Vor 25 Jahren

Trotz Bertis Tor lebte die Salzburger Hoffnung weiter

26. April 1994: Austria Salzburg bietet Inter Mailand im ersten UEFA-Cup-Finale in Wien Paroli, muss aber ein Gegentor durch Nicola Berti hinnehmen. Für das Rückspiel blieb trotz der 0:1-Niederlage alles offen.


Ganz Österreich war vom violetten Fußballfieber angesteckt. "Wir hätten 200.000 Karten verkaufen können", sagte Vereinsmanager Toni Pichler. Restlos ausgebuchte Sonderzüge machten sich zum dritten Mal nach den Matches gegen Eintracht Frankfurt und Karlsruhe nach Wien auf. Die Stars von Inter Mailand um ihren Kapitän, Weltmeister Giuseppe Bergomi, kamen verunsichert nach Wien: Der Klassenerhalt in der Serie A war erst wenige Tage vor dem Finalhinspiel fixiert worden. Eine verkorkste Saison konnte von der Truppe unter Trainer Giampiero Marini nur noch durch den Gewinn der UEFA-Cup-Trophäe gerettet werden.

47.000 Zuschauer sahen in der ersten halben Stunde eine begeisternd aufspielende Salzburger Elf, die den Ausfall von Kurt Garger, Nikola Jurcevic, Wolfgang Feiersinger und Adi Hütter wegstecken musste. Martin Amerhauser, Heimo Pfeifenberger und Marquinho vergaben gute Chancen. Inter hingegen ging in der 35. Minute mit der ersten Chance in Führung - und es war noch nicht einmal eine richtige Torgelegenheit gewesen: Nicola Berti schoss nach einer Drehung aus spitzem Winkel zwischen Peter Artner und Otto Konrad hindurch zur 1:0-Führung ein. Im fünften UEFA-Cup-Heimspiel der Saison war es der erste Gegentreffer für Salzburg. Nicht von ungefähr hatte man bei Inter während der vorangegangen Krisenmonate sehnsüchtig auf die Rückkehr des langzeitverletzten Berti gewartet.

Zwar dezimierten sich die Italiener bald nach Wiederbeginn durch Gelb-Rot für Alessandro Bianchi selbst, doch auch zu zehnt bauten sie einen nicht zu knackenden Abwehrriegel auf. Auf der Gegenseite sahen die Millionenstars Dennis Bergkamp und Ruben Sosa gegen Christian Fürstaller und Franz Aigner schlecht aus.

Mit Heimo Pfeifenberger und Hermann Stadler würden zwei Gelbsünder in Mailand fehlen, doch die Hoffnungen ruhten auf den Rückkehrern. Vor allem Goalgetter Nikola Jurcevic war im Ernst-Happel-Stadion schmerzlich vermisst worden. "Das wird jetzt mein Finale", gab sich der Kroate zuversichtlich. Otto Baric, wegen seiner "Spuck-Sperre" wieder auf der Tribüne, bezifferte die Chancen auf den UEFA-Cup-Gewinn aus Salzburger Sicht mit 40:60.

Quelle: SN

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