Mixed

Was ist los mit Dominic Thiem?

Die Fitness von Österreichs Tennisstar gibt nach der Aufgabe in Toronto Rätsel auf. Sein Trainer Günter Bresnik findet klare Worte.

Ganze 20 Minuten hat der Auftritt von Dominic Thiem beim mit vier Millionen Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turnier in Toronto gedauert. Bei 1:4 musste Österreichs Tennisstar gegen den Südafrikaner Kevin Anderson wegen einer Hüftverletzung aufgeben. Schon am Donnerstag war Thiem zurück in Wien, wo er sich nun Untersuchungen unterzieht.

Woran laboriert Thiem?
Die linke Hüfte zwickt. "Ich konnte beim Aufschlag nicht wegspringen und mich bei den Grundschlägen nicht richtig drehen", erklärt der 22-Jährige. Doch die Blessur war nicht überraschend aufgetreten. "Er hat sich schon vor Kitzbühel zuhause verletzt, mir aber kein Wort davon erzählt - bis Dienstag", sagt ein etwas verärgerter Trainer Günter Bresnik, der seinem Schützling aus einem anderen Grund vom Kanada-Trip abgeraten hatte. So hatten Thiem die Nachwirkungen einer Stirn- und Nebenhöhlenentzündung schon in Kitzbühel zu schaffen gemacht. "Ich werde jetzt ein MRI von der Hüfte machen lassen und die Blutwerte checken, ob alles okay ist", kündigt Thiem an. Sein Körper würde sich seit Wimbledon nicht mehr fit anfühlen. Neben diversen Untersuchungen wird er daher nun auch einige Tage pausieren. "Ich muss jetzt entspannen."

War die Planung schuld?
Grundsätzlich verneinen Thiem und Bresnik das klar, schließlich ist der Niederösterreicher dank unter anderem vier Turniersiegen und dem French-Open-Halbfinale aktuell die Nummer sechs der Jahreswertung. 86 Matches inklusive Doppel sind aber die meisten aller Spieler und zollen natürlich auch Tribut. "Ich muss mich daran gewöhnen so viele Matches zu spielen", sagt Thiem. Allerdings, sagt Bresnik, hätte man den Turnierplan nach Paris adaptieren müssen und Thiems Ehrgeiz bremsen. Nicht fit anzutreten, mache keinen Sinn. "Da hätte ich strenger durchgreifen müssen. Aber wer nicht hören will, muss jetzt eben fühlen."

Wie geht es weiter?
Die weitere Planung hängt von den Ergebnissen aus den Untersuchungen ab. "Ich glaube nicht, dass es etwas Schlimmeres ist", sagt Thiem. In Los Cabos wäre Thiem als Nummer eins gesetzt. "Ich hoffe, dass ich bis dahin wieder bei 100 Prozent bin", sagt Thiem über das in zehn Tagen beginnende Hardcourtevent, das parallel zum Olympia-Turnier stattfindet. Durchaus möglich scheint, dass er erst beim Masters-1000-Turnier in Cincinnati ab 14. August auf die ATP-Tour zurückkehrt. Zwei Wochen später stünden die US Open auf dem Programm. "In der zweiten Saisonhälfte sind nicht mehr so viele Turniere. Es wird ein bisschen einfacher", sagt Thiem.

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