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US-Sport fürchtet Auswirkungen von Trumps Einreiseverbot

Sorge um Imageschaden für die Bewerbungen um Olympia und die Fußball-WM, Unklarheit über die Situation betroffener Athleten - der US-Sport fürchtet die Auswirkungen der Einreiseverbote von Präsident Donald Trump. Gleich mehrere Organisationen wie die NBA und das amerikanische Nationale Olympische Komitee (NOK) wandten sich am Wochenende an die Behörden, um Aufklärung zu verlangen.

Rookie Thon Maker stammt aus dem Sudan.  SN/APA (AFP/Getty)/Mike Stobe
Rookie Thon Maker stammt aus dem Sudan.

Mal mehr, mal weniger unverhohlen äußerten Funktionäre und Athleten auch Kritik am Trump-Erlass. "Die NBA ist eine globale Liga und wir sind stolz darauf, die besten Spieler aus der ganzen Welt anzuziehen", sagte Mike Bass, Sprecher der nordamerikanischen Profiliga. "Wir haben beim Außenministerium angefragt und sammeln Informationen, wie dieses Dekret auf unsere Spieler aus den betroffenen Ländern angewendet wird."

Das amerikanische NOK betonte, dass die Regierung die olympische Bewegung und die Bewerbung von Los Angeles für die Sommerspiele 2024 unterstütze und man glaube, dass es eine "gute Arbeitsbeziehung" gebe. Doch ein zeitweises pauschales Einreiseverbot für Menschen bestimmter Nationalität dürfte für massives Unverständnis sorgen. Richard Peterkin, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees vom Karibikstaat St. Lucia, nannte das Dekret bereits "sehr, sehr enttäuschend", die Entscheidung "ist völlig konträr zu den olympischen Idealen."

Die genauen Auswirkungen auf den Sport sind derzeit noch unklar. Trump hatte als Kern seines Anti-Terror-Kampfes einen 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern verfügt. Ein Gericht in New York entschied jedoch, dass der Erlass gegen die US-Verfassung verstößt. Die Klärung soll vermutlich in einigen Wochen erfolgen.

In der NBA stammen die Profis Thon Maker von den Milwaukee Bucks und Luol Deng von den Los Angeles Lakers gebürtig aus dem Sudan und besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft. Maker hatte nach Angaben seines Coaches Jason Kidd keine Probleme bei der Rück-Einreise aus Kanada vom Auswärtsspiel bei den Toronto Raptors am Freitag.

"Ein sudanesischer Flüchtling, der vor Unterdrückung geflüchtet ist und ein unglaublicher junger Mann ist, wird heute das zweite Mal in der NBA starten", twitterte Bucks-Vizepräsident Alexander Lasry über den 19-Jährigen vor der Niederlage gegen die Boston Celtics am Samstag. "Ich bin unglaublich stolz auf ihn. Er ist ein Symbol dafür, was Amerika großartig macht und was alle Einwanderer über Amerika glauben."

Die NBA veranstaltet ein jährliches Trainingslager mit dem Namen "Basketball ohne Grenzen", an dem zuletzt auch ein Iraner teilnahm. In der Major League Soccer stehen Spieler unter Vertrag, die für die Nationalmannschaften des Iran und Irak aufgelaufen sind. Schon vor der Wahl von Trump hatte US-Fußballverbandschef Sunil Gulati vermutet, dass eine angestrebte gemeinsame WM mit Mexiko "schwieriger" als unter einer Präsidentin Hillary Clinton werde.

Das US-Ringerteam plant im Februar die Teilnahme an einem Weltcup im Iran, allerdings will die islamische Republik als Reaktion nun ihrerseits keine Amerikaner mehr ins Land lassen. "Ich denke nicht, dass unser aktueller Präsident irgendeine Ahnung hat, was das Außenministerium, Sportdiplomatie und kultureller Austausch für unser Land und für die Sicherheit von Menschen auf der Welt geschaffen haben", kritisierte Christina Kelley, internationale Botschafterin des US-Ringerverbands, in der "New York Times".

Indes hat auch der gebürtige somalische Leichtathletik-Star Mo Farah den US-Präsidenten nach dem verhängten Einreiseverbot in einem emotionalen Statement scharf kritisiert. "Am 1. Jänner wurde ich von der Queen zum Ritter geschlagen. Am 27. Jänner hat mich Präsident Donald Trump anscheinend zum Fremden gemacht", schrieb der Brite, der seit sechs Jahren in den USA lebt, am Sonntag bei Facebook.

"Es ist schwer beunruhigend, dass ich meinen Kinder sagen muss, dass Daddy möglicherweise nicht zurück nach Hause kommen kann - um zu erklären, warum der Präsident eine Politik eingeführt hat, die von einem Ort von Ignoranz und Vorurteilen kommt", sagte der 33-jährige Langstreckenläufer.

Farah war im Alter von acht Jahren aus Somalia nach Großbritannien gekommen, inzwischen trainiert der dreifache Olympiasieger in den USA. Ob er direkt von dem durch Trump erlassenen Dekret betroffen ist, war zunächst unklar. Der "Daily Telegraph" berichtete unter Berufung auf Farahs Management, dass dieser keinen somalischen Pass oder eine doppelte Staatsbürgerschaft besitze.

Quelle: Apa/Dpa

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