Mixed

Ruderin Lobnig erfüllte sich Traum vom "Finale zum Genießen"

Ruder-Europameisterin Magdalena Lobnig hat ihr großes Ziel erreicht, sie steht im Schweren Frauen-Einer im Olympia-Finale. Die Kärntnerin kam am Freitag in Lagao bei perfekten Bedingungen als Dritte ihres Semifinales in den Endlauf der Top sechs, um die Medaillen geht es am Samstag (15.45 Uhr MESZ). Die Brüder Bernhard und Paul Sieber wurden im B-Finale des Leichtgewichts-Doppelzweiers Sechste.

Ruderin Lobnig erfüllte sich Traum vom "Finale zum Genießen" SN/APA/HELMUT FOHRINGER

Lobnig lieferte eine souveräne Vorstellung ab. Bei den drei Zwischenzeiten lag sie an der Spitze des sechsköpfigen Feldes. Nach der 1.500er-Marke zogen Duan Jingli und Genevra Stone an ihr vorbei, die Chinesin und die US-Amerikanerin fuhren letztlich 1,51 bzw. 92/100 Sekunden vor dem ÖRV-Ass ins Ziel. Die Tschechin Miroslava Knapkova, Olympiasiegerin von London 2012, hielt Lobnig um 2,05 Sekunden aber sicher auf Distanz.

Die Kärntnerin war nach erfüllter Mission glücklich. "Die anderen sind auch keine Nasenbohrer, wie man so schön sagt. Und wenn man die rauskickt im Semifinale, ist es natürlich ein Wahnsinn", war sie selbst ein bisschen über ihre Leistung überrascht. "Aber es ist mir geglückt. Ich war erstaunt, ich habe beim 1.000er rausgeschaut und mir gesagt: 'Ich führe noch immer, das gibt es ja nicht. Jetzt muss ich draufbleiben, das lass' ich mir nicht nehmen.'"

Ein paar wenige Reserven habe sie noch für den Endlauf. "Den Mega-Endspurt habe ich noch nicht ausgepackt. Da gehen sicher noch ein, zwei Sekunden. Den werde ich morgen auch brauchen. Das Ziel war immer das Finale, jetzt kann ich es einfach genießen", meinte die Völkermarkterin, bevor sie ausradeln und sechs Kilometer lang ausrudern ging. War Lobnig im Semifinale auf Bahn eins gerudert, wird sie im Endlauf auf Bahn sechs unterwegs sein.

Sehr zufrieden äußerte sich auch ihr Trainer Kurt Traer. "Das Ziel ist erreicht. Alles was jetzt kommt, ist Draufgabe", sagte er im Gespräch mit der APA. "Im Finale wird es ein Kampf auf Biegen und Brechen." Schon das Semifinale sei eine sehr große Herausforderung gewesen. "Da waren alle auf Augenhöhe, da kannst du nicht einen Schlag aufhören. Wenn du einen Schlag auslässt, bist du draußen."

Sein Schützling habe die Taktik aber gut durchgezogen. Besonders wichtig sei der dritte 500er gewesen. Traer: "Da muss sie immer kämpfen und beißen. Sie ist da gut durchgekommen und hat in diesem Rennen alles richtig gemacht. Jetzt werden wir schauen, was passiert." Lobnigs Lauf war der schnellere, aus dem ersten Heat zogen Kimberley Brennan (AUS), Emma Twigg (NZL) und Jeannine Gmelin (SUI) in den Endlauf ein.

Traer wollte vor dem Finale nicht zu viel Euphorie aufkommen lassen. "Da sind ganz andere Kaliber im Finalfeld drinnen, mit viel mehr Trainingsjahren und Erfahrung", meinte der Coach. "Magdalena wird jetzt regenerieren. Ob sie das im Finale dann auch so durchhalten kann, wird man sehen. Wir schauen, was passiert. Die Taktik wird jedenfalls so aussehen wie heute." Brennan, Twigg und Duan schätzte Traer als die Favoritinnen auf die Medaillen ein.

Die Siebers hätten gerne bei diesen Spielen Ähnliches zu ihrem sportlichen Steckbrief dazugefügt, zumindest eine Top-Platzierung im B-Finale. Doch nachdem die Brüder nach überstandenem Hoffnungslauf schon im Semifinale nur Sechste und Letzte geworden waren, blieb ihnen dieses Schicksal auch im Rennen um die Plätze sieben bis zwölf nicht erspart. Vom Finale, einer Medaille und sogar dem Olympiasieg hatten sie geträumt, letztlich wurde es Platz zwölf.

"Es ist schwer, den Fokus zu halten", führte ihr Trainer Carsten Hassing als Grund für das Abschneiden an. "Sie sind das erste Mal bei Olympia, das ist ein Lernprozess. Sie können sicher besser fahren." Mit dem Hoffnungslauf könne man zufrieden sein, im B-Finale sei es wieder ein bisschen besser als im Semifinale gegangen. "Sie sind generell sehr labil mit ihrem Schlag in diesem Jahr", gab der Coach zu. "Wir haben viel probiert, aber es ist leider passiert."

Paul Sieber war enttäuscht, dass der Abschluss misslang. "Wir wollten ein g'scheites Rennen zeigen und haben auf dem schlechtestmöglichen Platz abgeschlossen. Das ist nicht cool", sagte der 23-Jährige von Ruderverin STAW.

Im Hoffnungslauf hätten sie ein gutes Rennen abgeliefert. "Aber das war das einzige, die anderen Rennen waren nicht das, worauf wir hingearbeitet haben", gab sich Paul Sieber selbstkritisch. Die Gründe für das mäßige Abschneiden wisse er nicht. "Aber es war eine lehrreiche Zeit, wir sind viel gewachsen. Wir werden sehen, wie es weitergeht."

Quelle: APA

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