Mixed

Tsitsipas nach 4. Sieg über Top-10-Spieler im Toronto-Finale

Der sensationelle Siegeslauf von Stefanos Tsitsipas beim mit 5,94 Mio. Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turnier in Toronto ist am Samstag weitergegangen. Der noch 19-jährige Grieche rang den Wimbledon-Finalisten Kevin Anderson nach Abwehr eines Matchballs in 2:48 Stunden mit 6:7(4),6:4,7:6(7) nieder und feierte schon den vierten Sieg über einen Top-Ten-Spieler in Folge bei den Canadian Open.

Der 19-Jährige ist ein herausragendes Talent SN/APA (AFP/Getty)/Vaughn Ridley
Der 19-Jährige ist ein herausragendes Talent

Im Endspiel am Sonntag (22.00 Uhr MESZ/live Sky) bekommt es Tsitsipas mit der Nummer eins der Welt zu tun. Rafael Nadal setzte sich im zweiten Halbfinale gegen den Russen Karen Chatschanow mit 7:6(3),6:4 durch.

Schon wieder steht nach Kitzbühel-Sieger Martin Klizan ein Bezwinger von Dominic Thiem im Endspiel: Ein auch gesundheitlich angeschlagener Thiem war in Runde zwei das erste "Opfer" aus den Top Ten, Tsitsipas kam in der Folge in einen Lauf. Nach Thiem schlug der Noch-Teenager der Reihe nach Novak Djokovic, den als Nummer zwei gesetzten Alexander Zverev und nun auch Anderson.

Der Athener hat somit der Reihe nach die Nummern 8, 10, 3 und 6 der Weltrangliste ausgeschaltet. Ein Kunststück, das im gleichen Turnier selten passiert. Sollte Tsitsipas tatsächlich auch noch Nadal besiegen, dann schreibt er Geschichte: Nicht nur seine eigene mit dem ersten Tour-Level-Titel überhaupt, sondern auch auf ATP-Niveau. Kein Spieler hat es bisher außerhalb des "Masters", wo ja nur die Top 8 der Welt teilnehmen, geschafft, fünf Top-Ten-Spieler in Serie zu schlagen.

"Es wird nie einfacher. Du wirst einfach besser", schrieb Tsitsipas selbstbewusst nach dem Match auf eine Kamera. Schon jetzt wird der Grieche von Platz 27 auf 15 springen, gewinnt er das Turnier ist er schon 12. "Das hatte ich überhaupt nicht im Kopf. Ich dachte, es wäre toll, ein paar Runden zu gewinnen und jetzt stehe ich im Finale. Ich kann gar nicht glauben, was gerade passiert ist", staunte Tsitsipas. "In einem Masters-1000-Finale zu spielen, ist das Beste, was dir an deinem Geburtstag passieren kann", fügte der Shootingstar hinzu. Tsitsipas feiert am Sonntag seinen 20. Geburtstag.

"Er ist ein komplexer Spieler. Er hat alles. Er ist jung und hat die Leidenschaft für das Spiel. Er hat eine großartige Vorhand, tolle Rückhand, guten Aufschlag", lobte niemand Geringerer als Nadal selbst seinen nächsten Gegner. Schon im Endspiel von Barcelona standen die Beiden einander gegenüber, im vergangenen Mai setzte sich Nadal auf Sand noch sicher mit 6:2,6:1 durch. Doch Tsitsipas steigert sich in großen Schritten. Das hatte Thiem schon vor seinem Zweitrunden-Sieg bei den French Open festgestellt. "Er hat sich wirklich extrem gesteigert im Verlauf des Jahres", sagte Thiem Ende Mai, ehe er Tsitsipas damals in vier Sätzen nach sehr starker Leistung bezwang. Seither ist Tsitsipas ein weiterer Sprung gelungen.

Tsitsipas begann bereits im Alter von 3 Jahren mit dem Tennis. "Stef", wie er auch genannt wird, wird von seinem Vater Apostolos Tsitsipas gecoacht. Seine Mutter, Julia Salnikowa, war in den 80er-Jahren eine sehr gute Spielerin in der Sowjetunion und ist selbst Tennis-Coach. Und sein Großvater mütterlicherseits, Sergej Salnikow, war ein Spitzensportler und holte 1956 Olympia-Gold mit der sowjetischen Fußball-Nationalmannschaft.

Der 1,93 m große Youngster gilt seit einiger Zeit als einer jener Spieler, die es ganz nach oben schaffen könnten. Doch noch ist er in seinem zweiten ATP-Tour-Finale gegen Nadal der gefährliche Außenseiter.

Der Finaltag geht im Doppel ohne Österreicher in Szene: Sowohl Oliver Marach (mit Mate Pavic/CRO) als auch Alexander Peya (mit Nikola Mektic/CRO) mussten sich in ihren Halbfinali jeweils im Match-Tiebreak des dritten Satzes beugen.

Bei den Canadian Open der Damen in Montreal kommt es zu einer Wiederholung des Endspiels der French Open: Die Weltranglisten-Erste Simona Halep, die in Paris ihren überfälligen ersten Major-Titel geholt hatte, trifft auf US-Open-Siegerin Sloane Stephens. Die Rumänin hat gegen die aktuelle Nummer 3 im WTA-Ranking in bisher acht Begegnungen sechs Mal gewonnen, seit 2014 fünf Mal in Folge.

Quelle: APA

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