Rudern

Einzelkämpferin Lobnig rechnet mit Olympia-Absage

Ruderin plädiert dafür, die Spiele in Tokio um ein Jahr zu verschieben. Als Soloathletin kommt Magdalena Lobnig auch mit den verschärften Trainingsbedingungen zurecht.

Allein im Boot bringt Magdalena Lobnig niemanden in Gefahr. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Allein im Boot bringt Magdalena Lobnig niemanden in Gefahr.

Die jüngsten Coronaviruskrisen-Einschränkungen stellen Magdalena Lobnig als Einer-Ruderin vor weniger große Trainingsprobleme als andere österreichische Topsportler. Völlig unklar ist nach der Absage des Weltcups aber auch für sie der Wettkampfsaisonplan. Dass die Olympischen Spiele im Sommer trotz der sich immer weiter ausbreitenden Pandemie stattfinden werden, bezweifelt Lobnig jedenfalls.

"Ich glaube schon, dass Olympia abgesagt wird, die Spiele durchzuführen wäre verantwortungslos. Ich glaube, sie sollten ein Jahr verschoben werden, das wäre das Gescheiteste", erklärt Lobnig, die als einzige ÖRV-Athletin bereits ein Ticket für Tokio in der Tasche hat.

Am Wochenende trainierte die Ex-Europameisterin noch mit dem Boot auf dem Völkermarkter Stausee. Mittlerweile ist der Betrieb ihres Rudervereins eingestellt worden. "Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", so Lobnig auf mögliche künftige Einzeltrainings am Wasser angesprochen und betonte: "Wir halten uns natürlich an die Vorgaben."

"Im Einer kann ich keinen anstecken"

Ab sofort muss sie aber wohl mit Indoor-Einheiten vorlieb nehmen. Zumindest das Kardio-Training sei für sie indoor leicht zu bewerkstelligen. "Ich bin daheim mit Ruder- und Rad-Ergometer super versorgt", erklärte die 29-Jährige. Problematischer seien hingegen die Krafteinheiten, da sie keine eigene Kraftkammer habe. Einzeltraining im Kraftraum und am Wasser würde sie aber für gefahrlos durchführbar halten. "Im Einer kann ich keinen anstecken. Und alleine in der Kraftkammer besteht auch keine Gefahr."

ÖRV-Sportdirektor Norbert Lambing beurteilt die aktuelle Krise so: "Wir befinden uns in einer äußerst schwierigen Situation, in der der Sport nicht oberste Priorität hat. Dennoch steht es im Verantwortungsbereich des Verbandes, für seine Athleten die bestmögliche Situation und Trainingsmöglichkeiten zu schaffen", so Lambing. Verbandspräsident Horst Nussbaumer betont, dass der Vorstand seine Verantwortung für die österreichischen Ruderinnen und Ruderer ernst nehme und alle dabei unterstütze, sämtliche Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit umzusetzen.

"Man trainiert ins Leere"

Worauf sich seine Athleten in den nächsten Wochen überhaupt vorbereiten, ist nach den jüngsten Weltcup-Streichungen ungewiss. "Die Absagen waren natürlich eine gescheite Watschen für alle. Es ist zäh, man trainiert irgendwie ins Leere. Wenn ich weiß, ich habe einen Wettkampf, dann ist das natürlich für den Kopf besser", meinte Lobnig. Die EM im Juni in Posen ist der einzige große Wettkampf vor Olympia, der noch angesetzt geblieben ist.

Sollten heuer alle großen Events ausfallen, sei eben noch mehr mentale Stärke gefragt. "Es wird sich zeigen, wer die Situation am besten meistert. Ich habe mir nie schwergetan, alleine zu trainieren, weil ich es gewöhnt bin", sagte Lobnig, die in der Vorwoche von einem in München abgehaltenen Trainingslager zurückgekehrt ist.

Auch alle anderen österreichischen Athleten befindet sich mittlerweile in der Heimat.

Weitere Qualifikationsmodalitäten offen

Im Trainingslager in Portugal setzten sich in der internen Ausscheidung im Leichtgewichts-Doppelzweiers Bernhard und Paul Sieber gegen die WM-Teilnehmer Matthias Taborsky und Julian Schöberl durch. Ob das im Hinblick auf Olympia überhaupt eine Rolle spielt, ist nicht nur wegen der möglichen Absage der Sommerspiele ungewiss. Denn die Qualifikationsregatta fällt ebenfalls aus, die angekündigte Neuregelung des Olympia-Qualifikationsstatus durch den Weltverband FISA sollte sich diese Woche klären.

Quelle: APA

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