Mixed

Serena Williams und Lucic-Baroni im Melbourne-Halbfinale

Die US-Amerikanerin Serena Williams hat ihren konzentrierten Lauf bei den Australian Open am Mittwoch im Viertelfinale mit einem 6:2,6:3-Sieg gegen die als Co-Favoritin angetretene Johanna Konta fortgesetzt. Das andere Match der unteren Rasterhälfte um den Halbfinaleinzug endete hingegen nicht programmgemäß, besiegte doch die ungesetzte Mirjana Lucic-Baroni mit 6:3,3:6,6:4 auch Karolina Pliskova.

Serena auf dem Weg zurück zur Nummer 1.  SN/APA (AFP)/PETER PARKS
Serena auf dem Weg zurück zur Nummer 1.

Die Kroatin treibt ihre sportliche Renaissance damit weiter voran. Das andere Mal, dass sie in einem Grand-Slam-Halbfinale gestanden war, war in Wimbledon 1999. Sonst war sie bis auf die US Open 2014 bei einem Major nie ins Achtelfinale gekommen. Von den US Open 2002 bis zu Wimbledon 2010 war die heute 34-Jährige wegen privater Probleme bei den vier größten Turnieren überhaupt nicht vertreten gewesen.

Gegen die in Melbourne hochgehandelte Pliskova hing Lucic-Baronis Erfolg an einem dünnen Faden. Im dritten Satz musste sie beim Stand von 3:4 ein "medical time-out" nehmen, um sich am linken Oberschenkel behandeln zu lassen. Danach machte aber nicht sie kein Game mehr, sondern Pliskova. "Ich kann das nicht glauben, das ist verrückt", sagte die Siegerin über ihren Erfolg. "Ich bin jetzt gerade ein bisschen geschockt."

Unter dem Eindruck der Ereignisse erinnerte sich die Gewinnerin dreier WTA-Turniere an den schweren Weg, den sie an die Spitze gegangen ist. "Ich werde diesen Tag nie vergessen. Alles, was mir passiert ist, wird heute wieder gut gemacht", erklärte Lucic-Baroni. Wie viel Zeit seit ihrer Vorrunden-Teilnahme im vorigen Jahrtausend in Wimbledon vergangen ist, zeigt, dass sie damals der Deutschen Steffi Graf unterlagen war.

Serena Williams hat erst mehr als ein Jahr später ihren ersten von mittlerweile 22 Einzel-Grand-Slam-Titeln geholt, mit denen sie in der "Open Era" nun gleichauf mit Graf liegt. Als vorletzte Hürde auf dem Weg zu Major-Triumph Nummer 23 stellt sich nun eben Lucic-Baroni in den Weg. Dieses Duell hat es bereits zweimal auf der Tour gegeben, allerdings sind diese Vergleiche schon rund 19 Jahre her.

1998 setzte sich die damals 16-jährige Williams in Sydney gegen die 15-jährige Lucic (Mädchenname) in drei Sätzen durch, ein knappes halbes Jahr später in der zweiten Wimbledon-Runde glatt 6:3,6:0. Williams: "Ich weiß von dem Match nur, dass es am Center Court war. Und, dass wir beide sehr jung gewesen sind." Vor der dritten Begegnung ist Williams gewappnet: "Sie spielt sehr gut. Ich darf sie nicht unterschätzen."

Gegen Konta hat die Weltranglistenzweite dieses Motto jedenfalls strikt verfolgt. "Sie ist eine gute Spielerin", lobte Williams die Britin. "Ich sehe sie als künftigen Champion." Auch wenn der erste Aufschlag nicht wie gewünscht kam, das zweite Service der 35-Jährigen sowie die Arbeit von der Grundlinie funktionierte. Das sah die jüngere der Williams-Schwestern auch als Basis ihres Viertelfinalerfolgs.

Lucic-Baroni hat das Turnier als Weltranglisten-79. in Angriff genommen. Sie wird nächste Woche im Alter von 34 Jahren erstmals unter den Top 30 stehen, ihr bisheriges Topranking stammt mit Position 32 aus dem Mai 1998. Serena Williams ist noch ein Jahr älter und Venus Williams noch ein weiteres. Lediglich Coco Vandeweghe als vierte Halbfinalistin fällt mit ihren 25 Jahren aus der Reihe der "Oldies".

Die ungesetzte US-Amerikanerin ist aber auch schon zehn Jahre auf der Tour, im Ranking wird sie von Rang 35 aus unter die Top 20 vorstoßen. Venus Williams würde hingegen selbst ein Halbfinalsieg am Donnerstag (ab 4.00 Uhr MEZ) nicht die Rückkehr in die Top Ten bringen. Das wäre nur bei ihrem ersten Einzeltitel bei Majors seit Wimbledon 2008 der Fall. Fix ist nur, dass zumindest eine US-Amerikanerin ins Endspiel kommt.

Quelle: APA

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