Mixed

Trimmel und Sulzbacher Chefs der neuen Sport-Förderstruktur

Die personellen Weichen für die Bundes-Sport GmbH sind seit Donnerstag offiziell gestellt. Clemens Trimmel für den Bereich Sport und Michael Sulzbacher für den Bereich Wirtschaft wurden von Sportminister Hans Peter Doskozil in einem Wiener Ringstraßen-Hotel als die neuen Geschäftsführer der Förderorganisation präsentiert. Seit dem Frühherbst steht Armin Assinger als Aufsichtsratsvorsitzender fest.

Doskozil und Assinger stellten Sulzbacher (links) und Trimmel vor SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
Doskozil und Assinger stellten Sulzbacher (links) und Trimmel vor

Der Wiener Trimmel ist für die Förderungen der Sportorganisationen zuständig. Der 39-Jährige war Tennisprofi mit Davis-Cup-Einberufungen, hatte nach einem FH-Studium für Unternehmensführung und Management seinen ersten Funktionärsposten als Sportdirektor von Österreichs Tennisverband (ÖTV), war da auch Davis-Cup- und Fed-Cup-Kapitän. Seit 2015 war Trimmel Manager des Projekts Rio bzw. Olympia.

Sulzbacher wird für kaufmännische Angelegenheiten und als Geschäftsführer der Bundessporteinrichtungen GmbH zuständig sein. Die sechs Bundessportzentren (Maria Alm/Hintermoos, Faaker See, Kitzsteinhorn, Schloss Schielleiten, Südstadt, Obertraun) leitet der 57-Jährige seit 1999. Der Jurist und Betriebswirt war selbst Volleyballer und in den Achtzigern u.a. Nationalteam-Coach. Auch fungierte er als ASKÖ-Generalsekretär.

"Ich habe es mir in diesem Prozess nicht einfach gemacht", erklärte Doskozil bei der Pressekonferenz. In beiden Bereichen sei ein Personalberatungsunternehmen beauftragt gewesen, die besten Kandidaten herauszufiltern. "In der Wirtschaft gab es da eine klare Richtung, Dr. Michael Sulzbacher war an erster Stelle. Er hat eine vielfältige Ausbildung und hat bewiesen, dass er in der Lage ist, dieses Segment abzudecken."

Der angesprochene Niederösterreicher wird auch dafür zuständig sein, die sportliche Infrastruktur in Österreich auf Vordermann zu bringen. "Da liegt vieles im Argen", sagte Sulzbacher, bisher auch Lektor an der FH Wr. Neustadt und der Donau-Uni Krems. "Es wird Zeit." Er war schon zuletzt vier Jahre Mitglied der Bundes-Sportkonferenz, dem Hauptorgan des noch bis Jahresende gültigen Bundes-Sportförderungsfonds.

An dessen Stelle tritt mit 1. Jänner auf Basis des im Juni verabschiedeten Bundessportfördergesetzes (BSFG) die Bundes-Sport GmbH. In der Auswahl für den Sportlichen Leiter hatten es neben Trimmel nach Auskunft Doskozils auf Anfrage der APA - Austria Presse Agentur auch Markus Prock, Rodelverband-Sportdirektor für Kunstbahn, und Wolfgang Gotschke, Geschäftsführer des Bundes-Sportförderungsfonds, geschafft.

Doskozil hatte dieses Trio ebenso wie die unter die letzten Sechs gekommene Doris Di Giorgio, Ex-Triathletin und Projektleiterin im Sportministerium, einem Hearing unterzogen. Trimmel sei auch im Ranking des Personalberatungsunternehmens die Nummer eins gewesen. Dass nun keine Frau in einer führenden Rolle sei, habe nichts mit einer Quote zu tun. Doskozil: "Dies ist das Ergebnis eines objektiven Verfahrens."

Trimmel sprach in seiner Stellungnahme ein viel kritisiertes Manko an. "Wir haben zu viel Bürokratie im österreichischen Sport", sagte er. "Bürokratie ist der größte Feind des Sports. In seiner Tätigkeit für das Olympia-Projekt habe er noch ein besseres Gefühl dafür bekommen, was der Athlet und der Trainer brauche. "Ich werde versuchen, das Beste für den Sport zu bewegen."

Die Geschäftsführer sind für fünf Jahre bestellt. Das Fördervolumen beläuft sich auf jährlich rund 120 Mio. Euro, der Förderzeitraum beträgt vier Jahre. Das Ziel in der neuen Struktur und Trimmels sei internationaler Erfolg bzw. Medaillen. Trimmel: "Dafür ist eine enge Zusammenarbeit der diversen Organisationen vonnöten. Bürokratie-Abstellung, einfach Abrechnung, längere Förderzeiten. Wir sitzen alle im selben Boot."

Der Stellenwert des Sportes seit laut Trimmel zu heben, wofür der Blick auch nach außen, in andere Länder und Strukturen zu richten sei. Eine Steigerung der Bedeutung des Sports ist auch Assinger ein Anliegen. Der Kärntner war von Doskozil erstmals im Juni konkret wegen des Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden gefragt worden, nach Rücksprache mit seinem Arbeitgeber ORF habe Assinger Grünes Licht gegeben.

Ihm gehe es um den Sport als solches. "Ich möchte das Ansehen des Sports in der Öffentlichkeit stärken", betonte der Ex-Skirennfahrer, aktuelle ORF-Moderator und -Co-Kommentator. Studien, dass jeder dritte Jugendliche übergewichtig sei und oft die Spielkonsole bevorzuge, seien alarmierend. "Wir müssen einen nationalen Aktionsplan ins Leben rufen", meinte er diesbezüglich. "Wir brauchen Vorbilder für die Jugend."

Also müssten alle an einem Strang ziehen. "Sonst werden wir versinken. Alle Sportler sowie Dach- und Fachverbände müssen mehr für den Sport tun. Österreich muss im Sport seinen Fußabdruck hinterlassen." Mit Assinger im vierköpfigen Aufsichtsrat des dann einzigen Förderorgans werden ÖOC-Präsident Karl Stoss, BSO-Präsident Rudolf Hundstorfer und Ulrich Zafoschnig als Vertreter des Finanzministeriums sitzen.

Quelle: APA

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