, sieht das Team auch für Rio sehr gut aufgestellt. "Es ist ein sehr guter Mix aus erfahrenen und jungen Athleten. Alle Medaillengewinner von London sind wieder dabei und wir hoffen, dass manche, die vierte Plätze erreicht haben, jetzt um die Medaillen mitmischen."

In der Leichtathletik, im Kanu, im Radsport (Handbike), Dressurreiten, Schwimmen und Tischtennis rechnen sich ÖPC-Aktive Chancen auf Medaillen aus. Diese würden vom ÖPC mit 8.000 Euro für Gold, 6.000 für Silber und 4.000 für Bronze honoriert.

Rauch-Kallat hob hervor, dass 15 Sportler des Rio-Teams von der Finanzierung aus dem Projekt Rio profitiert hätten. Zudem werde es künftig im Heeressportzentrum (HSZ) dank der Zusage von Minister Hans Peter Doskozil fünf Plätze für Sportler mit körperlicher Beeinträchtigung geben. Die Einschränkungen aufgrund der Krise in Brasilien sieht Rauch-Kallat indes nicht nur negativ. "Es gibt dadurch eine Redimensionierung und das kann vielleicht gar nicht schaden."

Wer die rot-weiß-rote Fahne bei der Eröffnungsfeier ins Stadion tragen wird, soll erst in Rio bekanntgegeben werden. Kandidaten gibt es angesichts der Vielzahl früherer Medaillengewinner mehrere.

Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler bestreitet schon seine fünften Paralympics. Sein Marathon-Weltrekord von Peking 2008 hat noch immer Bestand, aber der Salzburger musste sich seither auf kürzere Distanzen umstellen. Die Herausforderung nahm er an und holte in London Bronze über 400 m. "Da ist man kein Vorbild, wenn man aufhört, wenn es schwierig wird", erklärte der 40-Jährige am Mittwoch in Wien. In Rio tritt er über 400 und 1.500 m an.

Pepo Puch, der vor vier Jahren in der Dressur Gold und Bronze geholt hatte, beschrieb die ständige Weiterentwicklung im Bereich der Sportler mit Beeinträchtigung. "Mit meiner Leistung von London würde ich jetzt keinen Blumentopf mehr gewinnen. Wir sind besser geworden", betonte der Steirer, der 2008 bei einem Reitunfall eine inkomplette Querschnittlähmung erlitten hatte.

Schwimmer Andreas Onea war in London Paralympics-Vierter und seither bei Weltmeisterschaften zweimal auf dem Podest. In Rio will der 24-jährige Niederösterreicher, dem 1998 nach einem Autounfall der linke Arm amputiert werden musste, in vier Bewerben antreten. Die Ziele hat er sich hoch gesteckt. "Ich hoffe, dass ich in drei Finali komme und Bestzeiten schwimmen kann."

Quelle: APA

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