Mixed

Skispringen : "Schwierig, die Tournee zu gewinnen"

Die Heimbewerbe bei der Vierschanzentournee in Innsbruck und Bischofshofen stehen vor der Tür. Der Salzburger Stefan Kraft geht als Favorit an den Start.

Stefan Kraft.  SN/GEPA pictures
Stefan Kraft.

Stefan Kraft hat den einzigen Ruhetag der Vierschanzentournee genossen. "Es ist schön, den Kopf freizubekommen und etwas Abwechslung zu haben", erklärte der Gesamt-Zweite nach seinen Runden beim Audi-Fahrerlebnis auf dem Eis der Bodenalm bei Seefeld. Auch da war der Salzburger die Nummer 1 seines Teams. "Egal, was er macht, er gibt im Wettkampf Vollgas", sagte Trainer Heinz Kuttin.

Mit vollem Einsatz und Risiko will Kraft auch die kommenden zwei Heimbewerbe der 65. Auflage in Innsbruck (Mittwoch/14.00 Uhr) und auf seiner Lieblingsschanze in Bischofshofen (Freitag/16.45) in Angriff nehmen. "Ich weiß, dass ich dort sehr gut springen kann. Und ich weiß, dass ich im zweiten Durchgang immer noch zulegen kann. Ich kann es derzeit sehr genießen", betonte der 23-jährige Pongauer.

In der Gesamtwertung haben sich drei Springer etwas abgesetzt. Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch (Polen) führt 0,8 Punkte oder rund einen halben Meter vor Kraft und 6,6 vor Garmisch-Sieger Daniel Andre Tande (Norwegen). Der viertplatzierte Deutsche Markus Eisenbichler liegt schon 19,2 Punkte hinter Stoch.

"Drei Mann sind im engsten Favoritenkreis und knapp beisammen. Es wird sehr schwer, die Tournee zu gewinnen", erklärte ÖSV-Cheftrainer Kuttin. Bei sich zu bleiben und im Wettkampf die besten Sprünge zu zeigen, sei ein Schlüssel zum Erfolg. "Ruhe und Kraft werden ausschlaggebend sein", sagte der Kärntner.

Kraft, der Wettkampftyp, hat in diesem Winter Konstanz bewiesen - er war als einziger Springer in allen neun Bewerben in den Top Ten - und auch Klasse. Das zeigen ein Sieg und vier dritte Ränge. Sein Zimmerkollege Michael Hayböck weiß um die Qualitäten seines Freundes.

"Stefan springt total konstant und in den kommenden vier Sprüngen darf man sich auch keinen Fehler mehr leisten", sprach der Vorjahresdritte der Tournee die Vorzüge Krafts an. "Außerdem haben wir nun die Fans im Rücken und kennen die Schanze besser als die anderen."

Hayböck selbst kam mit dem Anlauf der Olympiaschanze nicht optimal zurecht und büßte als Zehnter bis zu zwölf Meter auf die Besten ein. Damit fiel er vom dritten auf den sechsten Tourneerang zurück. "Ich werde noch öfter zum Training hinfahren, diese Schanze will ich noch knacken", sagte der 25-Jährige, für den der Tourneesieg ebenfalls ein Karriereziel darstellt. Zweiter und Dritter war er schon.

"Jetzt freue ich mich auf die österreichischen Schanzen. Mein Ziel wird es sein, um Spitzenplätze mitzukämpfen", erklärte Hayböck. Er hatte vor zwei Jahren in Bischofshofen den ersten seiner bisher fünf Weltcupsiege gefeiert.

Kamil Stoch hatte mit dem neuen Trainer Stefan Horngacher, einem Tiroler, wieder Anschluss an die Spitze gefunden. "Die harte Arbeit zahlt sich nun aus", sagte er und sprach von einer spannenden Situation an der Spitze. "Einige können gewinnen. Mit etwas mehr oder weniger Glück kann man Erster oder Dritter sein."

Der 29-Jährige war Olympiasieger, Weltmeister und Weltcupsieger, die Tournee sieht er gelassen. "Ich denke nicht an den Gesamtsieg", meinte er in Oberstdorf. "Ich muss nicht immer der Beste sein. Ich liebe Skispringen und ich genieße die jetzige Situation."

Quelle: APA

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