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Zwei Medaillen als ÖRV-Ziel bei Rodel-WM in Sotschi

Österreichs Kunstbahn-Rodler gelten bei Großveranstaltungen als Medaillenbank. Bei den Weltmeisterschaften 2019 hatte das ÖRV-Aufgebot fünf Stück Edelmetall eingefahren. Vor den Titelkämpfen ab Freitag in Sotschi muss das Team von Cheftrainer Rene Friedl wegen des Ausfalls von Lorenz Steu/Thomas Koller kleinere Brötchen backen. Friedl nannte zwei Medaillen als Ziel, die U23-Bewerbe eingeschlossen.

Rodelverband-Cheftrainer Rene Friedl SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Rodelverband-Cheftrainer Rene Friedl

Die Österreicher haben sich auf die schwierige Olympiabahn von 2014 seit zwei Jahren mit mehreren Trainingslagern bestmöglich vorbereitet. Doch der Heimvorteil der Russen ist nicht wettzumachen, sie haben ihre Favoritenrolle in den Weltcuprennen der vergangenen Saison eindrucksvoll bestätigt. "Wir sind damals im Weltcup ohne Podest geblieben, die Russen haben die gesamte Rodelwelt vorgeführt", erinnerte Friedl im Vorfeld der WM-Saison.

Die ÖRV-Hoffnungen bei der WM beschränken sich auf die Rennen im Herren-Einsitzer und in der U23-Klasse. Die Damen um die 21-jährige U23-Europameisterin Madeleine Egle befinden sich im Aufbau für Olympia 2022, und im Doppelsitzer schwächte der Ausfall von Steu/Koller wegen eines komplizierten Schien- und Wadenbeinbruchs von Steu die Mannschaft beträchtlich. Das Duo war im Vorjahr an drei Medaillen (zweimal Doppelsitzer-Bronze, Team-Silber) beteiligt. In Sotschi geben nun Yannick Müller/Armin Frauscher ihr WM-Debüt.

Bei den Herren soll der Olympiasieger die Kohlen aus dem Feuer holen. David Gleirscher hat in dieser Saison seinen ersten Weltcupsieg gefeiert und befindet sich in Topform. Das hat er in den ersten Trainingsfahrten bestätigt. Auch Jonas Müller, der Titelverteidiger im Sprint und U23-EM-Zweite, kommt mit dem technisch anspruchsvollen Eiskanal gut zurecht. "David hat sich in der Trainingswoche wieder sehr gut präsentiert, auch Jonas traue ich einiges zu. Er ist ein Wettkampftyp und immer für eine Überraschung gut", erklärte Friedl, der seine 14. Saison als ÖRV-Coach bestreitet.

Ex-Weltmeister Wolfgang Kindl ist wegen eines Knochenmarksödems und eines Haarrisses in der Speiche gehandicapt, im Training auf der WM-Bahn hat er sich zudem eine Fingerprellung und eine Kapselverletzung zugezogen. "Bei ihm sind Prognosen aktuell schwierig", sagte der Cheftrainer. "Sein fahrerisches Potenzial ist aber unbestritten." Kindl liegt nach eigenen Worten diese Bahn mit ihrem "speziellen Charakter" sehr, er war dort im Weltcup schon einmal Zweiter. "Diese Bahn verzeiht keine Fehler, wegen der Aufwärtspassagen speziell im unteren Teil wirken sich die doppelt aus", betonte der Tiroler.

Friedl muss angesichts der Verletzungsprobleme die Erwartungen herunterschrauben. "Wenn wir mit zwei Medaillen heimkommen, wäre ich sehr zufrieden. Wir werden uns auf jeden Fall so teuer wie möglich verkaufen."

WM-Programm Kunstbahn-Rodeln in Sotschi (jeweils live in ORF Sport +): Freitag (11.30 Uhr): Sprint-Bewerbe; Samstag: Doppelsitzer (11.40) und Damen (14.15); Sonntag: Herren-Einsitzer (11.15) und Team-Staffel (15.50).

Quelle: APA

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