Mixed

Vettel und Räikkönen vermieden böse Worte zu Verstappen

Ferrari hat vor dem Heimrennen in Monza mehr Probleme als den entgangenen Spitzenplatz in Spa-Francorchamps.

Vettel und Räikkönen vermieden böse Worte zu Verstappen SN/gepa pictures
Sebastian Vettel weiß, was die Fans in Monza von ihm fordern.

Der Tiroler Gerhard Berger kennt das Gefühl, für Ferrari in Monza zu gewinnen. "Es ist unbeschreiblich. Ich habe bei der Siegerehrung von oben gesehen, wie die Leute von allen Seiten herbeigestürmt sind. Ich hatte Angst, dass jemandem was passiert in dem Chaos." Im September 1988 war dem Tiroler das Kunststück gelungen. Zum letzten Mal rasteten die Tifosi 2010 in Monza aus: Sie feierten mit Fernando Alonso. Sechs Jahre später spricht wenig für ein Ausflippen der Fans wegen eines Ferrari-Sieges am Sonntag.

Fast ein Jahr liegt der letzte Erfolg eines Ferrari zurück (Sebastian Vettel in Singapur). Zu allem Überfluss für die Italiener arbeitete sich Red Bull Racing zur stärksten Kraft hinter dem dominierenden Mercedes-Team empor. Vor knapp einer Woche in Spa-Francorchamps war Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen kein Erfolgserlebnis vor dem Heimspiel in Monza geglückt. Im Gegenteil: Ein Crash kurz nach dem Start unter Mithilfe von Red-Bull-Jungstar Max Verstappen zwang beide Ferrari zu den Boxen. Lenkte Vettel in Spa zu forsch in die Kurve ein? Sah Verstappen eine Chance, die keine war? Die Wogen gingen hoch.

Einen Tag vor dem ersten freien Training sahen am Donnerstag Vettel und Räikkönen die Lage schon entspannter. "Es war schade für uns alle drei. Ich denke, es ist klar, was passiert ist. Ich dachte, dass nur Kimi innen wäre, aber wir waren insgesamt drei Autos. Und dafür war kein Platz", sagte Vettel. "Ich habe persönlich nichts gegen Max. Aber ich finde nur, dass er sich nicht korrekt verhalten hat", bemerkte Räikkönen und spielte damit auf eine andere Rennsituation an, als Verstappen bei Tempo 300 vor ihm die Spur gewechselt hat. Dass die Rennleitung Verstappen gar nicht in die Verantwortung genommen hat, regte Vettel nicht auf: "Es wäre auch nicht meine Art, zur Rennleitung zu gehen. Ich spreche das lieber mit dem Fahrer aus." Bei Räikkönen hat sich Vettel wegen des Einlenkens übrigens entschuldigt.

Aber Ferrari hat vor dem 921. Grand Prix seiner Firmengeschichte ohnehin noch andere Probleme. Seit dem Abgang von Technikchef James Allison im Frühsommer fehlt ein wichtiger Koordinator. Offiziell räumte der Brite aus privaten Gründen das Feld. Aber auch die gefürchtete Ferrari-Politik könnte eine Rolle gespielt haben. Allison war der letzte noch vom früheren Fiat-Boss Luca di Montezemolo eingestellt gewesene Spitzenmanager. Sein Verhältnis zu Nachfolger Sergio Marchionne soll nie das beste gewesen sein.

In der Kritik der wenig zimperlichen italienischen Medien steht immer öfter auch Starpilot Vettel selbst. Ihm wird mangelnde Konstanz im Cockpit vorgeworfen.

Kurzfristig stand am Donnerstag in Monza ein ehemaliger Ferrari-Pilot im Mittelpunkt. Der Brasilianer Felipe Massa kündigte an, dass er nach dem Ende der Saison mit seinem 250. Grand Prix seine Formel-1-Karriere beenden werde. Massa hatte 2008 die WM nur knapp verpasst. Jenson Button gilt möglicher Nachfolger Massas bei Williams.

Quelle: SN

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