Österreich-Rundfahrt

Rundfahrt-Prolog: Brändle verpasst Sieg um eine Sekunde

Über diesen zweiten Platz hat sich Matthias Brändle überhaupt nicht gefreut. Der Staatsmeister im Einzelzeitfahren verpasste am Samstag im Prolog der Österreich-Radrundfahrt den angepeilten Sieg um eine Sekunde. Der Deutsche Jannik Steimle setzte sich in der kurzen 2,5-km-Prüfung gegen die Uhr in Wels knapp durch und eroberte für das Team Vorarlberg das erste Rote Trikot der 71. Auflage.

"Ich wollte unbedingt gewinnen, habe auch einen guten Tag erwischt, aber Jannik ist gut gefahren und war schneller", sagte Brändle. Er habe gewusst, dass die Strecke für ihn als Zeitfahrspezialist zu kurz und günstig für Sprinter sei, erklärte der Profi des Teams Israel Cycling Academy. "Jannik ist ein Sprinter und ich habe zwei Kurven etwas vermasselt und auf der Gegengeraden hat der Wind aufgefrischt und ich bin blau gegangen. Aber die Rundfahrt ist noch nicht vorbei, vielleicht kann ich die Sekunde zurückholen."

Doch Steimle setzte darauf, die Gesamtführung dank seiner Sprint-Qualitäten auch auf der hügeligen 1. Etappe am Sonntag von Grieskirchen nach Freistadt (138 km/2.147 Höhenmeter) zu behalten. Der 23-Jährige hat heuer schon die Oberösterreich-Rundfahrt gewonnen und bestätigte bei der höherwertigen Österreich-Tour seine Klasse. "Ich habe gewusst, dass ich gut drauf bin. Ich bin jede Kurve mit vollen Risiko gefahren und habe gehofft, dass die Power reicht."

Nach der Zielkurve rutsche Steimle noch aus dem Pedal, doch Brändle kam als letzter Fahrer nicht an seine Zeit heran. "Ich habe gezittert, ob es reicht, jetzt bin ich super happy", freute sich der an der Schwäbischen Alb geborene Profi, der seine Karriere 2016 beim Welser Team begonnen hatte.

Der 28-jährige Hohenemser Brändle ist Teamkollege des Vorjahres-Gesamtsieger Ben Hermans, der als 42. zehn Sekunden einbüßte. Die weiteren Anwärter auf den Gesamtsieg lagen auch in diesem Bereich. Der Kolumbianer Carlos Betancur, Ex-Fünfter des Giro d'Italia, unterstrich seine Ambitionen als 20. mit nur acht Sekunden Rückstand. Die gleiche Zeit verzeichneten auch sein Movistar-Teamkollege und Landsmann Winner Anacona (25.), der Schweizer Patrick Schelling (Team Vorarlberg/22.) und Lokalmatador Riccardo Zoidl (26.).

Der Oberösterreicher, Gesamtsieger von 2013, war mit dem Auftakt zufrieden. "Eigentlich liegt mir ein Prolog nicht, aber das stimmt mich positiv", meinte der 31-Jährige aus dem WorldTour-Team CCC zu seiner Vorstellung. Er habe in einer Kurve einige Sekunden liegengelassen. "Das ärgert mich, aber die Beine waren gut." Zoidl, der zuletzt in zwei Rennen durch gesundheitliche Probleme gebremst worden war, fühlt sich bereit für die Jagd nach einem weiteren Gesamtsieg. "Im Vorfeld war nicht alles perfekt, aber ich komme rechtzeitig in Form."

Quelle: APA

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