Motorsport

Dakar: Matthias Walkner riskierte alles - zweiter Platz war der Lohn

Nach zehn beinharten Etappen und einer bravourösen Aufholjagd genießt Matthias Walkner seinen zweiten Platz bei der Rallye Dakar wie einen Sieg. Auf der letzten Etappe gab es noch mehrere Schrecksekunden.

Ende gut, alles gut. "I bin froh, dass der Kampf jetzt vorbei ist ", waren die ersten Worte des Matthias Walkner am Donnerstag nach der Zieldurchfahrt in Lima, "heute gab's noch einmal Zähne zammbeißen und Vollgas pushen". Die 41. Rallye Dakar brachte ihm nach Platz drei auf der zehnten Etappe den zweiten Gesamtrang hinter seinem australischen KTM-Markenkollegen Toby Price.

KTM beherrscht die Rallye Dakar seit dem Jahr 2001

Zunächst wollte Walkner am Schlusstag "halbwegs auf Sicherheit" fahren, aber das spielt es bei einer Dakar nicht, wenn ein Spitzenplatz winkt. Wie schnell es bei der härtesten Rallye der Welt gehen kann, zeigte sich auch am Donnerstag. Der Chilene Pablo Quintanilla auf Husqvarna büßte seine Chancen auf den zweiten Gesamtrang durch einen Sturz ein und wurde noch Vierter. In der KTM-Zentrale in Mattighofen gibt es damit auch heuer wieder viel zu feiern. Price sorgte für den nächsten Dakar-Sieg in der Motorradklasse ohne Unterbrechung seit 2001.

Die Gedanken vor dem Ziel: "Jetzt kann ich's richtig genießen"

Walkner brillierte auf Platz zwei und dem Briten Sam Sunderland wurde lange nach der Zieldurchfahrt seinen Protest gegen eine Zeitstrafe stattgegeben, was Rang drei und den Komplett-Triumph für KTM bedeutete. Und Husqvarna, der Ausrüster des lange auf Platz drei geführten Pablo Quintanilla, gehört seit 1987 dem Haus KTM.

Walkner musste am Donnerstag noch einiges durchstehen, bis es ihm auf den letzten hundert Kilometern vor Lima durch den Kopf ging: Jetzt kann ich's richtig genießen. Das Podium werde ich erreichen, wenn weiter alles passt. Das ist ein Privileg, das ich zu schätzen weiß.

Walkner kam mit Tränen in den Augen in Lima an

Walkner berichtete von Schrecksekunden: "Bei Kilometer elf hob i mit 90 km/h eine runde Düne etwas falsch wahrgenommen und bin in einen Gegenhang g'sprungen. In der Luft hob ich mir 'docht, i werd's womöglich net schaffen". Es ist ihm gelungen, auf dem Hinterrad zu landen, allerdings ist er mit dem Helm mit voller Wucht auf den Lenker aufgeschlagen, hat sich eine leichte Lippenblutung zugezogen und im bereits lädiert gewesenen Sprunggelenk "hat's mia an brutalen Stich geb'n".

Im Ziel waren alle Strapazen für kurze Zeit wie weggeblasen: "Mia sind die Tränen kommen. Das Team hat so an guat'n Job gmacht. Es is si ois ausgangen. Es woar a super letzter Tog."

Bei den Autos feierte Toyota erstmals einen Sieg

Bei den Automobilen hat Nasser Al-Attiyah zum dritten Mal die Dakar gewonnen. Der 48 Jahre alte Pilot aus Katar mit Beifahrer Matthieu Baumel auf der letzten Etappe war uneinholbar. Al-Attiyah gewann das Abenteuer zum dritten Mal nach 2011 und 2015 und bescherte Toyota den erstmaligen Sieg als Hersteller.

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