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Wer soll Djokovic schlagen? "The Best" gegen den Rest

Novak Djokovic ist nach dem Aus von Andy Murray der große Gejagte bei den US Open. Wer soll ihn auf seinem Weg zum 13. Grand-Slam-Triumph stoppen?

Roger Federer war verletzungsbedingt gar nicht erst angereist. Rafael Nadal musste sensationell im Achtelfinale die Segel streichen und nun flog auch noch Andy Murray raus. Der in den vergangenen Monaten mit dem Wimbledontriumph und Olympia-Gold unbesiegbare Schotte lieferte sich mit Kei Nishikori ein Duell, das einer fast vierstündigen Achterbahnfahrt glich. Am Ende setzte es ein 6:1, 4:6, 6:4,1:6, 5:7. "Es war ein gutes Match, aber man kann nicht jedes davon gewinnen", sagte der Weltranglistenzweite. Wer soll nun Novak Djokovic auf dessen Weg zum 13. Grand-Slam-Titel stoppen? Die Nummer eins und seine drei Herausforderer vor dem Halbfinale heute, Freitag (ab 21 Uhr), im Überblick . . .

Der Gejagte: Hat Djokovic wieder zu alter Stärke zurückgefunden? Das lässt sich trotz fünf Siegen noch immer nicht ganz beantworten. Zwar gab der Serbe erst einen Satz ab, allerdings kamen ihm gleich drei Gegner frühzeitig verletzungsbedingt abhanden. So auch Jo-Wilfried Tsonga, der bei 3:6, 2:6 aufgeben musste. Das Halbfinale gegen Gaël Monfils wird also die erste Herausforderung für Djokovic, der selbst auch noch mit Problemen am Ellbogen zu kämpfen hat. "So eine Aufgabenserie ist mir noch nie passiert. Aber ich bin im Halbfinale und das ist das, was zählt", sagt Djokovic. "Je länger das Turnier dauert, desto besser fühle ich mich."

Ein frühes Aus in Wimbledon, ein tränenreicher Abschied von Olympia, Verletzungssorgen und private Probleme. Hinter der Form des zuvor unantastbaren Nummer eins stand ein Fragezeichen, das nun zumindest kleiner geworden ist. Der "Djoker" (29) will es in ein Ausrufezeichen verwandeln. In einem Halbfinale ohne Federer, Nadal und Murray ein Kinderspiel. Könnte man meinen.

Der Entertainer: Schlägt in New York die große Stunde von Gaël Monfils? Sicher ist, dass ihm die Gunst der Fans gehört. Der Franzose gehört zu den absoluten Ticketsellern, obwohl ihm der große Coup bisher verwehrt blieb. Seine Auftritte werden zur Show. Seine akrobatischen Einlagen reißen die Zuschauer von den Sitzen. Oft wurde er von Verletzungen zurückgeworfen, jetzt ist der 30-Jährige in der Form seines Lebens und gab noch keinen Satz ab. "Ich habe eine zweite Chance auf mein erstes Grand-Slam-Finale, und die Chance, ihn das erste Mal zu schlagen, die Nummer eins zu schlagen."

Der Volksheld: In Asien spielt er finanziell dank Multimillionen-Verträgen längst in der Liga von Federer und Co. Der Kult um Kei Nishikori (26) in seiner Heimat sprengt beim Japaner alle Grenzen. Was für den globalen Ruhm fehlt ist ein Grand-Slam-Triumph. 2014 unterlag er im US-Open-Finale Marin Cilic. Gegen Stan Wawrinka will er nun in sein zweites großes Endspiel. Den Mann der Stunde hat er jetzt aus dem Weg geräumt. Völlig ruhig und entspannt behielt er im Krimi gegen Murray und dessen Wutausbrüche die Oberhand. Seine größte Stärke: Er hat keine Schwäche.

Der Kanonier: Keiner schießt die Rückhand so scharf wie Stan Wawrinka (31). Mit seinem spektakulären Paradeschlag entlang der Linie beendete er auch den Erfolgslauf von Thiem-Bezwinger Juan Martín del Potro. Der Schweizer weiß als zweifacher Major-Sieger, wie man große Turniere gewinnt. Er ist nun endgültig im Turnier angekommen, nachdem er in Runde drei nur einen Punkt vor dem Aus gestanden war. Dank seiner "Waffen" ist er wohl die größte Gefahr für Djokovic, den er im Paris-Finale 2015 im vielleicht besten Match überhaupt besiegte. Davor wartet aber Nishikori. "Er spielt unglaublich", ist Wawrinka gewarnt.

Aufgerufen am 18.11.2018 um 07:30 auf https://www.sn.at/sport/mixed/wer-soll-djokovic-schlagen-the-best-gegen-den-rest-1083268

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