Motorsport

Coronavirus bremst Königsklasse aus - China-GP verschoben

Der für 19. April geplant gewesene Grand Prix von China ist am Mittwoch wegen des grassierenden Coronavirus auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben worden. Das Rennen solle zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, "wenn die Situation sich verbessert", teilten die Motorsport-Königsklasse und der Internationale Automobilverband (FIA) mit.

Grand-Prix-Strecke in Schanghai am 12. April 2019. SN/gepa pictures/ xpb images
Grand-Prix-Strecke in Schanghai am 12. April 2019.

Der Grand Prix auf dem Shanghai International Circuit war eigentlich als vierter der insgesamt 22 Saisonläufe geplant gewesen. Der Veranstalter des Rennens habe nach längeren Gesprächen mit der FIA, dem chinesischen Motorsportverband und der Sportbehörde von Shanghai um die Verlegung gebeten, hieß es in der Mitteilung. Mit dieser Entscheidung solle "die Gesundheit und die Sicherheit der reisenden Mitarbeiter, der WM-Teilnehmer und Fans" gesichert werden.

Die Gesamtzahl der Opfer durch das Virus Sars-CoV-2 auf dem chinesischen Festland liegt inzwischen bei mehr als 1.100. Bei mehr als 44.000 Menschen wurde die "Covid-19" genannte Erkrankung bestätigt. Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt, in Österreich bisher noch keiner.

Die Formel-1-WM startet am 15. März traditionell mit dem Australien-Grand-Prix in Melbourne, eine Woche später geht es in der Wüste von Sakhir in Bahrain weiter. Am 5. April soll erstmals in Vietnam auf einem Stadtkurs in Hanoi gefahren werden. Doch auch an der Premiere dieses Rennens gibt es inzwischen Zweifel wegen des Coronavirus. Hanoi liegt nur rund 150 Kilometer entfernt von der Grenze zu China.

Zuvor hatte die vollelektrische Rennserie Formel E schon ihr Gastspiel im chinesischen Sanya abgesagt, das für den 21. März geplant war. Auch eine Reihe weiterer Sportereignisse wurde wegen des Coronavirus gestrichen, darunter die Hallen-WM der Leichtathleten in Nanjing, die Weltcup-Skirennen in Yanqing und das internationale Reitturnier in Hongkong. Auch etliche Fußballspiele, etwa der asiatischen Champions League, wurden verlegt.

Wegen der Ausbreitung der Infektionskrankheit zeigten sich auch die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele vom 24. Juli bis 9. August 2020 in Tokio "ernsthaft besorgt". Die Vorbereitungen für das weltgrößte Sportereignis und die Paralympics (25. August bis 6. September) in Japan laufen aber weiter wie geplant.

Durch den engen Rennkalender in der Formel 1 mit der Rekordanzahl von 22 Saisonläufen wird es äußerst schwer, einen Ersatztermin für China zu finden. Das weiß auch Chase Carey, der Chef der Motorsport-Königsklasse. "Wir werden nicht etwas machen, was nicht gut für uns oder die Teams ist", versprach der 66-Jährige. "Wir mögen den 22 Rennen umfassenden Kalender, können aber auch mit 21 leben", ließ Carey bereits am Mittwoch durchklingen, dass es heuer wohl keinen Grand Prix im "Reich der Mitte" geben wird.

Eine Absage in der Formel 1 gab es zuletzt 2011. Damals wurde der WM-Lauf in Bahrain zum Auftakt der Saison wegen politischer Unruhen im Land nicht ausgetragen.

China ist seit 2004 mit dem Shanghai International Circuit Gastgeber der Motorsport-Königsklasse. Für Autobauer und viele als Sponsoren der Rennserie engagierte Unternehmen ist der chinesische Markt von großer Bedeutung. Daher tat sich die Formel 1 schwer mit der Entscheidung über eine Absage des WM-Laufs. So hatte erst am Montag Mercedes-Teamchef Toto Wolff gesagt: "Nicht zu fahren, das wäre schade. Wir hatten im vergangenen Jahr volle Tribünen, es war ausverkauft."

Quelle: APA

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