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Tennis: Dominika Cibulková, die Dominatorin von Linz

Dominika Cibulková krönte ein "unfassbares Jahr" mit dem Turniersieg in Linz und der Masters-Qualifikation. Noch sensationeller verlief 2016 für ihre bisher unbekannte Finalgegnerin. Und wie geht es in Linz 2017 weiter?

Garbiñe Muguruza im Viertelfinale verletzt ausgeschieden, Madison Keys zum Halbfinale krankheitsbedingt nicht angetreten und dennoch durfte sich ein Topstar als Turniersiegerin beim Generali Ladies Linz feiern lassen. Die als Nummer zwei gesetzte Slowakin Dominika Cibulková besiegte im Finale die Schweizer Senkrechtstarterin Viktorija Golubic 6:3, 7:5 und krönte ihren Triumph mit der erstmaligen Qualifikation für das WTA-Masters.

Die Siegerin

"Ich bin so müde am Ende dieser anstrengenden Saison, aber ich will unbedingt zum Masters", hatte Cibulková während der Turnierwoche immer wieder betont. Der Wille war schließlich größer als die Müdigkeit und so blieb die 27-Jährige aus Bratislava auch im Finale ohne Satzverlust. Dabei musste sie im zweiten Durchgang aber einen Satzball abwehren, ehe sie die wieder große aufspielende Außenseiterin in die Schranken weisen konnte. "Ein unfassbares Jahr mit einem weiteren Höhepunkt", freute sich Cibulková, die ab heute, Montag, die neue Nummer acht der Welt ist. "Ich bin bereit für Singapur."


Die Senkrechtstarterin

Fast noch unglaublicher als das Jahr von Cibulková verläuft jenes von Golubic. Als Nummer 178 war sie in das Jahr gestartet, vermutlich in den Top-50 wird sie es abschließen. Auch an ihrem 24. Geburtstag begeisterte die Schweizerin mit ihrem variantenreichen Spiel und vor allem ihrer Rückhand. "Nein, ich spiele sie nicht wegen Roger (Federer) oder Stan (Wawrinka) einhändig, aber sie scheint uns Schweizern gut zu passen", erklärte Golubic mit einem Lachen. Sie verlässt Linz als die große Entdeckung im internationalen Tennis.

Die Österreicherinnen

Nach der krankheitsbedingten Absage von Tamira Paszek war mit Barbara Haas im Hauptbewerb nur eine Lokalmatadorin am Start. Die 20-Jährige rechtfertigte mit einer couragierten Leistung zwar ihre Wildcard, verlor zum Auftakt aber 4:6, 4:6 gegen die Deutsche Julia Görges. Inklusive Qualifikationen, wo sich diesmal Mira Antonitsch (17) und Julia Grabher (20) versuchten, sind Österreichs Damen bei den WTA-Heimturnieren in Linz und Bad Gastein seit 33 Spielen sieglos. Die ernüchternde Bilanz argumentiert Haas-Trainer und Fed-Cup-Kapitän Jürgen Waber so: "Nach dem Rücktritt einiger erfolgreicher und arrivierter Spielerinnen wäre es unrealistisch von den Jungen zu erwarten, dass sie auf der WTA-Tour schon Siege einfahren." Fakt ist, dass ein Zugpferd à la Dominic Thiem im Damentennis noch lange nicht in Sicht ist.

Die Zukunft

Das Linzer Turnier steuert nach dem Absprung des langjährigen Titelsponsors Generali 2017 in eine neue Ära. Noch ist die Zukunft nicht geklärt. "Bis Ende Dezember will ich wissen, wie wir das Turnier künftig finanzieren", sagt Sandra Reichel. Da mit Voestalpine ein weiterer Geldgeber aussteigt, wartet auf die Turnierdirektorin eine große Herausforderung. "Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen", sagt Reichel, die das Budget auf mehrere kleine Beine stellen könnte und auch einen Location-Wechsel weg von der Gugl für möglich hält. Visionen gibt es genug, sogar eine Aufwertung in eine höhere Kategorie. "Das kann man finanzieren und bekommt dann auch mehr TV-Rechte", erklärt Reichel.

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