Mixed

OeSV-Team bricht ins Olympiarevier Enoshima 2020 auf

Mit zwei bei den Weltmeisterschaften in Aarhus gesicherten Quotenplätzen wird der Österreichische Segelverband Sonntag nach Tokio reisen, um im Olympiarevier von 2020 ein Trainingslager zu absolvieren. Wie viele Aufenthalte es 2019 in Enoshima geben wird, hängt von der Olympiaförderung ab. Verbandspräsident Herbert Houf sprach diesbezüglich von "bedenklichen Wahrnehmungen", die ihn "erreichen".

Verbandsspitze und Athleten vor der Presse SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Verbandsspitze und Athleten vor der Presse

Ziel müsse es sein, im Olympiarevier "mit verbundenen Augen und schnellstmöglich von A nach B segeln" zu können, schilderte Steuermann Thomas Zajac die Notwendigkeit zahlreicher und intensiver Trainings. Vor Rio de Janeiro machte sich das bezahlt. Gemeinsam mit Vorschoterin Tanja Frank gewann er die olympische Bronzemedaille im Nacra 17. In Aarhus wurde Zajac mit seiner neuen Bootspartnerin Barbara Matz Gesamtneunter und löste das Nationenticket für die Sommerspiele ebenso wie Frank als Steuerfrau im 49erFX mit Lorena Abicht, die sensationell Silber eroberten.

Sportdirektor Georg Fundak erklärte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien, dass man für 2019 mit Berücksichtigung auf die Regenzeit Trainingsaufenthalte im Mai, Juli/August und - sollte es die finanzielle Situation zulassen - Ende September/Anfang Oktober plane. "Die Olympiaförderung ist für uns essenziell. Wir haben sie heuer bekommen und arbeiten können. Das Fördersystem wird aber umgestellt, wir hoffen sehr, dass wir nicht mit Kürzungen konfrontiert werden. Das wäre ein schwerer Rückschlag", sagte Houf.

Zwölf Segler und zehn Betreuer bereiten sich auf die Abreise nach Japan vor, zwei Container sind für den fünfeinhalbwöchigen Aufenthalt schon vor Ort. "So vollgepackt, dass kein weiterer Segelsack mehr reinpasst", beteuerte Fundak. Das Ziel des OeSV ist es, auch bei den 49ern (Benjamin Bildstein/David Hussl) und 470ern (David Bargehr/Lukas Mähr) noch Nationentickets zu holen. Schon in Tokio sollen ein paar Änderungen vorgenommen werden. Vier Quotenplätze gibt es noch bei den Weltmeisterschaften 2019, einen bei der EM.

Der Segelverband hat derzeit einige wissenschaftliche Projekte laufen, so in der Meteorologie, im Foiling (Nacra 17) und die Segel-Mast-Auswahl (49er) betreffend. Am Stützpunkt am Neusiedler See will man das Seglerheim erneuern, damit die Sportler dort "ein Zuhause" haben, erklärte Houf. Denn man müsse die Zeit auf dem Wasser verlängern. Und weil das im Winter nur im Ausland geht, werden mobile Lösungen und Trainingspartnerschaften forciert. Ein weiteres Anliegen ist dem OeSV die Karriere danach. Das Know-how der ehemaligen Segler wie Matthias Schmid, der nun Head of Sports ist, soll im Verband gehalten werden und auch dem Nachwuchs zugutekommen.

Vom Medaillengewinn der erst seit 22 Monaten zusammen segelnden Frank und Abicht wurde auch Fundak überrascht. "Das habe ich ihnen nicht zugetraut, aber die Chance auf die Top Ten habe ich gesehen." Er war aber der Meinung, dass "Gold verschenkt" wurde. Eine Kenterung kurz vor der letzten Wende spülte die Niederländerinnen Annemiek Bekkering/Annette Duetz noch nach vorne. "Das Ziel war das Nationenticket, Silber ist die Riesendraufgabe. Es ist ein gewonnenes Silber", beharrte Frank. Es glänzt für sie besonders. "Ich wollte mir auch selbst ein bisschen beweisen, dass ich als Steuerfrau in der Weltspitze mitsegeln kann."

Quelle: APA

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