Mixed

Superstar Fourcade spricht von "Heuchelei" im Dopingkampf

Frankreichs Biathlon-Superstar Martin Fourcade hat die Absage des Weltcups im sibirischen Tjumen im März aufgrund des russischen Dopingskandals als "Heuchelei" kritisiert. "Den Weltcup in Tjumen abzusagen, verhöhnt den Kampf gegen Doping. Die Einzigen, die dadurch bestraft werden, sind die Biathlon-Fans in Russland", sagte der fünffache Weltcup-Gesamtsieger am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Martin Fourcade ist "weder Martin Luther King noch Nelson Mandela".  SN/APA (AFP)/MICHAL CIZEK
Martin Fourcade ist "weder Martin Luther King noch Nelson Mandela".

Es sei ein Mittel, "diejenigen zufriedenzustellen, die Pseudosanktionen gegen Russland wollen. Aber im Grunde ändert das nichts. Ich habe es satt." Der zweifache Olympiasieger von Sotschi 2014 hatte nach dem Bekanntwerden des zweiten McLaren-Reports im Dezember einen Weltcup-Boykott ins Spiel gebracht, sollte der Biathlon-Weltverband IBU bei stichhaltigen Beweisen nicht rigoros gegen den russischen Verband vorgehen. Allein will der zehnfache Weltmeister das aber nicht durchziehen.

"Ich werde mich nicht für die anderen opfern. Ich bin weder Martin Luther King noch Nelson Mandela, und ich fühle mich nicht dazu berufen, es zu sein", betonte der 28-Jährige. Ein Boykott würde nur Sinn machen, würden sich auch andere Athleten und Nationen daran beteiligen. Darüber will Fourcade beim am Donnerstag beginnenden Weltcup in Oberhof mit Sportlern anderer Nationen diskutieren.

Die in Salzburg ansässige IBU hatte kurz vor Weihnachten nur zwei der 31 im McLaren-Report der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) genannten russischen Biathleten vorläufig gesperrt. Gegen 29 weitere russische Biathleten wurden formelle Untersuchungen eingeleitet. Namen sind bisher noch nicht bekannt geworden.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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