Motorsport

Die MotoGP verliert ihre Galionsfigur - Valentino Rossi beendet seine Karriere

Motorradlegende Valentino Rossi verkündete im Vorfeld der beiden MotoGP-Rennen in Österreich sein Karriereende nach 26 Jahren.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Donnerstag im Medienzentrum von Spielberg die Nachricht, dass Motorradlegende Valentino Rossi eine Entscheidung bezüglich seiner Zukunft im Motorsport getroffen habe. Schon seit Monaten wurden im MotoGP-Zirkus die beiden Optionen von "Il Dottore" diskutiert: Entweder der Yamaha-Pilot beendet am Ende der Saison nach 26 Jahren seine einzigartige Karriere in der Motorrad-WM oder aber er steht ab kommendem Jahr im eigenen VR46-Team auf einer Ducati Desmosedici an der Seite seines Halbbruders Luca Marini am Start.

In der fünfwöchigen Sommerpause setzte sich der 42-jährige Italiener intensiv mit seiner Zukunftsplanung auseinander. Vielleicht war es auch ein Zeichen der besonderen Art, dass sich just eine Stunde vor der Verkündung die Regenwolken über dem Red Bull Ring verzogen und vereinzelt Sonnenstrahlen die Rennstrecke in der Steiermark erhellten. Um 16.15 Uhr Ortszeit teilte ein lächelnder und sichtlich bewegter Rossi der Motorsportwelt den in ihm gereiften Entschluss mit: "Ich werde meine Karriere nach der Saison beenden. Es war eine schwierige Entscheidung und es ist ein trauriger Moment, ich bin etwa 30 Jahre lang Motorradrennen gefahren. Als diese Saison anfing, wollte ich weitermachen, aber die Ergebnisse bisher waren schlechter als erwartet. Ich habe immer alles gegeben und versucht, das Maximum herauszuholen, um an der Spitze zu sein. Im Endeffekt geben die Ergebnisse den Ausschlag. Insofern denke ich, es ist der richtige Schritt. Mein Leben wird sich nächstes Jahr verändern."

Rossi hinterlässt im Motorradsport ein Vermächtnis, das seinesgleichen sucht. 21 Jahre lang prägte "Vale" die Königsklasse des Motorsports wie kein anderer Pilot. Insgesamt neun Weltmeistertitel fuhr Rossi während seiner aktiven Karriere ein, sieben davon in der höchsten Motorradklasse. Auf den Maschinen von Honda und Yamaha dominierte Rossi vor allem in den Jahren nach der Jahrtausendwende das Geschehen in der MotoGP nach Belieben. In seinen ersten zehn Jahren in der Königsklasse gewann der Superstar jede Saison zumindest zwei Rennen, insgesamt hat er 115 Siege auf dem Konto.

Als großes Missverständnis gilt Rossis Wechsel zum italienischen Ducati-Team 2011. Die Erwartungshaltung war vor allem in Italien riesig: Der italienische Serienweltmeister fuhr endlich auf dem Motorrad des italienischen Traditionsherstellers. Doch es sollte einfach nicht sein. Nach zwei sieglosen Jahren kehrte der neunmalige Weltmeister zu Yamaha zurück. "Hätte es funktioniert, wäre es perfekt gewesen", erklärte Rossi.

Mit einem WM-Titel sollte es aber auch in den darauffolgenden Jahren nicht mehr klappen. Rossi verlor zwar auch in immer höherem Alter seinen Speed nicht, die nächste Fahrergeneration rund um Marc Márquez und Co. war "Il Dottore" aber immer einen Schritt voraus. In der laufenden Saison belegt Rossi nur den 19. Platz in der Fahrerwertung, dennoch gilt der Italiener nach wie vor als Publikumsmagnet und Identifikationsfigur in der MotoGP. Denn Rossi prägte den Motorradsport wie niemand anderer: "Ich bin sehr stolz, dass ich vielen Menschen den Motorradsport näherbringen konnte und sie wegen mir geschaut haben. Auch als die Ergebnisse nicht mehr so gut waren, sind viele Menschen immer noch wegen mir gekommen. Meine Fans machen mich stolz."

Mit seinem Karriereende verliert die MotoGP auch einen Teil ihrer Identität. Die Marke "Rossi" bleibt der Königsklasse dank des eigenen "VR46-Teams" des Italieners aber erhalten. "Ich hatte ein offizielles Angebot von meinem Team für nächstes Jahr und habe gut darüber nachgedacht. Es ist ein faszinierender Gedanke, aber ich habe mich aus unterschiedlichen Gründen dagegen entschieden." Dem Motorsport wird Rossi aber auch in Zukunft erhalten bleiben: "Ab nächstem Jahr werde ich mit Autos Rennen fahren. Ich glaube, dass ich mein ganzes Leben lang ein Rennfahrer bleiben werde."

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