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Dovizioso schnappte Marquez Spielberg-Sieg weg

Der Italiener Andrea Dovizioso hat das MotoGP-Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg gewonnen. Der Ducati-Pilot setzte sich am Sonntag nach einem packenden Zweikampf mit Weltmeister Marc Marquez aus Spanien durch. In der Moto2-Klasse gewann Brad Binder vor Weltmeister-Bruder Alex Marquez, das Rennen in der Moto3-Klasse entschied Romani Fenati für sich.

Marc Márquez und Andrea Dovizioso brannten am Sonntag auf dem Red Bull Ring ein atemberaubendes Feuerwerk ihres Könnens ab. Der Spanier versuchte alles, um die Erfolgsserie des Ducati-Rennstalls beim Großen Preis von Österreich zu durchbrechen - und musste den Italiener wieder in der letzten Kurve vorbeiziehen lassen. Dovizioso gewann wie hier vor zwei Jahren hauchdünn vor Márquez. Der Vorsprung: 0,213 Sekunden.

Was sich in der Ducati-Box abspielte, glich der Ekstase von Tifosi, wenn Italien Fußball-Weltmeister wird. Alles hüpfte, umarmte sich und lieferte Scheinboxgefechte. Hinter dem Gigantenduell vor rund 87.000 teilweise aus dem Häuschen geratenen Zuschauern (197.000 Fans von Donnerstag bis Sonntag) demonstrierte ein Mann, dass ihm die Zukunft gehört: Der französische MotoGP-Rookie Fabio Quartararo auf der privaten Yamaha SRT sicherte sich Platz drei vor Altmeister Valentino Rossi und Maverick Viñales, beide auf Werks-Yamaha.

Nach den Ducati-Siegen von Andrea Iannone, Dovizioso und im Vorjahr Jorge Lorenzo sprach diesmal viel für Márquez. Er dominierte das Training mit Rekordrunden und erzählte bei jeder Gelegenheit, wie heiß er auf den Sieg in Spielberg ist. Zwei Mal hatte der Spanier in der letzten Kurve verloren. Er trug es mit Fassung, dass er mit seiner Honda wieder nicht auf den Kraftakt eines Ducati-Rivalen reagieren konnte: "Ich habe einen Fehler bei der Reifenwahl gemacht. Daher bin ich glücklich über meinen zweiten Platz. Dovi hat seine Sache sehr gut gemacht. Aber es geht auch um die Weltmeisterschaft und da liege ich um 58 Punkte voran. Es ist alles gut für mich."

Zwischen Dovizioso und Márquez, die nach dem Start Rookie Quartararo zunächst ziehen lassen mussten, wechselte die Führung mit zunehmender Dauer des Rennens immer öfter ab. Beide fuhren am Limit. Lag Márquez in Front, gelang es ihm nur für kurze Zeit sich abzusetzen. Als für den fünffachen Weltmeister das große Ziel greifbar schien, ritt Dovizioso die gewagte Attacke. "Ich habe nicht gedacht, dass ich so reinstechen kann. Aber es war die letzte Kurve und ich habe mir gesagt, du musst etwas probieren. Wenn ich zu weit gehe, werde ich halt Zweiter", schilderte "Dovi" und setzte fort: "Ich habe etwas Verrücktes probiert und jetzt fühle ich mich sehr stark."

Für KTM brachte der Heim-Grand-Prix ein Wechselbad der Gefühle. Der mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangene Pol Espargaró musste nach wenigen Runden wegen eines Schadens in der Elektronik aufgeben. Sorgenkind Johann Zarco kam als Zwölfter immerhin in die Punkteränge.

Viel Freude hatte KTM-Motorsportchef Pit Beirer beim Rennen in der Steiermark mit dem Portugiesen Miguel Oliveira vom Satelliten-Team Tech3. Er erkämpfte mit einer nagelneuen Maschine Platz acht, vor dem WM-Dritten Danilo Petrucci auf der zweiten Ducati. Beirer sagte: "Auch wenn unsere Gesamtbilanz besser sein könnte: Stimmung, Begeisterung, Rennverlauf - es war für mich der Grand Prix des Jahres."

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