Mixed

Phil Taylor - die Darts-Legende steht im WM-Finale

Darts-Rekordweltmeister Phil Taylor ist nur noch einen Schritt von seinem 17. WM-Titel entfernt. Der 57-jährige Engländer schlug am Samstagabend den walisischen Überraschungsmann Jamie Lewis mit 6:1 und erreichte in London damit zum 21. Mal das Finale des wichtigsten Turniers der Welt. "The Power" war zum bisher letzten Mal 2013 Weltmeister.

Dem Rekordweltmeister fehlt noch ein Sieg zum 17. WM-Titel SN/APA (AFP/Archiv)/DALE DE LA REY
Dem Rekordweltmeister fehlt noch ein Sieg zum 17. WM-Titel

Am Neujahrstag (21.00 Uhr) kommt es zum großen Finale der Darts-WM 2018. Im Alexandra Palace in London kämpft Legende Phil Taylor zum Ende seiner Laufbahn um seinen 17. WM-Titel. Er bekommt es mit seinem englischen Landsmann Rob Cross zu tun.

Der erfolgreichste Spieler der Darts-Geschichte bezwang auf dem Weg ins Finale unter anderem den schottischen Weltranglistendritten Gary Anderson. Letztmals Weltmeister war Taylor im Jahr 2013.

Im Finale bekommt er nun noch einmal die Chance - das Traumfinale gegen Dauerrivale Michael van Gerwen fällt allerdings aus. Der niederländische Titelverteidiger musste sich nach einer dramatischen Partie mit 5:6 gegen Cross geschlagen geben und verpasst damit die Chance auf seinen dritten WM-Titel.

"Damit habe ich nicht gerechnet. Ich dachte nicht, dass ich diesen ganzen Weg schaffen würde", sagte Taylor nach seinem Sieg. Viele hatten ihm bei seiner letzten WM einen solchen Erfolg nicht mehr zugetraut. Den Mann aus Stoke-on-Trent trennt nun nur noch ein Schritt vom perfekten Abschied auf der Darts-Bühne. "Ich werde jetzt einfach relaxen und mich auf die nächste Aufgabe vorbereiten", sagte er. Taylor stabilisierte sich im Spiel, nachdem er den ersten Satz gegen den nicht halb so alten Lewis verloren hatte. "Ich bin heilfroh. Ich wusste am Anfang überhaupt nicht, was los ist", erklärte Taylor.

Das Darts-ABC zum großen Finale

Die Deutsche Presse-Agentur erklärt die Trend-Sportart:

A - wie Alexandra Palace: Name der Halle im Londoner Norden. Bis zu 3000 Zuschauer finden in dem Darts-Palast, der auch "Ally Pally" genannt wird, ihren Platz.

B - wie Bulls Eye: Der kleine rote Kreis in der Mitte der Scheibe. Trifft ein Spieler dieses Feld, bekommt er 50 Punkte. Umrahmt wird das Bulls Eye von Single Bull (grün, 25 Punkte).

C - wie Cross: Außenseiter Rob Cross zog mit einem 6:5-Sieg über Michael van Gerwen ins Finale ein und sorgte damit für eine echte Überraschung. Der 27-Jährige ist Newcomer und hat gleich die Chance auf den größten Titel im Darts-Sport.

D - wie Double out: Die Spieler können einen Satz oder ein Leg nur mit einem Treffer in ein Doppel-Feld beenden.

E - wie Exhibition: Ein Einlagematch, das neben der normalen Profitour absolviert wird. Vereine oder Kneipen können die Stars für eine Exhibition buchen.

F - wie Finish: Eine Restpunktzahl, die mit einer Aufnahme (drei Pfeile) ausgemacht werden kann. Das höchste Finish im Darts-Sport ist 170 (Triple-20, Triple-20, Bulls Eye).

G - wie Game on: Ausruf des Callers, um die Spieler für ein neues Leg an die Scheibe zu bitten.

H - wie High Finish: Darunter versteht man ein Finish über 100 Punkten, das mit maximal drei Darts ausgemacht werden kann.

I - wie International: Zwar wird der Sport von den Briten dominiert, doch mischen immer mehr andere Länder oben mit. Die Niederlande, Belgien, Österreich und Australien stellen Spieler in den Top 20.

J - wie Jahreswechsel: Das größte Event der Darts-Szene steigt traditionell um den Jahreswechsel. An Neujahr wird so auch schon der Weltmeister des neuen Jahres gekürt.

K - wie Kostümierung: Für die Fans im Alexandra Palace ist neben dem Konsum von Unmengen Bier vor allem eines üblich: die Verkleidung. Ex-Fußballer Steffen Freund präsentierte sich 2014 als Teletubby.

L - wie Leg: Die Bezeichnung für ein Spiel mit 501 Punkten. Wer die 501 zunächst auf null stellt, entscheidet das Leg für sich.

M - wie Max Hopp: Der 21 Jahre alte Idsteiner ist der beste deutsche Spieler. Diesmal verpasste er die Qualifikation allerdings.

N - wie No score: Wenn ein Spieler mehr Punkte wirft, als er noch benötigt, fällt er auf die Punktzahl vor seiner Aufnahme zurück.

O - wie Onehundredandeighty (180): Die beste Aufnahme, die einem Spieler gelingen kann. Drei Treffer in das Triple-20-Feld.

P - wie Perfektes Spiel: Um 501 Punkte auszumachen, werden mindestens neun Pfeile benötigt. Der Neun-Darter gilt als "das perfekte Spiel". Es gibt 71 verschiedene Kombinationen, um von 501 auf 0 zu kommen. Dabei gilt: Achtmal Triple- und zum Auswerfen ein Doppel-Feld.

Q - wie Quoten: Seit Jahren verbucht der TV-Sender Sport1 beste Einschaltquoten mit der Darts-WM um den Jahreswechsel.

R - wie Robin Hood: Die Bezeichnung für einen Pfeil, der nicht in der Scheibe, sondern in einem anderen, schon in der Scheibe steckenden Pfeil landet.

S - wie Set: Der Gewinn eines Satzes. Bei der WM müssen drei Legs gewonnen werden, um einen Set für sich zu entscheiden.

T - wie "The Power": Spitzname von Phil Taylor, erfolgreichster Darts-Spieler aller Zeiten. Der 57-jährige Engländer hat 16 WM-Titel gewonnen und tritt nach dem Finale gegen Cross ab.

U - wie Underground: Wichtigstes Transportmittel für Fans. Weil die Sessions oft bis Mitternacht gehen und die Arena weit außerhalb des Stadtzentrums liegt, müssen Anhänger nachts oft auf Taxis umsteigen.

V - wie Van Gerwen: Michael van Gerwen ist derzeit der herausragende Spieler. Er dominiert seit Jahren die Szene und scheiterte in London im Halbfinale an Cross.

W - wie West Hall: Die Halle im Alexandra Palace, in der das Turnier stattfindet. Ein Umzug in die deutlich größere Great Hall (10 400 Plätze) fand anders als geplant nicht statt.

X - wie X-beliebig: Darts gilt als Sport für Jedermann. Drei Pfeile und eine Scheibe - mehr braucht es nicht. In den vergangenen Jahren begannen immer mehr Hobbyspieler mit der Trend-Sportart.

Y - wie Youngster: Obwohl einige Top-Spieler weit über 40 sind, haben auch Youngster eine Chance. Hopp feierte sein WM-Debüt mit 17 Jahren.

Z - wie Zahlen: Neben dem Umgang mit Pfeilen müssen die Profis vor allem den Umgang mit Zahlen beherrschen. Das schnelle Rechnen ist Voraussetzung beim Auswerfen von 501 Punkten.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 16.07.2018 um 11:04 auf https://www.sn.at/sport/mixed/philtaylor-die-darts-legende-steht-imwm-finale-22367032

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