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Weitere 45 positive Nachtests der Sommerspiele 2008 und 2012

Zwei Wochen vor dem Beginn der Rio-Wettkämpfe stehen erneut die Sommerspiele von Peking und London im Fokus von weitreichenden Dopingverdächtigungen.

Weitere 45 positive Nachtests der Sommerspiele 2008 und 2012 SN/APA (Archiv/AFP)/FRANCK FIFE
Insgesamt 98 Dopingfälle aus nachträglichen Kontrollen.

Bei einer zweiten Welle von Nachtests mit verbesserten Methoden sind weitere 45 Teilnehmer von 2008 und 2012 positiv getestet worden.

Von den neuen 30 Peking-Fällen betreffen 23 Medaillengewinner.

Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Freitag ohne die Nennung der Namen der Betroffenen mit.

"Die neuen Nachtests zeigen ein weiteres Mal das Engagement des IOC im Kampf gegen Doping", betonte IOC-Präsident Thomas Bach.

In Summe wurden in den zwei Wellen mit 1.243 Proben bereits 98 positive Fälle verzeichnet, das sind 7,9 Prozent. Nach IOC-Angaben entfallen die 30 auffälligen unter den 386 Proben der in der zweiten Charge analysierten Tests der Sommerspiele 2008 in Peking auf Athleten aus acht Nationen und vier Sportarten. Im Mai hatte das IOC die Ergebnisse der ersten 454 Peking-Proben bekanntgegeben, damals waren sechs Sportarten und Sportler aus zwölf Ländern von den positiven Proben betroffen, die inzwischen bestätigt sind.

Bei den nun analysierten 138 Nachtests der London-Spiele 2012 sind 15 Sportler aus neun Nationen und zwei Sportarten sowohl in der A- als auch in der B-Probe positiv getestet worden. In einer ersten Welle hatte es 23 Fälle bei den 265 Proben gegeben, damals waren fünf Sportarten und sechs Nationen verzeichnet worden. Die Sportler, ihre Nationalen Olympischen Komitees und Fachverbände sind bereits informiert. Disziplinarverfahren gegen die Betroffenen werden demnächst eingeleitet.

Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) ist nicht betroffen. Bis Freitagnachmittag habe man jedenfalls keine diesbezügliche Mitteilung des IOC erhalten. "Wir wissen von nichts, gehen davon aus, dass kein Österreicher betroffen ist", sagte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes gehört die Dachorganisation ebenfalls nicht zu jenen, die wegen betroffener Sportler informiert worden sind.

Laut dem NOK Russlands waren in der ersten Welle 14 Sportler der Peking-Spiele - unter ihnen laut Medienberichten zehn Medaillengewinner wie Hochspringerin Anna Tschitscherowa - und acht der London-Spiele von den positiven Tests betroffen. Aber die kasachischen Gewichtheber-Olympiasieger Ilja Iljin, Sülfija Tschinschanlo, Maja Manesa und Swetlana Podobedowa gehören ebenso dazu wie die Olympia-Zweiten Apti Auchadow aus Russland sowie die Bronzemedaillen-Gewinnerinnen Julja Kalina aus der Ukraine und Marina Schkermankowa aus Weißrussland. In Summe sind bisher vom Gewichtheber-Weltverband je zehn Fälle von 2008 und 2012 bestätigt.

Der Radsport-Weltverband UCI hat wegen einer positiven Anabolika-Analyse in London die russische Bahnfahrerin Jekaterina Gnidenko, die 2012 keine Medaille gewann, suspendiert. Der türkische Amateurboxer Adem Kilici wurde Anfang Juni vorläufig suspendiert.

Während und nach den Spielen in Rio de Janeiro soll mit den nächsten Analysen von Proben der Spiele 2008 und 2012 begonnen werden. Offen ist weiterhin, ob nach dem Ausschluss russischer Leichtathleten die komplette Mannschaft aus Russland ausgeschlossen wird. Laut russischem NOK waren in der ersten Welle 14 Sportler der Peking-Spiele und acht der London-Spiele von den positiven Tests betroffen.

(APA)

Aufgerufen am 21.06.2018 um 03:55 auf https://www.sn.at/sport/mixed/weitere-45-positive-nachtests-der-sommerspiele-2008-und-2012-1234273

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