Mixed

Thiem beeindruckte auch mit "Zauberschlag"

Neue Saison, alte Form? Österreichs Tennisstar präsentierte sich zum Auftakt der Australian Open in Melbourne stark und einfallsreich. So darf Thiem von viel mehr träumen.

Dominic Thiem trifft nun auf den US-Qualifikanten Denis Kudla. SN/AP
Dominic Thiem trifft nun auf den US-Qualifikanten Denis Kudla.

Mit Verspätung, allerdings nur weil die Matches vor seinem ersten Auftritt länger als erwartet dauerten, ist Dominic Thiem in die 2. Runde der Australian Open eingezogen. Um 22.08 Uhr Ortszeit durfte sich Österreichs Tennisstar nach einem souveränen 6:4, 6:4, 6:4 über "Angstgegner" Guido Pella auf dem Showcourt feiern lassen. Zu Recht, denn Thiem hat damit die restlichen Zweifel punkto Fitness und Form beseitigt. Am Donnerstag trifft der 24-Jährige auf den US-Amerikaner Denis Kudla.

Erste Aufschläge (15 Asse) mit konstant über 210 km/h, von der Grundlinie druckvoll und weitgehend fehlerfrei sowie vermehrt erfolgreiche Netzangriffe - der "Dominator" ist zurück und erinnerte wieder an die Form der ersten Jahreshälfte 2017. Thiem wurde der Erwartungshaltung einer Nummer fünf gerecht. Vor allem bei den wichtigen Punkten. "Ich war durchgehend sehr fokussiert und habe alle engen Punkte gewonnen, alle sechs Breakbälle abgewehrt. Das Ergebnis war glatter als das Match", resümierte Thiem. Und die fiebrige Erkältung ist auskuriert: "Ich bin wieder hundertprozentig fit."

"Das war ein Tausend-Gulden-Schuss"

Pella, der beide direkten Duelle bisher gewonnen hatte, hatte Thiem nicht viel entgegenzusetzen, wenngleich der Weltranglisten-56. noch nicht die ultimative Messlatte war. Unterhaltung war dennoch garantiert und so sorgte Thiem mit einem "Tweener", einem direkten Punkt zwischen den Beinen, für den Ballwechsel des Tages. Ganz nach dem Geschmack der Zuschauer, die die Showeinlage des Österreichers mit Standing Ovations honorierten. "Ein Tausendguldenschuss, der ein Mal bei 30 Versuchen aufgeht", so Thiem über den Zauberschlag, der sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitete.

Nun sollte auch US-Qualifikant Kudla, der seinen höher eingeschätzten Landsmann Steve Johnson in vier Sätzen besiegte, kein Stolperstein sein. "Wenn ich so weiterspiele, dann sollte es passen." In Runde drei würde wohl mit dem Franzosen Adrian Mannarino der erste gesetzte Spieler warten. "Ich will einfach nur gutes Tennis spielen, dann kommen die Ergebnisse von allein. Aber mit einem Achtelfinale bin ich nicht mehr zufrieden", sagte Thiem, der dort laut Papierform auf Stan Wawrinka treffen würde, im Viertelfinale auf Novak Djokovic oder Alexander Zverev.

Duelle mit Topstars winken

Vor allem die Comebacks von Wawrinka und Djokovic standen am zweiten Turniertag im Fokus. Beide hatten seit Wimbledon kein Turnier mehr bestritten. Während Wawrinka trotz seines Viersatzsiegs über den Litauer Ričardas Berankis noch nicht bei vollem Leistungsvermögen zu sein scheint, beeindruckte Djokovic mit einem glatten Erfolg über Donald Young (USA). Er trifft nun im Zweitrunden-Schlager auf den Franzosen Gaël Monfils.

Von den prominenten Namen verabschiedete sich nur der ebenfalls von einer Verletzung zurückgekehrte Kanadier Milos Raonic. Roger Federer hingegen untermauerte mit einem starken ersten Auftritt seine Rolle als Topfavorit.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 11:01 auf https://www.sn.at/sport/mixed/thiem-beeindruckte-auch-mit-zauberschlag-23028466

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