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ÖVV-Herren fiebern nach EM-Quali Auslosung entgegen

Die erfolgreiche EM-Qualifikation von Österreichs Volleyball-Nationalteam fand bei den Landsleuten Beachtung und Anerkennung. Vom Bundespräsident Alexander van der Bellen bis zu Soldaten vom Golan kamen Glückwünsche für die erstmals aus eigener Kraft erreichte Teilnahme am Kontinentalturnier. Nun fiebert Teamchef Michael Warm und Co. der Auslosung am Mittwoch (18.30 Uhr) in Brüssel entgegen.

Nun regiert die Vorfreude auf die Kontinentalmeisterschaft SN/APA/ELMAR GUBISCH
Nun regiert die Vorfreude auf die Kontinentalmeisterschaft

Es werden aus den 24 Teilnehmerteams vier Sechser-Gruppen gebildet, je eine davon wird in den Ausrichterländern Belgien, Frankreich, Niederlande und Slowenien spielen. "Die Veranstalter wie auch Russland und Deutschland als Erster und Zweiter der vergangenen EM werden auseinandergesetzt", erklärte ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath am Donnerstagnachmittag bei einer Pressekonferenz im Haus des Sports in Wien.

Dahinter erfolgt die Setzung gemäß dem Ranking des Europa-Verbandes (CEV). Rath realistisch: "Da werden wir eine der letzten Nationen sein." Demnach darf man sich auf den letzten Topf und demnach auf einige Kaliber in der Gruppe einstellen. "Es sind ein paar Kracher dabei, die wir ärgern wollen", erklärte Warm. Nur einfach zur EM fahren wolle man nicht. Fünf Spiele sind garantiert. Die Top vier kommen in die zweite Gruppenphase, mit weiteren drei Partien.

Für Warm ist die Qualifikation einer der größten Erfolge seiner Trainerkarriere, seit 30. April 2010 fungiert er als ÖVV-Teamchef. "Der Verband hat es sehr früh geschafft, dass es für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden ist. Da muss ich Peter Kleinmann danken", bezog sich der 50-Jährige auf den langjährigen ÖVV-Präsidenten. "Für mich als Deutschen war das eine neue Situation, sie ist mir aber ans Herz gewachsen. Ich bin da emotional tief drinnen."

Er habe mit jeder Faser seines Körpers mitgelebt, aber auch seine Spieler seien seit der am Stephanitag erfolgten Teamzusammenkunft voll fokussiert gewesen. Warm: "So gut habe ich sie noch nie erlebt gehabt. Das waren unglaubliche, coole zwei Wochen. Beide Spiele waren am Maximum." Damit meinte er das Heim-3:0 am Samstag in Graz gegen Albanien sowie den 3:1-Erfolg am Mittwoch in Zagreb vor rund 50 mitgereisten Fans gegen Kroatien.

Philip Schneider war Teil der erfolgreichen Mannschaft. In seinem letzten Karriere-Match hat der Vorarlberger nach dem frühen verletzungsbedingten Out von Kapitän Peter Wohlfahrtstätter Routine und Qualität in die Mannschaft gebracht. "Der Plan war eigentlich, dass ich nicht spiele", erinnerte der eigentlich im Mai zurückgetretene Schneider daran, dass er aufgrund der Verletztenmisere nur Joker war. "Jetzt bin ich unglaublich stolz, auf das, was wir erreicht haben."

Der 37-Jährige hatte sein erstes Länderspiel 2001 bestritten und war bei der Heim-EM 2011 der einzige Legionär im ÖVV-Kader. Jetzt sind es mehr als ein Dutzend. "Bei mir sind es jetzt ein bisschen gemischte Gefühle", musste Schneider zugeben, da der lang ersehnte Erfolg geschafft ist, er aber nicht mehr mit dem Nationalteam zu einem großen Turnier ins Ausland fahren wird. Denn Warm kann mittlerweile aus einer großen Fülle und Dichte an guten Spielern wählen.

"Es gibt 12, 14, 16 Spieler, die unbedingt auf dem Feld stehen wollen", sah auch ÖVV-Präsident Gernot Leitner den Konkurrenzkampf im EM-Vorfeld schon entbrannt. Warm räumte ein, dass er die Spieler nun verstärkt bei den Vereinen beobachten werde, um die EM-Kandidaten zu sichten und finden. Nicht zu vergessen, dass die Stützen Alexander Berger und Paul Buchegger, aber auch Thomas Tröthann und Niklas Kronthaler wieder aus dem Verletztenstatus rücken werden.

Der ÖVV-Kader tritt im Frühjahr nach der Club-Saison wieder zusammen, bestreitet die Silver European League. "Dann gibt es eine kurze Pause und anschließend sechs, sieben Wochen der Vorbereitung", blickte Warm auf den EM-Sommer voraus. Auch einige Test-Länderspiele werden stattfinden. Die auf Basis eines einst vom ÖVV eingebrachten Antrags erstmals mit 24 Teams gespielte EM startet am 12. September, die Finalspiele sind für das Wochenende 28./29. September angesetzt.

Quelle: APA

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