Mixed

Thiem verpasst wieder eine sehr große Chance

Österreichs Tennisstar unterliegt im Achtelfinale der Australian Open einem "no name" und wirkt danach gefasst. Das ist beides überraschend.

Österreichs Tennisstar verabschiedete sich überraschend. SN/GEPA pictures
Österreichs Tennisstar verabschiedete sich überraschend.

Kaum jemand hat damit gerechnet, aber das Viertelfinale bei einem der vier wichtigsten Tennisturnieren - ausgenommen Paris - bleibt für Dominic Thiem auch nach den Australian Open weiter nur ein Traum. Österreichs großes Aushängeschild musste sich im Achtelfinale dem vor einer Woche noch völlig unbekannten US-Amerikaner Tennys Sandgren trotz ansprechender Leistung in einem Fünfsatzkrimi 2:6, 6:4, 6:7(4), 7:6(7), 3:6 geschlagen geben.

"Die Enttäuschung ist groß, aber er hat wirklich gut gespielt und das fünf Sätze lang", resümierte die Nummer fünf der Welt. Tatsächlich hat Sandgren über knapp vier Stunden so gespielt, wie man es einem Weltranglisten-97., der vor Melbourne 14 Mal in der Qualifikation eines Majorturniers gescheitert war, kaum zugeträut hätte. Selbst sein Sieg in Runde zwei über einen nicht fitten Stan Wawrinka hatte an der Ausgangslage nichts geändert. "Ich glaube das nicht. Ich weiß nicht, ob das wahr ist, aber ich stehe hier nicht in meiner Unterwäsche, also habe ich es wohl nicht geträumt", jubelte der 26-jährige.

"Es gab schon schmerzhaftere Niederlagen"

Dass es für Thiem kein Spaziergang wird, war schnell klar. Doch spätestens nach dem gewonnenen vierten Satz schien Thiem das Ruder herumzureißen. Bei 5:6 im Tiebreak wehrte er mit einem spektakulären Rückhandwinner einen Matchball ab, doch die Körpersprache, das Momentum und die Fitness trügten. Völlig unbeeindruckt wies der "no name" Thiem in der Entscheidung in die Schranken.

"Er hat mir mit dem Aufschlag (20 Asse) wehgetan. Und mein Return war schwach. Das ist der Unterschied zu den absoluten Topleuten", sagte Thiem, der gefasst wirkte. Und das war ebenso überraschend wie die Niederlage an sich. Schließlich hatte er soeben die dritte große Chance auf ein Grand-Slam-Viertelfinale vergeben. Schon gegen Thomas Berdych in Wimbledon und bei den US Open (nach 2:0-Satzführung gegen Juan Martin Del Potro) musste er sich in fünf Sätzen beugen. "Es hat in letzter Zeit viel schmerzhaftere Niederlagen mit schlechterer Leistung gegeben. Das Del-Potro-Match hat wehgetan, weil ich es selbst aus der Hand gegeben habe. Diesmal war es aber immer eng", sagte Thiem.

Der Unterschied zu Federer und Nadal

Unter dem Strich bleibt die Tatsache, dass der 24-Jährige abseits der roten Asche die entscheidenden Matches - im Unterschied zu den ganz großen Namen wie Federer und Nadal - nicht gewinnt. Der nächste Karriere-Schritt lässt so weiter (noch) auf sich warten. Das ist umso ärgerlicher, weil er auch im Viertelfinale gegen den Südkoreaner Chung Hyeon alles andere als Außenseiter gewesen wäre. Wenngleich der 21-Jährige nach Alexander Zverev nun mit Novak Djokovic den nächsten Topspieler spektakulär aus dem Bewerb warf.

Thiem bereitet sich nun auf die Sandplatz-Tournee in Südamerika vor. Ob er zuvor den Davis Cup in St. Pölten (2./3. Februar) gegen Weißrussland bestreitet, ließ er offen.

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