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Wieder fieberfreie ÖSV-Damen brennen auf Podest-Comeback

Nach der starken vergangenen Speed-Saison sind Österreichs Ski-Damen bisher mit nur einem Sieg und einem dritten Rang hinter den Erwartungen geblieben. Auf der bei Nicole Schmidhofer und Co. beliebten Kandahar in Garmisch-Partenkirchen soll sich in der Abfahrt am Samstag und dem Super-G am Sonntag das Blatt wenden, allerdings lagen fast alle ÖSV-Athletinnen zuletzt mit grippalen Infekten flach.

Nicole Schmidhofer fühlt sich wieder fit SN/APA (AFP/Archiv)/MARK RALSTON
Nicole Schmidhofer fühlt sich wieder fit

Zur Erinnerung: in der Abfahrt gab es in der Vorsaison einen Disziplin-Wertungssieg von Schmidhofer vor ihren Teamkolleginnen Stephanie Venier und Ramona Siebenhofer, im Super-G wurde Schmidhofer Zweite. In der aktuellen Abfahrts-Wertung ist Schmidhofer Fünfte, 111 Punkte hinter der führenden Schweizerin Corinne Suter, die im einzigen Garmisch-Training am Freitag Bestzeit fuhr. Im Super-G liegen Venier und Schmidhofer als Siebente und Achte ebenfalls noch in Schlagdistanz.

Möglich ist das, weil die Dichte und daher auch der Favoritinnenkreis größer geworden sind und es sehr eng hergeht. In den bisherigen fünf Abfahrten gab es fünf verschiedene Siegerinnen, auch in den vier Super-G gewann jeweils eine andere. Und über beide Disziplinen betrachtet ist die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin die Einzige, die jeweils ein Rennen gewann. Nach dem Tod ihres Vaters fehlt sie aber auf der Kandahar.

Die magere ÖSV-Bilanz sagt, dass Schmidhofer den zweiten Abfahrtslauf in Lake Louise gewonnen und für den einzigen weiteren Speed-Podestrang Venier als Dritte im ersten Downhill-Rennen in Kanada gesorgt hatte.

"Es sind die drei wichtigsten Wochen des Jahres und wir fallen nach der Reihe um, das ist ein bisserl ungünstig", sagte die wieder fitte Schmidhofer zur Erkrankungswelle. Sie musste deshalb auch eine Bansko-Abfahrt auslassen, wurde in der zweiten geschwächt 24. sowie im Super-G 13. Im wetterbedingt einzigen Sotschi-Rennen, dem Super-G, kam sie auf Rang elf. "Ich war zehn Tage außer Gefecht, aber jetzt fühle ich mich bereit für eine richtig gute Speedwoche."

Auch wenn in dieser Saison "ein bissl der Wurm drinnen" sei, werde sie sich nun auf die nächsten Rennen fokussieren und konzentrieren und schauen, dass sie wieder in den Rhythmus komme. "Nach dem vielen im Bett-Liegen geht mir das Timing ein bisserl ab, das habe ich letzte Woche im Super-G gemerkt." Auch die Selbstverständlichkeit fehle ihr, wie sie am Start vor dem Trainingslauf feststellte (13.). "Es muss eine große Steigerung her, das ist sicher möglich, ich weiß, wo die Zeit ist."

Venier kehrte als Vorjahressiegern nach Garmisch zurück, und damit mit gutem Gefühl und guten Erinnerungen, wie sie erzählte. "Garmisch ist wie ein Heimrennen für mich. Ich glaube, Garmisch mögen wir alle relativ gern, es ist eine richtige Abfahrt mit Gleitpassagen und Sprüngen, der Hölle und schwierigen Sachen."

Im Super-G läuft es für sie gut, in der Abfahrt kam sie nach Platz neun in Zauchensee allerdings nicht mehr in die Top 15. "Letztes Jahr haben wir bis auf zwei alle Abfahrten gewonnen, heuer ist es schwieriger, aber wir haben es trotzdem drauf. Wir werden zusammenhalten, in guten wie in schlechten Zeiten."

Den Teamgeist beschwört auch Tamara Tippler: "Wenn bei jedem Rennen ein, zwei auf dem Podest sind, ist alles easy cheesy. Jetzt, wo ein bisserl Gegenwind kommt und andere schneller sind, zeigt sich, wie wir im Team zusammenhalten." Und auch wenn man noch ein paar Mal umgeworfen, oder in Garmisch vielleicht wieder nicht auf dem Podest landen werde, würde man weiterkämpfen und das nächste Mal wieder auf Sieg fahren. "Das wird sicher belohnt werden."

Erst zweimal schaffte sie es in diesem Winter in den Speedbewerben in die Top Ten, die Erkrankung spielt ihr natürlich auch nicht in die Karten. "Bis Samstag wird das hinhauen, dass ich mich da runterkämpfe", ist sich die Steirerin sicher. Sie hat sich die auf der Damenpiste ausgetragene Abfahrt der Herren am Fernseher angeschaut. Vorgenommen hat sie sich, mit einem Lächeln am Start zu stehen. "Ich habe mir Gedanken gemacht, warum gewisse Sachen passieren, warum ich nicht den ganzen Lauf durchziehen kann. Man muss sich am Start freuen und nicht Angst haben, dass man einen Fehler macht."

Schon das zweite mal krank in diesem Winter ist Siebenhofer, sie wird deshalb kurzfristig über einen Start entscheiden. "Man kann dem nur schwer ausweichen, wenn alle Teams im selben Hotel wohnen und das zwei Wochen auf engstem Raum." Das Training am Freitag habe gezeigt, dass sie vom Skifahren weit entfernt sei. "Grausam, was eine Krankheit mit dem Körper machen kann, wie energielos man ist."

Quelle: APA

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