Mixed

US Open: Ein Trio rüttelt am Thron von Williams

Serena Williams kann sich endgültig zur erfolgreichsten Tennisspielerin aller Zeiten krönen - und hat in New York dennoch viel zu verlieren.

Eines stand schon vor dem ersten Ballwechsel bei den US Open fest: In New York wird in den kommenden zwei Wochen Tennisgeschichte geschrieben. Mit welchem Ausgang, das ist noch offen, denn dafür ist vor allem - wer sonst - Serena Williams verantwortlich. Und die Situation ist durchaus skurril: Gelingt dem Superstar vor Heimpublikum der 23. Grand-Slam-Triumph, dann überflügelt sie endgültig Steffi Graf. Scheitert sie jedoch vor dem Halbfinale, dann kommt es zur Wachablöse im Damentennis. Gleich drei Damen können Williams nach 186 Wochen vom Thron stoßen.

Man muss der 34-Jährigen alles zutrauen, wenngleich die Vorzeichen auf ihren siebten Coup in Flushing Meadows schon besser waren. Im Vorjahr nämlich, als sie nur mehr zwei Siege vom Grand Slam (alle vier Major-Titel in einem Jahr) entfernt war, dann aber im Halbfinale überraschend an Roberta Vinci scheiterte. Diesmal plagen sie Schulterprobleme. "Ich habe nicht viel gespielt, nicht viel trainiert, aber ich bin relaxter als im Vorjahr", sagt Williams. Druck, sagt sie, habe sie ihr ganzes Leben lang gehabt. Daran werde sie nicht scheitern. Wohl eher an ihrer Fitness. Denn obwohl sie die meisten großen Titel gewinnt, hat sie es heuer erst auf sieben Turnierstarts gebracht.

Ein frühes Aus wie bei Olympia darf ihr jedenfalls nicht passieren. Gleich drei Damen wittern ihre Chance. Erste Herausforderin ist die Deutsche Angelique Kerber, die nach dem Triumph bei den Australian Open sowie den Endspielen in Wimbledon (Niederlage gegen Williams) und in Rio (Niederlage gegen Sensationsfrau Mónica Puig) ihre für nicht möglich gehaltene Saison als Nummer eins krönen könnte. "Wenn es irgendwann passiert, dann passiert es. Aber ich mache mir keinen Druck", hatte Kerber nach ihrer Finalniederlage von Cincinnati gegen Karolína Plíšková gesagt. Hätte Kerber gewonnen, wäre sie bereits jetzt die Nummer eins. Ihren ersten Auftritt in New York erledigte sie aber im Eiltempo. Sie lag gegen Polona Hercog 6:1, 1:0 in Führung, als die Slowenin bei drückender Hitze wegen Kreislaufproblemen aufgeben musste.

Theoretisch könnte es im Endspiel zum direkten Duell um den Tennisthron kommen. Doch da haben zwei weitere Damen etwas dagegen. Lachende Dritte könnte etwa Garbiñe Muguruza sein. Die 22-jährige Spanierin war bis zu ihrem French-Open-Sieg heuer nicht jedem Fan ein Begriff und könnte nun sogar die Nummer eins werden. Wie Muguruza (bei Redaktionsschluss noch im Erstrunden-Einsatz) muss aber auch Agnieszka Radwańska zumindest das Finale erreichen, um Williams an der Spitze abzulösen.

Aufgerufen am 18.11.2018 um 03:43 auf https://www.sn.at/sport/mixed/us-open-ein-trio-ruettelt-am-thron-von-williams-1116835

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