Motorsport

DTM: Schwieriger hätte der Auftakt für Salzburgs Piloten kaum sein können

Philipp Eng im ersten Hockenheim-Rennen von der Motorelektronik zurückgeworfen, Ferdinand Habsburg wegen Motorproblem zur frühen Aufgabe gezwungen. Zweifach-Meister Marco Wittmann gewinnt Turbodebüt für BMW.

So hatten sich die beiden Salzburger den Start in die neue Ära des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) mit den Zweiliter-Vierzylinder-Turbos nicht vorgestellt. Denn Philipp Eng, der im Vorfeld von Insidern als ein Geheimtipp für den Titelkampf galt, scheiterte praktisch schon vor dem ersten Rennen in Hockenheim an der Elektronik seines BMW M4 DTM.
Der Walser blieb schon Freitag im zweiten Training bei der Ausfahrt aus der Box stehen. Sein RMR-Team fand die Ursache nicht - Samstagvormittag wiederholte sich das unselige Spiel in der Qualifikation, Eng konnte keine Runde fahren. Da er dadurch nicht in die Parc fermé-Regel fiel, konnten die Mechaniker am Auto arbeiten und entdeckten schließlich einen defekten Sensor der Motorperipherie, der noch rechtzeitig zum Start getauscht werden konnte. Vom letzten Startplatz aus machte Eng zwei Plätze gut, kam schon nach Runde eins zu einem strategischen, frühen Reifenwechsel in die Box und schlitterte danach bald in eine Auslaufzone - damit war das Rennen gelaufen, obwohl der Salzburger mit großem Rückstand weiterfahren konnte. Eng wurde am Ende punkteloser 14.
Rookie Ferdinand Habsburg - in allen Ergebnissen und Mitteilungen des DTM scheint er mit dem "von" im Namen auf - war im verregneten Qualifying mangels Routine überfordert: "Es ist nicht gut, wenn das Auto mit mir fährt und nicht ich mit ihm." Habsburg musste dann schon nach zwei Runden in der Box abstellen, weil eine Warnung Öldruckverlust meldete und "wir keinen Motorschaden riskieren wollten", wie Aston Martin-Teamchef Florian Kamelger mitteilte.
Der Südtiroler aus Brixen, promovierter Unfallchirurg mit italienischem und österreichischem Pass, war als Chef von Aston Martin St. Gallen - das in Kooperation mit HWA die vier Vantage im DTM einsetzt - mit der Premiere bedingt zufrieden. Durch Paul di Resta auf Startplatz drei gab es in der Qualifikation einen überraschenden ersten Zähler, Daniel Juncadella holte als Neunter im Rennen zwei weitere Punkte. Jake Dennis, Debütant wie Habsburg, verpasste die als Elfter wegen eines losen Kupplungspedals knapp, di Resta schied wegen Bremsproblemen aus. Zu Habsburg meinte der Teamchef: "Er hat keinen Druck im Team, kann in Ruhe lernen und Erfahrung sammeln. Jeder weiß, wie schwierig diese DTM-Autos zu fahren sind, noch dazu im Nassen heute. Es spricht auch für Ferdinand, dass er den heutigen Tag sehr realistisch sah."
Aus dem spannenden Finish und einem Duell der Ex-Meister Marco Wittmann (BMW) gegen René Rast (Audi) wurde nichts: Die beiden fuhren zwei Drittel des Rennens innerhalb einer Sekunde an der Spitze, ehe der Wahl-Bregenzer Rast - zuletzt Gast der SN bei der Leonidas-Sportgala - wegen eines Getriebeproblems ausrollte. Damit war Wittmanns Sieg ungefährdet, auf den Plätzen landeten die Audi-Fahrer Mike Rockenfeller (+13,7 Sek.) und Robin Frijns (+34,7) - letzterer hatte vor einer Woche den E-Prix in Paris gewonnen.
Das zweite Rennen in Hockenheim am Sonntag (13.30) soll bei deutlich besseren Bedingungen in Szene gehen.

Im ersten Rennen zum Porsche Carrera Cup Deutschland belegte der Eugendorfer Luca Rettenbacher Platz neun unter 31 Piloten. Für das erfolgsverwöhnte Salzburger Lechner-Team gab es nur die Plätze zwölf (Michael Ammermüller) und 13 (Teamneuling Julien Andlauer). Der erst 17-jährige Wiener Nicolas Schöll wurde 14., der 20-jährige Dornbirner Sebastian Daum 19.

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