Kein Sport wegen Corona: Ein Verbrechen an den Kindern

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Standpunkt Gerhard Öhlinger

Unbeschwerte Kindheit und Jugend schaut anders aus als im Jahr 2020. Wochenlange Trennung von Schulfreunden, stattdessen Homeschooling am Küchentisch und das drückende Gefühl, dass da draußen gerade die Welt untergehen muss. Wer sich da nicht "lost" fühlt (Jugendwort des Jahres), hat möglicherweise wenigstens Sport als Ausgleich zum Alltag. Oder hat ihn gehabt, denn Trainieren ist neuerdings in den Ampel-Rot-Bezirken des Bundeslandes Salzburg auf eine Stufe mit Kampftrinken in der Öffentlichkeit oder Maskenverweigern im Supermarkt gestellt, sprich: verboten.

Was da mit Verweis auf ein angebliches Infektionsrisiko angerichtet wird, ist schlicht ein Verbrechen an den Kindern und den vielen Ehrenamtlichen, die sich um deren sportliche Erziehung kümmern. Wer sind denn die Corona-Toten? Übergewichtige, Raucher, mehrfach Vorerkrankte. Menschen, die jahrelang ungesund gelebt haben. Regelmäßige Bewegung wäre das Gegenrezept gewesen. Was bei der aktuellen Pandemie zu spät kommt, dem können die Jungen von heute noch vorbeugen. Nebenbei bekommen sie Sportsgeist, Teamspirit und Respekt mit. Eigenschaften also, die in der derzeitigen angespannt-aggressiven Situation, in der es nur noch schwarz und weiß zu geben scheint, gut täten.

So schlimm die steigenden Zahlen schwer Erkrankter sind: Wer jetzt die Sporthallen für Kinder und Jugendliche zusperrt, verantwortet die Gesundheitsprobleme von morgen. Und die werden teurer und schlimmer als Corona. Hoffentlich steuern die Behörden in Salzburg noch dagegen und verhindern, dass viele Jugendliche bald nur noch ihre Finger trainieren und sich dabei womöglich noch als "Sportler" bezeichnen dürfen. Leider ist das kein Scherz: Immerhin betreibt das Sportministerium in Wien allen Ernstes die Anerkennung von Playstation-Zocken als offizielle Sportart.

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Aufgerufen am 28.11.2020 um 08:26 auf https://www.sn.at/sport/mixed/standpunkt-kein-sport-wegen-corona-ein-verbrechen-an-den-kindern-94882405

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