Motorsport

Crash zwischen Hamilton und Verstappen in Monza

Spektakulär geendet hat der Formel-1-Grand-Prix von Monza für die beiden WM-Kontrahenten. Lewis Hamilton und Max Verstappen kollidierten in der ersten Schikane und mussten das Rennen beenden. Den Sieg holte sich sensationell McLaren-Pilot Daniel Ricciardo.

McLaren hat im turbulenten Formel-1-Grand-Prix von Italien einen Doppelsieg durch Daniel Ricciardo und Lando Norris eingefahren. Dritter wurde Valtteri Bottas. Im Mittelpunkt standen am Sonntag in Monza allerdings die WM-Rivalen Max Verstappen und Lewis Hamilton, die bei Halbzeit des Rennens spektakulär kollidierten und beide ausschieden.

Der Red Bull und der Mercedes fuhren eingangs der 26. Runde nebeneinander in die Schikane, es kam zum Kontakt. Dabei wurde Verstappens Red Bull über den Mercedes katapultiert und landete auf dem Mercedes. Beide Boliden blieben im Kiesbett stecken. Der Sicherheitsbügel Halo bewährte sich erneut als Schutzengel. Die Fahrer blieben unverletzt. Die Rennleitung lud beide zum Vorsprechen, eine nachträgliche Bestrafung schien möglich. "Du brauchst immer zwei Leute in einer Kurve, die zusammenarbeiten. Das hat er nicht gemacht", klagte Verstappen. "Er wusste, was passieren würde, aber er hat nicht zurückgesteckt", betonte Hamilton, dem der Nacken schmerzte: "Ich weiß nicht, was ich sonst noch sagen soll."

Ricciardo feierte seinen achten Karriere-Sieg, den ersten für McLaren und seinen ersten seit Monaco 2018. Norris schaffte mit Rang zwei sein bestes Karriere-Resultat. Bottas profitierte von einer Strafe von Red-Bull-Mann Sergio Perez und schaffte es damit aufs Podium.

Mercedes war mit besseren Karten auf die Highspeed-Strecke nach Italien gekommen - reist nun aber ohne WM-Umschwung zum 15. von 22 geplanten Saisonläufen in zwei Wochen in Sotschi (RUS). Verstappen verteidigt dort fünf Punkte Vorsprung im WM-Klassement. Der Niederländer holte im Autodromo Nazionale immerhin zwei Punkte durch Rang zwei im Samstag-Sprint.

Die Angelegenheit war für die Silberpfeile bereits durch die samstäglichen Ereignisse diffizil geworden. Denn Sprint-Sieger Bottas blieb nach einem Wechsel der Antriebseinheit nur der Start vom Ende des Feldes, und Hamilton musste mit Startplatz fünf vorliebnehmen. Mercedes wollte dementsprechend im Rennen "etwas anders machen als die anderen", wie Teamchef Toto Wolff kurz vor dem Start im ORF verriet. Man ging ins Risiko, als Einziger der Top 16 zog Hamilton (wie auch Bottas) den Hard-Reifen auf für einen möglichst langen ersten Stint. Der Reifenpoker schien zwischenzeitlich auch aufzugehen.

Doch dann kam die verhängnisvolle Runde 26. Hamilton kehrte gerade aus der Boxengasse zurück und traf auf Verstappen, der zuvor durch einen völlig verpatzten Boxenstopp etwa neun Sekunden und den möglichen Sieg verloren hatte. Der Niederländer war dementsprechend mit dem Messer zwischen den Zähnen unterwegs, Hamilton gab nicht nach. Verstappen rumpelte über die Kerbs und fand sich auf Hamiltons Mercedes wieder. "Das passiert, wenn du keinen Raum lässt", funkte Verstappen an die Box und zog zu Fuß von dannen. Hamilton wollte das Erlebte anfangs nicht wahrhaben, legte aber vergeblich im unter dem Red Bull einklemmten Mercedes den Rückwärtsgang ein.

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