Motorsport

24 Stunden von Daytona: Neue Herausforderung für Ex-F1-Stars

Von A wie Alonso bis Z wie Zanardi: Der Langstreckenklassiker ist am Wochenende so prominent besetzt wie selten zuvor. Neun Österreicher bzw. Wahl-Österreicher mischen mit.

24 Stunden Jagd nach der goldenen Uhr: Mit dem Klassiker im Daytona International Speedway wird am Wochenende (Start Samstag 20.35 MEZ) traditionell die internationale Langstreckensaison eröffnet. Seit Rolex als Titelsponsor dabei ist, können sich die Piloten des Siegerteams über goldene Uhren freuen. Für die Amerikaner ist in Florida auch der Auftakt der in den vergangenen Jahren immer populärer geworden Sportwagen-Meisterschaft (IMSA), für viele Europäer geht es um Prestige. Gefahren wird in vier Klassen: Den Daytona-Prototypen (DPI), den kleinen Prototypen aus der WM (WEC), LMP2, sowie in den GT-Klassen GTLM (für Werke) und GTD (für Privatteams).

Zahlreiche frühere Formel-1-Stars, darunter der eben zurückgetretene Fernando Alonso, geben sich auf dem 5,7-Kilometer-Kurs in Nordflorida ein Stelldichein. Interessante Duelle sind in allen Kategorien bis auf die nur mit vier Autos beschickte LMP2 zu erwarten. Bei den Daytona-Prototypen geht es zwischen Cadillac, Acura/Honda, Nissan und Mazda ans "Eingemachte", wobei nach dem Vortest die Mazda-Boliden favorisiert werden: Denn die werden vom mehrfachen Langstrecken-Weltmeisterteam von Reinhold Joest eingesetzt.

Einziger österreichischer Sieger: Karl Wendlinger (2000)

Bei den GTLM treffen die Werksautos von BMW, Ford, Chevrolet (Corvette), Ferrari und Porsche aufeinander. Porsche ist dank der "goldenen Ära" in den 1970er- und 1980er-Jahren erfolgreichster Hersteller in Daytona mit 18 Siegen (von 1968 bis 2003) und gewann als Motorenbauer insgesamt sogar 22 Mal. Die erfolgreichsten Fahrer sind mit je fünf Gesamtsiegen die Amerikaner Hurley Haywood (langjähriger Porsche-Hauspilot) und Scott Pruett, der am Wochenende als "Grand Marshall" (Ehrenstarter) fungiert. Einziger österreichischer Gesamtsieger in Daytona war 2000 Karl Wendlinger in der Oreca Dodge Viper gemeinsam mit Olivier Beretta und Dominique Dupuy nach 4142,25 Kilometern.

In der 57. Auflage des 24-Stunden-Klassikers sind so viele Österreicher und Wahl-Österreicher wie noch nie am Start: neun. Sein Prototypendebüt gibt der Tiroler René Binder im Juncos-Cadillac (mit Kaiser/Canapino/Owen). In einem Joest-Mazda fährt der in Bregenz lebende Ex-DTM-Champion René Rast (mit Bernhard/Nunez/Jarvis).

Bei den Werks-GT kommt der Salzburger Philipp Eng zum zweiten Mal in Florida zum Einsatz, der M8 wird von Rahal-Letterman-Lanigan Racing eingesetzt (mit Farfus/de Philippi/Herta). Bei den privaten GT sind der Salzburger Mathias Lauda (mit Lamy/Dalla Lana/Serra im Ferrari), der Wiener Mirko Bortolotti (im Grasser-Lamborghini mit Ineichen/Engelhart/ Breukers), der Haller Dominik Baumann (im P1-Mercedes mit Buhk/Schiller/Perez), der Judenburger Klaus Bachler (im neuen NGT-Porsche 911 GT3 R mit Haering/Müller/Goerig/Renauer), der Wahl-Salzburger Christopher Haase (im Starworks-Audi R8 mit Chase/Dalziel/Perez-Companc) und der Wahl-Tiroler Marco Seefried (im Black Swan-Porsche mit Pappas/Cairoli/Werner) mit dabei. Bortolotti und Grasser verteidigen ihren sensationellen Klassensieg von 2018.

Spezial-BMW für Alex Zanardi

Im Mittelpunkt des Interesses wird wohl der frühere F1-Pilot und CART-Doppelmeister Alex Zanardi stehen: Der seit dem Lausitzring-Drama 2001 beinamputierte Bologneser fährt einen speziell adaptierten Werks-BMW. Seine Rückkehr in die USA, wo er seine größten Erfolge feierte, ist gleichzeitig sein Debüt in den "Rolex 24 hours".

Nach dem Sieg mit Toyota in Le Mans möchte Formel-1-Aussteiger Fernando Alonso nun auch in Daytona siegen, er steuert einen Cadillac von Wayne Taylor u. a. mit Toyota-Teamkollegen Kamui Kobayashi.

Christian Fittipaldi - der Neffe von Emerson fuhr von 1992 bis 1994 in der Formel 1 - will mit der Wiederholung seines Vorjahressieges seine Laufbahn beenden.

Neben weiteren Ex-F1-Piloten wie Rubens Barrichello und Felipe Nasr sowie Indycar-Topstars wie Scott Dixon, Simon Pagenaud oder Helio Castroneves tritt auch ein Damenteam an: Im Acura NSX des Meyer-Shank-Teams wechseln einander die Britin Katherine Legge, die Schweizerin Simona de Silvestro, die Brasilianerin Ana Beatriz und die Dänin Christina Nielsen ab.

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