Sport

Zwei heiße Medaillenanwärter in Österreichs Kanu-Team

Am Mittwoch greifen die zwei heißesten Medaillenanwärter unter Österreichs Kanuten ins Geschehen ein. Felix Oschmautz und Nadine Weratschnig haben sich bereits ins Rampenlicht gebracht.

Felix Oschmautz. SN/gepa
Felix Oschmautz.

Felix Oschmautz im Kajak und Nadine Weratschnig im Canadier haben eine starke Saison mit Podesträngen beim letzten Weltcup vor den Spielen hinter sich, beide fanden sich auch beim Training im Kasai Canoe Slalom Centre gut zurecht. Für Weratschnig geht es mit den Vorläufen um 5.50 Uhr MESZ los, für Oschmautz um 6.50 Uhr.

Besonders für die Kärntnerin sei eine Medaille das Ziel, sagte Cheftrainer Helmut Oblinger im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur, schließlich sei sie unter den Top fünf gesetzt. Ihr mit 22 Lenzen ein Jahr jüngerer Landsmann habe sich laut dem Coach stark weiterentwickelt. "Für beide sollte die Qualifikation kein Stolperstein sein. Wir haben das Potenzial, dass wir mit zwei Medaillen heimfahren", gab sich der Oberösterreicher optimistisch. "Aber wir wissen auch, dass es nicht so einfach ist."

Weratschnig fühlt sich so gefestigt, dass sie in Vorlauf und Semifinale noch ein wenig Reserven aufsparen kann. "Das kann man taktisch gestalten, damit nicht die ganze Kraft draufgeht", sagte sie. "Aber es ist schon eine gute Übung, wenn man Einsatz zeigt und weiß, wo bin ich überhaupt. Ich werde auf jeden Fall jedes Rennen als Finale betrachten." Grundsätzlich sei ein Finaleinzug bei Olympia leichter als etwa bei Weltmeisterschaften, da nur ein Boot pro Nation teilnahmeberechtigt ist.

Die 23-Jährige fühlt sich nervenstark und bezeichnet sich als ein bisschen eine Gefühlspaddlerin. "Wenn mir der Kurs oder die Strecke taugt, dann bin ich voll da. Tokio gefällt mir total. Das ist genau so ein Kurs, dass ich sage, das macht mir Spaß." Für die Olympia-Premiere im Canadier-Einer der Frauen setzt sich Weratschnig einmal den Finaleinzug zum Ziel. "Top fünf wünsche ich mir natürlich. Aber es ist halt Olympia, das ist ganz etwas Eigenes", weiß sie um die speziellen Gesetzmäßigkeiten.

Keine Konkurrenz zur Zwillingsschwester

Dass ihre Wahl einst auf den Canadier fiel, hatte übrigens mit ihrer Zwillingsschwester Nina zu tun. "Mein Trainer hat einmal zu mir gesagt, 'Mach du den Canadier, damit kein Konkurrenzkampf zustandekommt'." Die Schwester war demnach fortan im Kajak unterwegs. "Da war es dann auch leichter für uns, zusammen zu trainieren." Ihr erster großer Einzelerfolg gelang Nadine Weratschnig vor vier Jahren mit Bronze bei den Europameisterschaften.

Solche Erfolge hat Oschmautz noch nicht vorzuweisen, das ist aber zum Großteil seinen jungen Jahren geschuldet. Oblinger machte darauf aufmerksam, dass der Altersdurchschnitt in den ersten zehn der Kajak-Weltrangliste der Männer 32,5 Jahre ist. Da ist Oschmautz weit weg und leistungsmäßig trotzdem schon dabei. Oblinger: "Felix ist in einer bombastischen Form. Er ist auch mental gut und hat eine ziemlich große Zukunft vor sich. Er geht berechtigterweise mit großen Erwartungen an den Start."

Viktoria Wolffhardt schon im Semifinale

Schon 2016 noch als 16-Jähriger war Oschmautz EM-Neunter geworden. "Da habe ich gemerkt, es ist auf jeden Fall möglich, an der Spitze mitzufahren", erklärte der ÖKV-Athlet der APA. "In den letzten Jahren habe ich es geschafft, dass ich das stabilisiere und abrufen kann." Der jüngste Aufwärtstrend liege vor allem in gutem Training begründet, an die Olympia-Strecke hat er durch Rang drei im Herbst 2019 bei den Pre-Olympics gute Erinnerungen.

Seine Stärken sieht Oschmautz im Körperlichen und Technischen, Nachteil könnte nach eigener Einschätzung die mangelnde Erfahrung sein. "Weil es meine ersten Spiele sind, könnte es sein, dass ich mit der Situation erst umzugehen lernen muss. Aber ich habe mich mit bestem Gewissen darauf vorbereitet und ich hoffe, am Ende kann ich keine Schwächen mehr zeige."

Schon am Dienstag ist mit Viktoria Wolffhardt die dritte rot-weiß-rote Wildwasser-Kanutin im Olympia-Einsatz. Für die Niederösterreicherin geht es nach am Sonntag überstandenem Vorlauf um 7.00 Uhr MESZ ins Semifinale. "Ihr erster Lauf war nicht so gut, ihr zweiter schon besser", zog Oblinger am Tag danach Bilanz. "Das Ziel für sie sind auf alle Fälle die Top Ten und damit der Finaleinzug." Um die Medaillen geht es auch noch am Dienstag ab 9.15 Uhr MESZ.

SPORT-NEWSLETTER

Jetzt anmelden und wöchentlich die wichtigsten Sportmeldungen kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 28.10.2021 um 10:07 auf https://www.sn.at/sport/mixed/zwei-heisse-medaillenanwaerter-in-oesterreichs-kanu-team-107146936

Kommentare

Schlagzeilen