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Tennis: Dominic Thiems Premiere im Konzert der Großen

Dominic Thiem fordert beim ATP-Masters in London Novak Djokovic. Österreichs Tennisstar ist der Jüngste unter den acht Besten der Welt.

Tennis: Dominic Thiems Premiere im Konzert der Großen SN/GEPA pictures
Dominic Thiem (l.) eröffnet die ATP World Tour Finals gegen Novak Djokovic (r.).

Bühne frei für das spektakulärste Tennisturnier der Welt. Einem Österreicher ist es vorenthalten am Sonntag (15 Uhr MEZ/live ORF Sport+) die ATP World Tour Finals in London zu eröffnen. Wenngleich Dominic Thiem bei seiner Premiere im Konzert der Großen (noch) nicht die erste Geige spielt, so wartet im ersten Gruppenspiel gegen Novak Djokovic ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr.

Die O2-Arena wird mit 17.000 Zuschauern ausverkauft sein. Inszeniert wird das Turnier wie kein zweites. Die Show und Exklusivität sind von der Einkleidung im feinen Zwirn über den Transport per Boot auf der Themse bis zum Einlauf am Center Court unerreicht. "Das ist noch einmal eine andere Liga, auch gegenüber den Grand Slams", erzählt Jürgen Melzer, der das Flair 2010 als Einzel-Ersatzmann sowie als Doppelspieler genießen durfte.

Für Thiem, der 19 Jahre nach Thomas Muster als zweiter Österreicher zum elitären Kreis der besten acht Spieler gehört, ist bereits mit der Qualifikation ein Traum in Erfüllung gegangen. "Noch vor einem Jahr bin ich vor dem Fernseher gesessen und habe nicht geglaubt, dass ich es einmal nach London schaffe. Aber trotzdem bin ich nicht hier, um nur dabei zu sein. Ich will zeigen, dass ich zu den Besten gehöre", sagt der 23-Jährige. Favorit ist er in keinem Gruppenmatch, schon gar nicht gegen Djokovic. Der Serbe hat gegen Thiem, Milos Raonic und Gaël Monfils eine 23:0-Bilanz.

"Dominic kann nur überraschen"

Der Österreicher gewann in drei Duellen, das letzte davon im Halbfinale der French Open, noch keinen Satz. "Meine Premiere gleich gegen Novak könnte nicht schwieriger sein, aber ich kann es kaum erwarten den Center Court zu betreten." Thiem ist seit Mittwoch in London und absolviert am Samstag die Generalprobe in der riesigen Halle mit einem Trainingsmatch gegen den Kroaten Marin Cilic.

Durchschnittlich sind die Masters-Teilnehmer um fünf Jahre älter als Thiem. Sein Trainer Günter Bresnik, der 1992 Boris Becker beim Saisonfinale zum WM-Titel geführt hatte, sieht in der fehlenden Erfahrung seines Schützlings kein Problem: "Dominic kann nur überraschen. Und er hat heuer gezeigt, dass er die Topleute schlagen kann."

Djokovic ist nach 122 Wochen an der Spitze der Weltrangliste in der Rolle des Jägers. Er könnte bereits in London wieder Andy Murray vom Tennisthron stürzen. "Ich arbeite hart an mir. Es ist wieder Zeit für Rock'n'Roll", sagt der fünffache Masters-Champion, der in der zweiten Jahreshälfte seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren hat. Nach privaten Problemen hatte er Hilfe bei einem "Guru" gesucht, in London baut er nun wieder auf die Unterstützung von Boris Becker.

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