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Sportkletterer dürfen sich bei Olympischen Spielen austoben

2020 geht es für Kletterer bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio erstmals um Medaillen. Die Athleten müssen in mehreren Disziplinen außerordentlich klettern, um sich am Ende Edelmetall zu sichern.

Sportklettern wird 2020 in Tokio olympisch. SN/moritz liebhaber/kvo
Sportklettern wird 2020 in Tokio olympisch.
Als eine von fünf Disziplinen neben Baseball/Softball, Karate, Skateboard und Surfen haben die IOC-Verantwortlichen Sportklettern neu in das olympische Programm aufgenommen. Somit dürfen Kletterer bei den Sommerspielen in Tokio im Jahr 2020 erstmals auf der allergrößten Sportbühne der Welt ihr Können zeigen - eine große Ehre für die Branche, denn der erste offizielle Kletterwettkampf fand erst vor rund 40 Jahren statt. Klettern ist somit immer noch eine recht junge Sportart, die jedoch zunehmend beliebter wird.

Bei den Olympischen Spielen sind Allroundfähigkeiten gefragt

Die Aufnahme in das olympische Programm wurde von Experten und Athleten auf der einen Seite positiv eingeschätzt, es gab aber auch kritische Stimmen. Negativ gesehen wurde zum Teil die geplante Kombinationswertung aus den Disziplinen Vorstieg, Bouldern und Speed, die international bisher nicht ausgetragen wird. Argumentiert wird (nicht zu Unrecht), dass bei einer Austragung von Einzeldisziplinen deutlich bessere Leistungen möglich sind und dass nur wenige Kletterer die Voraussetzungen für den olympischen Wettkampf erfüllen werden.

Jammern hilft den Verantwortlichen und Athleten aber sowieso nicht, denn die Disziplinen bleiben mit ziemlich großer Sicherheit so, wie sie beschlossen wurden. Ähnlich wie in der Kombination beim Skifahren - hier müssen mit Abfahrt und Slalom zwei sehr konträre Disziplinen möglichst gut bewältigt werden - müssen Kletterer nun ebenfalls Allroundfähigkeiten beweisen; Befürworter sehen dies wiederum positiv, da sich die Sportler breiter aufstellen müssen, um überhaupt Medaillenchancen zu haben.

Interessant: Die Sportler erhalten keine Medaillen für einzelne Disziplinen. Gold, Silber und Bronze gehen jeweils an die drei Damen und Herren, die in der Gesamtwertung aller drei Disziplinen am besten waren. Ob bei den Sommerspielen 2024 dann auch Einzeldisziplinen für sich gewertet werden, ist bis dato noch unbekannt.

Neue Talente durch anhaltenden Kletterboom

Insgesamt kann man festhalten, dass die Herausforderungen an junge Sportkletterer in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Kein Meister ist jemals vom Himmel gefallen und außerdem soll Klettern in erster Linie Einsteigern sowie Profis Spaß machen. Am Anfang stehen Schnuppertrainings und Kinderkurse, um erste Erfahrungen zu sammeln. Scouts haben ein Auge für besonders Talentierte, die sie zu Vereinen bringen und die dann dort weiter gefördert werden. Durch den Kletterboom rücken immer wieder junge Talente nach, die Trainingsintensität wird dementsprechend höher auch die Dichte an Trainern wird zunehmen. Die Wettkampfstätten in Salzburg sind vorhanden. Noch nicht klar ist auch, wie es mit den Fördergeldern weitergehen wird. Mehr Geld könnte direkt in Infrastruktur und den Salzburger Kletternachwuchs investiert werden.

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