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Paralympics: Bitteres Ende für Thomas Geierspichler

Ein viraler Infekt beendete Thomas Geierspichlers letzte Paralympics.

Ein knapp verpasster Finaleinzug über 400 Meter, Platz neun in Rio den Janeiro, bleibt das letzte Rennen bei seinen fünften und letzten Paralympischen Spielen. Es passt so gar nicht zur Karriere von Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler. Neun Medaillen, zwei davon in Gold, hatte der Ausnahmeathlet im Zeichen der fünf Ringe bisher gewonnen. Ein viraler Infekt mit hohem Fieber nahm ihm nun die letzte Chance auf weiteres Edelmetall über 1500 Meter.

"Der 1500er wäre mein Rennen gewesen. Für mich selbst ist das am bittersten", zeigte sich der 40-jährige Anifer riesig enttäuscht. Wenngleich seine Erwartung, wie berichtet, wegen der "extremen Chancenungleichheit", nicht allzu groß war, hätte sich Geierspichler seinen Abschied von der großen Bühne natürlich anders vorgestellt. Aber die Gesundheit geht vor. "Nachdem ich über 39 Grad Fieber hatte, bekam ich ein Startverbot von den Ärzten. Es sollen keine Langzeitschäden an Herz und Herz-Kreislaufsystem riskiert werden", erklärt "Rolling Tom".

So groß die Vorfreude auf Brasilien war, so groß ist nun die Enttäuschung. "Im Nachhinein gesehen kann es sein, dass sich die Viren schon früher eingeschlichen haben. Vor dem Abflug nach Rio habe ich in Rif meinen zweitbesten Leistungstest aller Zeiten hingelegt. Bei den ersten beiden Rennen in Rio merkte ich, dass Sand im Getriebe ist. Ich konnte einfach nicht meine Rennen abspulen", erklärt Geierspichler, dem zudem ein Harninfekt zu schaffen macht.

"Ich war vom 400er-Rennen so kaputt, hatte keinen Appetit, keine Lust auf Papayas, ich war richtig schlapp. Ich dachte, es liegt an der großen Hitze. Nach dem Frühstück habe ich mich noch für das Training tapen lassen, aber dann fing es schon an zu brennen im Intimbereich. Und jetzt noch das Fieber", sagt der Marathon-Weltrekordler.

Nun wird sich Geierspichler auskurieren, ehe es am Dienstag wieder Richtung Heimat geht. Seine Paralympische Karriere ist damit vorbei, der Sport wird aber weiter ein hohen Stellenwert im Leben des seit einem Autounfall 1994 querschnittgelähmten Salzburgers. Zuletzt versuchte er sich schon im Rollstuhltennis. "Ob ich das auch wettkampfmäßig betreiben werde, weiß ich noch nicht", sagt Geierspichler. Zudem wird er weiterhin bei seinen Motivationsvorträgen als Redner mit seiner Authentizität begeistern.

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