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Thiam und Warner Olympiasieger in Leichtathletik-Mehrkämpfen

Die Belgierin Nafissatou Thiam und der Kanadier Damian Warner sind die Dominatoren von Sieben- bzw. Zehnkampf in der Leichtathletik bei den Olympischen Spielen von Tokio. Thiam wiederholte am Donnerstag mit dem Gesamtergebnis von 6.791 Punkten ihren in Rio de Janeiro 2016 errungenen Olympiasieg vor den Niederländerinnen Anouk Vetter (6.689) und Emma Oosterwegel (6.590). Warner siegte mit 9.018 Punkten vor Weltrekordler Kevin Mayer (FRA/8.726) und Ashley Moloney (AUS/8.649).

Thiam (l.) und Warner (ganz rechts) mit Mehrkampf-Gold SN/APA/AFP/INA FASSBENDER
Thiam (l.) und Warner (ganz rechts) mit Mehrkampf-Gold

Dabei feierte Warner einen Start-Ziel-Sieg und verbesserte seine eigene in Götzis im Mai aufgestellte Jahresweltbestleistung sowie den Olympischen Rekord. Der 31-Jährige wurde damit auch der vierte Athlet nach Mayer, Ashton Eaton und Roman Sebrle, der die 9.000-Punkte-Marke übertraf.

Mayer sicherte sich wie schon in Rio de Janeiro 2016 die Silbermedaille. Das war nach den ersten Disziplinen alles andere als gesetzt. Kommentatoren sahen den Franzosen bereits außer Form. Dennoch, auf Warner fehlten ihm 292 Punkte und damit eine Welt. Ausgesprochen überraschend war die Bronzemedaille Moloneys: Der Australier ist erst 21 und wurde in Götzis mit 8.038 Punkten 13.

Thiams Vorsprung auf Vetter war weniger groß als der von Warner, mit 102 Punkten aber auch deutlich. Die 26-jährige Belgierin war die erste Frau seit Jackie Joyner-Kersee 1992, die ihren Mehrkampf-Olympiasieg vier (bzw. diesmal fünf) Jahre später wiederholen konnte. Ivona Dadic wurde mit 6.403 Punkten Achte, Verena Mayr schloss den Wettkampf mit 6.310 Punkten auf Platz elf ab.

Ohne Medaille blieben die US-Athleten auf der Stadionrunde. Auf der Strecke, die sie einst dominiert hatten, siegte Weltmeister Steven Gardiner von den Bahamas in starken 43,85 Sekunden (Jahresweltbestleistung) vor dem Kolumbianer Anthony Zambrano und Kirani James aus Grenada, Olympiasieger 2012 in London und Silbermedaillengewinner von Rio.

Dafür schlug im Stabhochsprung der Frauen eine US-Amerikanerin zu: Katie Nageotte bezwang mit 4,90 Metern die Russin Anschelika Sidorowa (4,85) und die Britin Holly Bradshaw (ebenfalls 4,85). Bereits in der Vormittagssession gab es im Kugelstoßen einen US-Doppelsieg durch Ryan Crouser, der den Olympischen Rekord auf 23,30 Meter verbesserte, und Joe Kovacs (22,65). Dritter wurde Tomas Walsh (NZL/22,47).

Stark war auch der Portugiese Pedro Pichardo, der im Dreisprung ebenfalls in der Vormittagssession, mit 17,98 Meter siegte und damit nur 31 Zentimeter unter dem 1995 gesprungenen Weltrekord von Jonathan Edwards blieb. Der Chinese Zhu Yaming wurde in 17,57 Zweiter, Hugues Fabrice Zango aus Burkina Faso in 17,47 Dritter. Schließlich holten auch die jamaikanischen Männer Gold: In den Hürden fand sich Hansle Parchment in 13,04 über 110 m am schnellsten zurecht, er siegte vor dem US-Amerikaner Grant Holloway (13.09) und seinem jamaikanischen Landsmann Ronald Levy (13,10).

Die in Sapporo ausgetragenen Bewerbe der Geher eröffnete der Italiener Massimo Stano mit einem Olympiasieg über 20 km. Er bezwang die Lokalmatadoren Koki Ikeda (Silber) und Toshikazu Yamanishi (Bronze).

Bemerkenswert war, dass die US-Männerstaffel über 4 x 100 m im Vorlauf ausschied. In 38,10 Sekunden wurden die Sprinter der Vereinigten Staaten nur Sechste ihres Vorlaufs. Das war zu wenig: Die schnellste Vorlaufzeit erzielte Jamaika in 37,82, in diesem Vorlauf wären die US-Amerikaner als Dritte weitergekommen.

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