Mixed

Zwischenränge 6, 7 und 8 für Österreichs Segelcrews

Zweieinhalb Meter hohe Wellen, die Lara Vadlau wie "Berge" vorkamen, haben den Seglern am Donnerstag bei der Olympiaregatta vor Rio de Janeiro die Kräfte geraubt.

Zwischenränge 6, 7 und 8 für Österreichs Segelcrews SN/APA (EXPA)/EXPA/JOHANN GRODER
Vadlau/Ogar liegen auf dem achten Zwischenrang.

Wer nicht kenterte, blieb im Spiel und Österreich Boote sind noch mit dabei. Der Nacra 17 mit Thomas Zajac/Tanja Frank ist Sechster, die 470er Matthias Schmid/Florian Reichstädter sind Siebente sowie Lara Vadlau/Jolanta Ogar Achte.

Schmid/Reichstädter wurden in ihren Wettfahrten Sechste und Neunte, sie haben 18 Zähler auf dem Konto, die führenden Kroaten Sime Fantela/Igor Marenic vier. Das ÖOC-Duo erwischte beide Male keinen guten Start. Und an diesem Tag spielte zudem das Glück eine große Rolle.

"Es waren irrsinnig hohe Welle, eher zum Überleben, wirklich anstrengend zum Segeln. Ein Kampf gegen die Naturgewalten, nach fünf Stunden bin ich jetzt am Ende", sagte Steuermann Schmid, der sichtlich geschafft wirkte. "Die Wellen waren zweieinhalb Meter hoch, mit der Strömung schiebt sich das zusammen. Wir haben auf der Vorwind teilweise nur geschaut, dass wir nicht umfallen."

Bei jeder Welle, die über einen drüberkomme, müsse man das Segel aufmachen und wieder dicht machen, schilderte Schmid die Schwierigkeit. Man müsse die ganze Zeit aufpassen, dass man nicht rausfalle. "Das ist wie, wenn du beim Rodeoreiten auf einem Büffel sitzt, und irgendwann haut es dich runter", verglich es Vorschoter Reichstädter. "In Summe war es kein schlechter Tag, wir sind im Spiel, das ist wichtig", fügte er an. "Es war nicht unfair, sondern einfach nur brutal."

Die 470er-Damen ließen einem zwölften Rang Platz fünf folgen. Auf dem Konto schlägt sich das mit gesamt 20 Punkten nieder, die führenden Neuseeländerinnen Jo Aleh/Polly Powrie halten bei sechs. Vadlau war genauso erledigt wie die männlichen Kollegen. "So etwas habe ich überhaupt noch nie gesehen, bist deppert, das war extrem zäh. Gestern der Tag auch schon, extrem grenzwertige Bedingungen, weil es so gedreht hat", sagte die Kärntnerin.

"Heute war es einfach nur ein Kampf ums Überleben. Es waren so Riesenwellen, dass ich gedacht habe, wenn wir normal fahren, dass wir umfallen, weil es uns einfach weggeblasen hat. Die Silbermedaillengewinnerin von London ist vor uns gekentert, es hat ein paar einfach umgehauen. Wir sind einfach froh, dass wir so durchgekommen sind."

Sie seien nun drei Jahre zum Trainieren in Rio gewesen, dieses Erlebnis war neu. "In meinem Leben habe ich so etwas noch nicht gesehen. So eine Welle. Wir sind auf Berge zugefahren, es war unglaublich. Es war mit Abstand der härteste Tag in meinem Segelleben."

Körperlich sei es extrem zäh und man habe zudem großen Stress, weil man wisse, wenn man umfällt, ist es vorbei. "Du zitterst am ganzen Körper. Ich habe Krämpfe in beiden Vorarmen bekommen." Auch dass sie hinter der Konkurrenz liegen, sei nicht so lustig. "Wir haben uns gedacht, wenn da halbwegs normale Bedingungen sind, sollte es ganz cool ausschauen. Vom Seglerischen her war es heute einfach nur Überleben. Ich hoffe, ein Tag ist normal und dann können wir zeigen, was wir draufhaben." Am Freitag sollen sich die Bedingungen ändern.

Da am Mittwoch eine Wettfahrt ausgefallen war, mussten die Nacra 17 am Donnerstag gleich vier segeln. Zajac/Frank erreichten die Ränge 12, 6, 9 und 8 und haben als Gesamtsechste 38 Zähler auf dem Konto, voran liegen die Australier Jason Waterhouse/Lisa Darmanin mit 17.

"Wir waren ganz drinnen auf dem Ponte-Kurs, das war es nicht so schlimm wie auf den äußeren Bahnen. Aber der Wind war sehr böig und drehend, teilweise hatte es 25 Knoten, dann wieder fünf. Die Welle waren sehr spitz, es war recht mühsam", berichtete Vorschoterin Tanja Frank, die sich über die konstanten Leistungen an diesem Tag freute. Der Ruhetag am Freitag kommt ihnen gelegen: "Wir sind vorne dabei, wir wissen, dass wir es können. Die Hälfte ist mal geschafft."

Quelle: APA

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