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Schuldspruch für Ex-ÖOC-Funktionär wegen Steuerhinterziehung

Der ehemalige Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) Heinz Jungwirth ist am Dienstag am Landesgericht Korneuburg wegen Steuerhinterziehung in Höhe von fast 1,7 Millionen Euro schuldig gesprochen worden. Der 65-Jährige wurde rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 450.000 Euro bzw. im Fall der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Schuldspruch für Ex-ÖOC-Funktionär wegen Steuerhinterziehung SN/APA/HERBERT PFARRHOFER

Der Niederösterreicher - derzeit wegen Untreue in Haft - wurde für schuldig erkannt, fast 1,7 Millionen Euro an Einkommensteuer nicht gezahlt zu haben. In der Schöffenverhandlung ging es um die nicht erfolgte Veranlagung von Geldern, die der langjährige Funktionär zwischen 2003 und 2009 von ÖOC-Konten abgehoben bzw. auf Privatkonten überwiesen hatte. Ende August 2010 hatte Jungwirth Selbstanzeige beim Finanzamt Hollabrunn Korneuburg Tulln erstattet.

Der 65-Jährige hatte sich laut Staatsanwalt mehr als drei Millionen Euro von Vereinskonten des ÖOC illegal privat zugeeignet und diese nicht versteuert. Erhalte man im Rahmen eines Dienstverhältnisses Vorteile, habe man Steuer zu bezahlen - egal aus welcher Quelle Einkünfte kommen, hatte der Vertreter der Anklagebehörde in der Schöffenverhandlung betont.

Richter Manfred Hohenecker sprach von einem "Urteil mit Augenmaß". Demnach wäre eine Strafe bis zum Zweifachen des Verkürzungsbetrages, also mehr als 3,3 Millionen Euro, möglich gewesen. Mildernd wirkte sich das Geständnis des 65-Jährigen aus. Deshalb habe man von einer primären Freiheitsstrafe abgesehen, erklärte der Richter. Anklagebehörde und Verteidigung verzichteten auf Rechtsmittel, somit ist das Urteil rechtskräftig.

Der Niederösterreicher sitzt derzeit in der Außenstelle Münchendorf (Bezirk Mödling) der Justizanstalt Hirtenberg in Haft. Die fünfjährige Freiheitsstrafe dauert bis 20. September 2018, laut Gericht dürfte eine vorzeitige bedingte Entlassung im Raum stehen.

Jungwirth gab an, dass er auf das Existenzminimum gepfändet sei. Die Geldstrafe werde "eher nicht einbringlich sein", meinte der Richter. Er informierte den 65-Jährigen über die Möglichkeit, anstelle der Ersatzfreiheitsstrafe gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Jungwirth war von 1982 bis 2009 Generalsekretär des ÖOC. Im Juli 2013 hatte das Wiener Oberlandesgericht die 2012 vom Wiener Straflandesgericht verhängte Strafe von fünf Jahren für den ehemaligen Funktionär bestätigt, der wegen Untreue mit 3,3 Millionen Euro Schaden schuldig erkannt worden war.

Quelle: APA

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