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Wiesberger zittert um Ryder-Cup-Premiere

Als erster Österreicher wäre Bernd Wiesberger für den Ryder Cup qualifiziert - doch soll dieser im September überhaupt gespielt werden?

Bernd Wiesberger hofft noch immer auf einen Ryder Cup mit Zuschauern. SN/gepa
Bernd Wiesberger hofft noch immer auf einen Ryder Cup mit Zuschauern.

Zuschauer, die im Stil britischer Fußball-Hooligans auf das Grün stürmen, Jubelgesten, wenn ein Spieler der gegnerischen Mannschaft den entscheidenden Put vergibt, und alle möglichen Mätzchen, um Spieler aus der Fassung zu bringen - der Ryder Cup offenbart eine Seite des Golfsports, die man für gemeinhin nicht mit diesem Sport in Verbindung bringen würde. Doch das ist eben die Faszination Ryder Cup. Dahinter verbirgt sich der Kontinentalvergleich der jeweils zwölf besten Golfer aus den USA und aus Europa. Das heißt: Als 1927 der Samenhändler Samuel Ryder den Pokal gespendet hatte und damit zum Namensgeber des Golfturniers wurde, war es noch der Vergleich zwischen Großbritannien und den USA, doch aufgrund der drückenden Überlegenheit der US-Mannschaft wurde das britische Team ab 1979 um Spieler aus ganz Europa erweitert.

Im Jahr 2020 könnte nun eine weitere Premiere hinzukommen: Der Burgenländer Bernd Wiesberger wäre als erster Österreicher für den Wettkampf qualifiziert. Wiesberger ist in der aktuell eingefrorenen Weltrangliste der neuntbeste Europäer, zwei Briten (Paul Casey, Matthew Fitzpatrick) liegen in unmittelbarer Reichweite vor ihm. Zwar haben die Kapitäne bis zu vier Wildcards innerhalb der zwölf Plätze, aber in aller Regel hält man sich bis auf ein, zwei Ausnahmen an die Weltrangliste - und da wäre Wiesberger drinnen.

Doch ob Wiesberger ab 25. September in Wisconsin (USA) zu seiner historischen Chance kommt, das wird immer unklarer. Zwar halten die Ausrichter an dem Termin notfalls auch ohne Zuseher fest, doch immer mehr Spieler sprechen sich gegen einen Ryder Cup ohne Zuschauer aus. Wie sieht das Wiesberger? "Mein vorrangiges Ziel wäre natürlich der Ryder Cup 2020 mit Fans. Diese Hoffnung gebe ich nicht auf, da man ja auch nie weiß, was das nächste Jahr sportlich bringen wird. Aber bevor es ganz ohne Zuschauer abgeht, wäre es besser, auf 2021 zu verschieben."

Wiesberger hat die letzten Wochen auf seinem Heimatplatz Bad Tatzmannsdorf verbracht. "Ich habe dort grundsätzlich alle Rechte, aber es fühlt sich trotzdem komisch an, wenn man wie im April ganz allein auf dem Platz ist." Zumindest eröffnet dies neue Möglichkeiten: Wiesberger hat sich die Abschläge neu gesucht, um so die Länge der Golfbahnen variieren zu können.
Auf jeden Fall würden die Europäer als Titelverteidiger in den Wettkampf gehen, da sie 2018 in Paris gewonnen haben.

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Aufgerufen am 04.12.2020 um 10:14 auf https://www.sn.at/sport/mixed/wiesberger-zittert-um-ryder-cup-premiere-87302200

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